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Segeberg Für Segebergs Kinder: Kita-Ausbau boomt
Lokales Segeberg Für Segebergs Kinder: Kita-Ausbau boomt
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07:30 04.03.2019
Segebergs kommunale Familie investiert massiv in Kitas. Quelle: Fotolia
Segeberg

1000 neue Kita-Plätze bis zum Jahr 2021: Im Kreis wird massiv gebaut. Um Eltern und Erzieher zu entlasten. Mit Erfolg: 588 Plätze sind schon bewilligt. Das heißt, das Geld für einen Neubau oder die Erweiterung von Kitas ist bereits ausgezahlt. „Wir sind im Soll“, sagt der Leiter des Jugendamtes, Manfred Stankat. „Die Gemeinden sind sehr fleißig, dafür dürfen sie wirklich gelobt werden.“

Konkret gilt das zum Beispiel für 20 Plätze im Jaguarring in Bad Segeberg, 45 Plätze in Rickling, 15 in Daldorf, jeweils 20 in Oering und Seth, 30 in Sülfeld, 10 in Nahe. 20 weitere Kinder bis sechs Jahre können in Seedorf und 10 in Neuengörs (besser) untergebracht werden, 5 sind es in Bark. Und die Planungen gehen weiter: Zum Beispiel sind für die neue Kita in der Kaiser-Lothar-Allee in Bad Segeberg 75 Plätze beantragt.

Lage bleibt angespannt

Anfang 2018 war das millionenschwere Förderprogramm in Segeberg in Kraft getreten. „Wir sind zuversichtlich, mit dem Ausbau wie geplant voranzuschreiten“, sagt Stankat. Doch der Zeitplan bleibt straff. „Selbst die beste Umsetzung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir nicht alle Nachfragen erfüllen können. Dafür muss die Anstrengung noch weit über das hinaus gehen, was bisher geplant ist“, hieß es im Jugendhilfeausschuss.

„Die Lage in den Kommunen bleibt angespannt“, sagt Torben Wenzel, Kita-Fachdienstleiter beim Kreis. „Die Betreuungszeiten werden länger, die individuellen Bedarfe größer; der Fachkräftemangel schlägt dabei ebenfalls durch“, sagt Wenzel, der auch betont, dass die Kosten für die Kommunen noch immer erheblich sind, auch wenn es gute Förderungen gibt. „Die Kommunen sind wirklich bemüht, den Ausbaubedarf zu erfüllen.“

Darum steigen die Kinderzahlen im Kreis

Gründe für mehr Kinder im Kreis sind neue Flüchtlingsfamilien, eine erhebliche Anzahl an Neubaugebieten in den Kommunen und eine steigende Geburtenrate. Der Kreis geht davon aus, dass weiterhin Menschen zuziehen. Viele Familien aus Hamburg ziehen nach Segeberg. Die Menschen finden zudem momentan sehr gut Arbeit, gründen demzufolge gern Familien. Immer mehr Frauen gehen einer Arbeit nach, auch deshalb brauchen Eltern eine Betreuung für ihre Kinder.

Laut Prognosen steigt die Einwohnerzahl im Kreis Segeberg bis zum Jahr 2025 auf etwa 275660, und wird danach leicht absinken. Die Zahl der Kinder unter drei Jahren wird bis 2020 auf rund 7100 ansteigen und bis 2025 leicht sinken.

Für sie ist es ein Kraftakt. Die Gruppen sind voll, die Häuser zu eng. So wie in Sülfeld. Seit drei Jahren ist der Aufenthaltes- und Sportraum behelfsmäßiges „Zuhause“ für eine dritte Krippengruppe. Die Gemeinde feiert am Montag Baubeginn für die Erweiterung der Kita „Beste Freunde“.

Die Vorbereitung war immens. Leitung und Eltern sind stark eingebunden, erzählt Ulrich Bärwald, Vorsitzender des Kirchgemeinderates. Die Kirche ist Träger der Einrichtung. Und für die Kinder sei es aufregend und spannend. „Es ist eine Anstrengung für alle. Von der Leitung bis zur Küchenkraft“, sagt Bärwald. Mit 150 Kindern gehöre die Kita zu den größten des Kreises.

Kraftakt für Kommunen

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Der Umbau erfolgt bei laufendem Betrieb. Noch in diesem Jahr soll der Anbau fertig sein. Nur einer von diversen im Kreis. „Wir sind zuversichtlich, dass es für Mitarbeiter und Kinder deutlich angenehmer wird“, sagt er. Beim Bau der Einrichtung habe es damals eben andere Voraussetzungen gegeben. Alle Beteiligten freuen sich: „Für die Gemeinde ist es das i-Tüpfelchen. Da sind wir auch ein bisschen stolz drauf.“

Der Kreis Segeberg spielt in Schleswig-Holstein beim Kita-Ausbau vorn mit. „Mehr als 11000 Kinder werden bei uns betreut, das ist eine echte Hausnummer“, sagt Wenzel. In den letzten zehn Jahren seien über 2500 neue Plätze geschaffen worden, mit einer Fördersumme von über 32 Millionen Euro vom Bund, Land und Kreis. Zusätzliche Kosten der Kommunen nicht eingerechnet.

Segebergs Kinder in Zahlen

Aus dem aktuellen Kita-Bedarfsplan geht hervor, dass im Kreis 33 687 Kinder unter 14 Jahren leben. Mehr als 7000 davon sind Krippenkinder. Es gibt 157 Einrichtungen zur Tagesbetreuung von Kindern mit 11463 genehmigten Plätzen. Die Betreuungsquote für Kita-Kinder liegt derzeit bei 95 Prozent, die Quote bei Krippenkindern bei 39 Prozent. Ziel ist es, dass bis Ende 2019 insgesamt 2910 Krippenkinder, also 42 Prozent, betreut werden. Für alle Kita-Kinder soll es mittelfristig möglichst einen Platz geben.

Eine Abfrage im September 2017 hatte ergeben, dass im Kreis 300 Krippenplätze und 250 Kitaplätze fehlen. Inklusive steigender Kinderzahlen war das Ergebnis, dass Kommunen bis 2020 insgesamt 1358 Plätze schaffen müssen. Das 1000-Plätze-Programm wurde aufgelegt. „Wir haben eine tolle Politik, die das Problem damals erkannt hat. Das ist sensationell. Das war nicht schwer zu erklären. Andere Kreise beneiden uns dafür“, so der Fachdienstleiter.

Bisher keine Schadenersatz-Klagen

Seit 2013 besteht die Gefahr von Schadenersatzklagen. Eltern haben einen Rechtsanspruch auf Betreuung für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. „Das hat für uns oberste Priorität“, sagt Wenzel. Bisher habe der Kreis keine Klage zu verzeichnen. Geld sei es auch nicht, was Eltern brauchten. „Sie wollen nicht klagen. Sie wollen eine Betreuung für ihr Kind.“ Er geht zwar nicht davon aus, dass es in den kommenden zwei bis drei Jahren für alle Kinder Plätze geben wird. „Aber die Richtung ändert sich. Wir tun gut daran, das Geld zusammenzuhalten.“

Bundes- und Landesmittel diverser Programme sind jetzt aufgebraucht. Der Kreis ist gefragt: Er stellt innerhalb des 1000-Plätzeprogramms 8,5 Millionen Euro zur Verfügung. 1,5 Millionen davon sind bereits ausgegeben. Eine halbe Million Euro wurde 2018 bereitgestellt, in 2019 sind es bis zu drei Millionen, 2020 und 2021 jeweils bis zu 2,5 Millionen.

Irene Burow

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