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Segeberg Bad Segeberg: Klare Worte zwischen Eisbein und Kabarett
Lokales Segeberg Bad Segeberg: Klare Worte zwischen Eisbein und Kabarett
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16:11 28.01.2019
Klare Worte beim Eisbeinessen: Bad Segebergs Wehrführer Mark Zielinski ging mit der BBS-Fraktion hart zu Gericht. Quelle: Petra Dreu
Bad Segeberg

Dass Bad Segebergs Wehrführer Mark Zielinski nicht um den heißen Brei herum redet, ist man gewohnt. So deutliche Worte wie beim Eisbeinessen im Vitalia Seehotel dürften bislang jedoch nur wenige erlebt haben: Zwischen Eisbein, Kartoffeln, Erbspüree und Stippe sowie dem aktualisierten Programm der Gesangs- und Kabarettgruppe redete er am Sonnabend Tacheles. Adressat seines Unmutes: Die Wählergemeinschaft BBS, die in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses den Einsatz einer Arbeitsgruppe gefordert hatte, um die Wünsche der Feuerwehr zu hinterfragen und den Architekten auf die Finger zu schauen (die LN berichteten,http://www.ln-online.de/Lokales/Segeberg/Bad-Segebergs-Politik-streitet-um-Mitsprache-bei-Feuerwehrhaus)

Das kam bei der Feuerwehr natürlich gar nicht gut an. „Wir wurden aufgefordert, unseren notwendigen Bedarf und nicht unsere Wunschliste abzugeben. Uns dies zu unterstellen, ist frech, uninformiert und einfach nicht wahr“, zürnte Zielinski. Das ist jedoch noch nicht alles, was den Wehrführer auf die Palme brachte. Die Krönung sei für ihn gewesen, dass ein Mitglied des BBS zu verschiedenen Mitarbeitern der Verwaltung wortwörtlich gesagt habe: „Wir bauen dem Zielinski, dem Schönfeld und der Langethal doch nicht deren Taj Mahal.“ (gemeint waren neben dem Wehrführer Bürgermeister Dieter Schönfeld und Bauamtsleiterin Antje Langethal)

So war es

„Hiermit ist für mich persönlich und für mich als Ehrenbeamter der Stadt Bad Segeberg eine Grenze erreicht, die ich so nicht mehr hinnehmen werde“, sagte der Wehrführer vor den mehr als 400 Gästen. Er und seine Leute hätten auch in der politischen Auseinandersetzung eine gewisse Art von Respekt für Amt und Person verdient, die er mit solchen Aktionen mehr als verletzt sehe. Sollte dies künftig die Art sein, miteinander umzugehen, werde er sich einen anderen Weg suchen, die Feuerwehr zu vertreten. Zielinski: „Ich hoffe, dass sich die politische Haltung nicht weiterentwickelt in Richtung von beratungsresistenten Wirklichkeitsverweigerern mit Illusionshintergrund.“ Entliehen hatte er die Wortschöpfung bei den Kabarettisten der „Schwarzbunten“.

Unterstützung bekam Zielinski von Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD). „Wir haben eine Ansprache gehört, bei der die Diplomatie hinten angestellt worden ist. Ich halte das für sachgerecht.“ Vom ersten Tag an, seit er Bad Segeberg kenne, habe er die Mangelversorgung der Feuerwehr vor Augen gehabt. Für ihn sei wichtig, das Leben der Feuerwehrleute zu schützen. Für deren Engagement müssten alle sehr, sehr dankbar sein. „Wer hinterfragt, ob die Feuerwehr einen Fitnessraum braucht, den lade ich ein, mal eine halbe Stunde unter den Bedingungen der Feuerwehr Dienst zu tun“, sagte Schönfeld.

Einiges werde mit Blick auf den Neubau sicherlich noch ausdiskutiert werden müssen, aber er habe vollstes Vertrauen zur Feuerwehr und appelliere an die Politik, Fairness walten zu lassen. Es gebe geltende Normen und dafür ein Ausschreibungsverfahren. Die Preise beschließe weder die Politik noch der Bürgermeister, Preise beschließe die Wirtschaft. Er hoffe, dass es Bad Segeberg nicht so ergehe wie Kiel. Dort musste bereits zum zweiten Mal europaweit der Bau einer Tribüne ausgeschrieben werden. Selbst bei der zweiten Ausschreibung sei kein Angebot abgegeben worden.

Auch Schleswig-Holsteins ehemaliger Innenminister und aktueller Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) stellte sich auf die Seite der Feuerwehr: „Das sind Menschen, die ehrenamtlich an 365 Tagen im Jahr für ihre Mitmenschen einstehen. Aus Steuergeldern könnten wir das nie und nimmer finanzieren.“ Er habe hohen Respekt vor der Leistungsfähigkeit der Segeberger Feuerwehr, der hohen Anzahl der Aktiven, deren Engagement und vor denjenigen, die dazu bereit seien, das auch politisch zu vertreten.

Beifall gab es nicht nur für die gepfefferten Reden, sondern auch für die Aufführung der Gesangs- und Kabarettgruppe, die sich einen Fingerzeig auf die aktuelle Entwicklung rund um das Feuerwehrhaus nicht verkneifen konnte. Sie nahm die Gäste mit in eine Zeit, als die Burg hoch oben auf dem Kalkberg thronte – und das gänzlich ohne Beteiligung des Bauausschusses. Ein weiterer Hieb in Richtung BBS teilten „Mark und die Oliven“ aus: „Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis.“

Petra Dreu

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