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Segeberg Feuerwehr rettet Tiere aus dem Eis
Lokales Segeberg Feuerwehr rettet Tiere aus dem Eis
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23:04 06.01.2017
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Wahlstedt

Der aktuelle Winter hatte seinen Namen bislang nicht wirklich verdient. Plusgrade und Regenwetter ließen eher einen verlängerten Herbst vermuten. Der Kälteeinbruch der vergangenen Tage hat nicht nur die Menschen, sondern offenkundig auch die Tierwelt überrascht. Die Feuerwehr musste gestern im Kreis Segeberg zu mehreren Rettungseinsätzen ausrücken.

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So wurde ein vereister Tümpel gestern am frühen Nachmittag beinahe einem Pferd zum Verhängnis. Bis zum Bauch war das Tier eingebrochen und konnte sich aus eigener Kraft aus seiner schlimmen Lage nicht befreien. Immer wieder rutschte es mit den Vorderbeinen auf dem Eis aus und versank bis zum Bauch. Spaziergängern, die auf dem Schackendorfer Weg zwischen Wahlstedt und Fahrenkrug unterwegs waren, war das Pferd aufgefallen. Sie schlugen Alarm. Nach kürzester Zeit rückte die Freiwillige Feuerwehr zum Rettungseinsatz an.

Plötzlicher Wintereinbruch wird Tieren zum Verhängnis: Feuerwehr muss einem Pferd und einem Schwan zu Hilfe kommen.

Zunächst versuchte der Eigentümer jedoch selbst, das geschwächte Tier am Halfter aus seiner Lage zu befreien – vergebens. Schließlich gelang es den über 15 Einsatzkräften der Wehr, dem Pferd einen Löschschlauch zwischen den Beinen hindurch umzulegen und es aus dem Eiswasser zu ziehen.

Wie lange es dort schon darum kämpfte, wieder festen, trockenen Boden unter die Hufe zu bekommen, ist unbekannt. Unterkühlt und mit Schürfwunden stand es schließlich wieder. Ein herbeigerufener Tierarzt wurde wieder fortgeschickt, als das Tier sich aus eigener Kraft auf den Beinen hielt. „Ich habe mich darüber gefreut, dass ein kleiner Junge das Pferd über die Weide führen konnte, damit dessen Kreislauf wieder in Schwung kommt. Das war für mich das Bild eines Happy End“, sagte Wehrführer Jörg Neubauer am Ende des ungewöhnlichen Einsatzes.

Kurz zuvor musste auch die Freiwillige Feuerwehr aus Bad Segeberg einem Tier in Not zur Hilfe kommen: Eine Spaziergängerin hatte auf dem Großen Segeberger See in Höhe des Campingplatzes am Kastanienweg einen augenscheinlich im Eis festgefrorenen Schwan gesichtet und die Feuerwehr gerufen. „Im ganzen Kreis gab es heute schon vier oder fünf solcher Einsätze“, sagte Wehrführer Mark Zielinski vor Ort. „In allen Fällen sind die Tiere aber weggeflogen, als die Feuerwehr kam.“

Bei dem Jungschwan auf dem See schien die Sache aber anders zu liegen. Als sich zwei Feuerwehrkameraden in dicken Eisrettungsanzügen dem Tier näherten, hoppelte es über das Eis davon. Wenngleich nicht festgefroren schien der Vogel aber auch nicht wirklich fit zu sein. Bei seiner Flucht über das Eis rutschten dem Schwan immer wieder die platten Schwimmfüße weg. In die Luft erheben konnte er sich nicht. Gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Veterinäramtes wurde deshalb entschieden, das Tier dennoch einzufangen. Da es sich inzwischen jedoch weit vom Ufer entfernt hatte, musste die Feuerwehr ein Schlauchboot zu Hilfe nehmen. Durch einen beherzten Wurf mit der Rettungsdecke konnten die Feuerwehrleute des unterkühlten Schwimmvogels schließlich habhaft werden. Mit Blaulicht und Martinshorn brachte die Feuerwehr den Schwan anschließend in eine Bad Segeberger Tierarztpraxis, wo er jetzt eingehend untersucht und gepäppelt wird.

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 Oliver Vogt und Heike Hiltrop

Zunächst versuchte der Eigentümer jedoch selbst das geschwächte Tier am Halfter aus seiner Lage zu befreien – vergebens. Schließlich gelang es den über 15 Einsatzkräften der Wehr, dem Tier einen Löschschlauch zwischen den Beinen hindurch umzulegen und es aus dem kalten Nass zu ziehen.

Wie lange es dort jedoch schon darum kämpfte, wieder festen trockenen Boden unter die Hufe zu bekommen, ist unbekannt. Unterkühlt und mit ein paar Schürfwunden stand es schließlich wieder. Ein herbeigerufener Tierarzt wurde wieder fortgeschickt, als das Tier aufstand. „Ich habe mich darüber gefreut, dass ein kleiner Junge das Pferd über die Weide führen konnte, damit dessen Kreislauf wieder in Schwung kommt. Das war für mich das Bild eines Happy End“, so Wehrführer Jörg Neubauer am Ende des ungewöhnlichen Einsatzes.

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