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Segeberg Flüchtlingszuweisung: Entlastung durch Erstaufnahme in Boostedt
Lokales Segeberg Flüchtlingszuweisung: Entlastung durch Erstaufnahme in Boostedt
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18:10 08.08.2015
„Es ist eine kleine Entlastung, verschnaufen können wir aber nicht.“ Torge Sommerkorn, Ordnungsamt Itzstedt
Bad Segeberg

20000 Flüchtlinge erwartet das Land in diesem Jahr. Stimmt die Prognose, muss der Kreis Segeberg davon eigentlich 1900 Asylbewerber aufnehmen. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 702. Kreisauf, kreisab klagen die Ämter, dass sie nicht genügend Wohnraum finden. Durch die Erstaufnahme in Boostedt, verringert sich die Anzahl der zugewiesenen Flüchtlinge um 350 auf 1550. Zumindest eine kleine Erleichterung für die Kommunen, deren Zuweisungszahlen entsprechend sinken.

So verringerte sich die Zuweisung beispielsweise für Bad Segeberg von 114 auf 93. Wahlstedt muss statt 60 nur noch 47 Flüchtlinge aufnehmen, im Amt Bornhöved sinkt die Anzahl von 68 auf 53. Das Amt Leezen soll 31 statt 43 Asylbewerber unterbringen. „Das ist aber immer noch eine Verdopplung der Asylbewerber zum Vorjahr“, sagt Rolf Meenen, Leiter der Ausländerbehörde des Kreises. Allein in den ersten sechs Monaten sind 650 Asylbewerber im Kreis Segeberg verteilt worden.

Das Amt Trave-Land hat dabei eine der höchsten Zuweisungsquoten: Zu Jahresbeginn ging man hier noch von 145 aufzunehmenden Flüchtlingen aus. Durch die Erstaufnahmestation verringert sich die Quote auf 119. Im Vorjahr musste das Amt „nur“ 75 Hilfesuchende unterbringen. Ist die Reduzierung ein Tropfen auf den heißen Stein? „Klar hilft uns das“, sagt Jan-Henrik Fechner vom Amt. „Das sind fünf Wohnungen weniger, die wir mieten müssen.“ Knapp 50 Flüchtlinge wurden in diesem Jahr bereits aufgenommen, insgesamt leben im Amtsbereich zwischen 130 und 140 Asylbewerber. „Die Probleme bleiben die gleichen.“ Nämlich passenden Wohnraum zu finden. Durch die Reduzierung der Aufnahmezahl hofft Fechner aber, auf Container als Flüchtlingsunterkünfte verzichten zu können. Zumindest in diesem Jahr.

Der Plan liegt für den Notfall aber fertig in der Schublade. Wer wisse denn schon, ob es bei 20000 Flüchtlingen bleibt. . .

Ähnliches ist aus dem Amt Itzstedt zu hören. Verschnaufen kann Ordnungsamtsleiter Torge Sommerkorn jedenfalls nicht. Von 87 auf 71 wurde die Zuweisungszahl vom Kreis Segeberg nach unten korrigiert.

Der Amtsbereich erstreckt sich mit der Gemeinde Tangstedt aber auch auf Stormarner Kreisgebiet. „Und dort sind die Fallzahlen nicht gesenkt worden“, so Sommerkorn. Entsprechend muss das Amt nochmal 70 Asylbewerber aufnehmen. Und insbesondere in Tangstedt sei passender Wohnraum nicht vorhanden, sagt Sommerkorn. Genau wie in Nahe. „Hier fehlen uns allein 56 Betten.“ An den Mietpreisen liege es nicht, betont Sommerkorn. „Es gibt wirklich keine Wohnungen.“ Oder besser gesagt: kleine Wohnungen. Große Familienverbände einzuquartieren sei kein Problem. Die meisten Flüchtlinge kämen aber allein, in Paaren oder Kleinfamilien. 109 Asylbewerber seien bis vergangene Woche im Amtsbereich verteilt worden. Relativ stark belastet ist dabei neuerdings Seth. Ein Ort ohne Infrastruktur. Aber mit freiem Wohnraum. 17 Flüchtlinge wohnen hier, bereits jetzt zwei über dem Soll — gemessen an der Einwohnerzahl. Und Sommerkorn hat hier noch zwei freie Wohnungen. „Mein Joker in der Hinterhand.“ Aber wie es aussieht, kommt das Amt um den geplanten Neubau einer Flüchtlingsunterkunft nicht herum. „Wir können natürlich nicht hellsehen“, so Sommerkorn. Bei der Prognose von 20000 Flüchtlingen für Schleswig- Holstein sehe er den Pfeil eher nach oben als nach unten.

Jede Woche Dienstag werden neue Flüchtlinge auf das Kreisgebiet verteilt. Verena Frenz aus dem Bad Segeberger Ordnungsamt musste diese Woche passen: „Ich hatte keine freien Wohnungen.“ In diesem Jahr hat die Stadt bereits 83 Asylbewerber aufgenommen. 2014 waren es 44. Eigentlich liegt die Zuweisungsquote bei 93 dieses Jahr. „Trotzdem ist Boostedt natürlich eine Entlastung“, betont Frenz. „Sonst wären es ja noch mehr.“ Und der Wohnraum sei knapp. Im November soll aus dem ehemaligen Gebäude des Buchführungsverbandes eine Unterkunft mit 50 Plätzen werden. Sie wird dringend gebraucht. Frenz rechnet damit, dass es nicht bei 93 zugewiesenen Flüchtlingen bleiben wird für die Stadt. „Das wird uns in der Regel aber angerechnet im nächsten Jahr.“ So zumindest sei es in der Vergangenheit gewesen.

Im Detail: So reduzieren sich die Zuweisungszahlen
Als es um die Einrichtung einer Erstaufnahme für Flüchtlinge auf dem Kasernengelände in Boostedt ging, war eine entschiedene Forderung der Gemeinde gewesen, die Anzahl der dort untergebrachten Asylbewerber auf die Zuweisungsquote des Kreises anzurechnen.

1900 Asylbewerber sollten dem Kreis dieses Jahr laut Prognose ursprünglich zugewiesen werden. Diese Quote wurde durch die Erstaufnahme Boostedt auf 1550 reduziert. Entsprechend korrigierte die Ausländerbehörde auch die erwarteten Zahlen für die Ämter nach unten.
485 Zuweisungen, und damit den größten Anteil, haben Norderstedt und Ellerau, ursprünglich waren es 593. Für die Henstedt-Ulzburg bleiben 161 Zuweisungen, 36 weniger. Es folgt Kaltenkirchen mit voraussichtlich 116 Flüchtlingen (vorher: 143), Bad Segeberg mit 93 (114), Bad Bramstedt mit 73 statt 91 und Wahlstedt mit 47 statt 60 Zuweisungen.
Nach Reduzierung der Zuweisungsquote muss das Amt Trave-Land noch 119 Asylbewerber aufnehmen, zuvor waren 145 angesetzt. 71 sind es im Amt Itzstedt (vorher 87), 70 im Amt Kaltenkirchen-Land (84), 69 im Amt Kisdorf (83), 55 im Amt Bad Bramstedt-Land (69), 53 im Amt Bornhöved (68) und 31 im Amt Leezen (43). Wegen der Erstaufnahme in Boostedt, werdem dem zuständigen Amt Boostedt-Rickling seit dem 1. April keine weiteren Flüchtlinge zugewiesen.

Nadine Materne

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