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Segeberg 100 Bäume: 17-Jährige startet Pflanz-Aktion
Lokales Segeberg 100 Bäume: 17-Jährige startet Pflanz-Aktion
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12:32 28.03.2019
Yannah Winkler (17, l.) von der Ida-Ehre-Gemeinschaftsschule in Bad Oldesloe mit Klassenkameraden und ihrem Geografie-Lehrer. Quelle: Heike Hiltrop
Wittenborn/Bad Oldesloe

 Schüler auf der ganzen Welt gehen jeden Freitag für eine bessere Klimapolitik auf die Straße. „Fridays for Futures“ polarisieren: „Es ist wichtig, dass der Nachwuchs seine Stimme erhebt, denn es geht um seine Zukunft“, werden sie von den einen gefeiert. „Alles Schulschwänzer“, kritisieren sie die anderen. Doch die Jugendlichen halten nicht nur Schilder mit markigen Sprüchen wie „Ihr habt verschlafen – wir sind der Wecker“ oder „Der Planet ist hotter als mein Boyfriend“ in die Höhe. Sie packen auch an. So wie Yannah Winkler. Die 17-jährige Wittenbornerin hat Klassenkameraden der Ida-Ehre-Gemeinschaftsschule in Bad Oldesloe, Sponsoren und Helfer für ihr Klimaschutz-Projekt mobilisieren können.

Winterlinden, Eichen, Rotbuchen, Wildkirschen, Erlen, Ebereschen und Zitterpappel – alles was für den Standort zwischen der Gemeinde Wittenborn und dem Campingplatz am Mözener See gut ist, bringen Pia, Johanna, Tim, Lasse und die anderen in den Boden. Auf einer privaten Fläche haben 16 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 17 und 19 Jahren zum Spaten gegriffen und 100 junge Bäumchen in die Erde gebracht. „Wir wollen die Biodiversität an diesem Standort unterstützen –und die Insekten“, fasst Yannah Winkler zusammen, während sie sich auf den Spaten stützt. Die Vielfalt tut nicht nur der Natur und ihren Tieren gut, sie bindet zudem Kohlenstoffdioxid (CO2) – gut fürs Klima.

Geografie-Lehrer Torsten Lentz"Als Schulprojekt haben wir das nicht hinbekommen. So hat Yannah das private Projekt mit Klassenkameraden initiiert." Quelle: Heike Hiltrop

Schüler sind sensibilisiert, wollen sich engagieren

„Wir wollen aktiv werden und zeigen, dass der Vorwurf des Schuleschwänzens so nicht haltbar ist“, unterstreicht die Schülerin. Auf die Idee gekommen sei sie zu Jahresbeginn. Im Geografie-Unterricht war es um das Thema Nachhaltigkeit gegangen. Aber die Zeit sei zu knapp gewesen um daraus ein Schulprojekt zu machen, erinnert sich Fachlehrer Thorsten Lentz, der selbst mitpflanzt. So habe Yannah das privat mit Klassenkameraden initiiert. „Was ganz bewundernswert ist, weil sie mitten in den Abiturvorbereitungen steckt. Die Jugendlichen sind sensibilisiert. Viele sind umweltbewegt“, ist Lentz sicher, dass auch die freitäglichen Klimastreiks dazu beigetragen hat, dass die Schülerin so viele begeistern konnte.

Baumpflanzaktion bei Wittenborn kommt beim Naturschutz-Beauftragten der Gemeinde, Jörg Reimann (78), gut an: "Man sollte es immer unterstützen, wenn junge Leute so etwas machen." Quelle: Heike Hiltrop

Zuspruch aus Wittenborn

In ihrer Heimatgemeinde Wittenborn traf Yannah auf offene Ohren – allen voran bei Bürgermeister Thorsten Lange (CDU) und dem Umwelt-Beauftragten Jörg Reimann. „Man sollte es immer unterstützen, wenn Jugendliche so etwas machen“, lobt Reimann das Engagement und packt auf der gut einen halben Hektar großen Fäche, die im Besitz von Carsten Lange ist, selbst mit an. „Meinen ersten Baum habe ich als Erstklässler 1948 gepflanzt.“ Einen Bürgerwald gibt es schon in der Gemeinde, und eine Streuobstwiese. Mithilfe der Schüler wird das Naherholungsgebiet also erweitert.

Stefan Benox (19) von der Ida-Ehre-Gesamtschule in Bad Oldesloe pflanzte ein Wintelinde: "Ich mache mit, weil ich Lust dazu habe." Quelle: Heike Hiltrop

Klimabewusstes Handeln

Finanziell im Boot ist unter anderem die Jugendbewegung „AYUDH“ mit 300 Euro. Eine Gärtnerei aus dem Kreis Stormarn habe außerdem bei der Materialbeschaffung geholfen, so die Initiatorin. die 17-Jährige ist schon lange aktiv, hat sich bereits als Zehnjährige als Klimabotschafterin bei „Plant-for-the-Planet“, ein von UN-Mitarbeitern initiiertes Umweltschutz-Projekt, engagiert. Am liebsten würde sie internationale Beziehungen studieren, so Yannah Winkler und greift zum nächsten Setzling: „Unsere Pflanzaktion soll ein Symbol für klimabewusstes Handeln im Alltag sein.“

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Heike Hiltrop

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