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Segeberg Für ärztliche Versorgung: Kreis schnürt 1,5 Millionen-Euro-Paket
Lokales Segeberg Für ärztliche Versorgung: Kreis schnürt 1,5 Millionen-Euro-Paket
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17:58 02.10.2019
Hausarzt-Plätze halten und Nachwuchs generieren: Mit jährlich 500 000 Euro will der Kreis ein Netzwerk knüpfen und mit finanziellen Anreizen locken. Quelle: Monika Skolimowska/ZB/dpa
Bad Segeberg

Ein vom Kreis finanzierter Koordinator, der berät, Ansprechpartner ist und sich bestens im Metier auskennt, soll Segebergs Kommunen dabei unterstützen, neue Wege bei der medizinischen Versorgung zu gehen. Ärzte-Nachwuchs, der sich für den Kreis Segeberg entscheidet, soll Zuschüsse sowohl für die fachliche Weiterbildung als auch das Drumherum bekommen. Ein regionaler Weiterbildungsverbund aus Kliniken und Praxen soll den Medizinern den Kreis bereits während des Studiums schmackhaft machen. Das ist der Plan.

Rosemarie Jahn (FDP), ( Landrat Jan Peter Schröder (parteilos) und Kreismitarbeiterin Karin Löhmann (Leiterin Fachbereich Gesundheit) präsentierten den Maßnahmenkatalog um Allgemein- und Fachmediziner in der Region zu halten - und womöglich anzusiedeln. Quelle: Heike Hiltrop

„Wir wollen die Hausarztplätze zumindest halten. Dies ist der Anfang“, sagt Landrat Jan Peter Schröder. Zwar sei die Sicherstellung der Versorgung mit Haus- und Fachärzten Sache der Kassenärztlichen Vereinigung (KVSH). „Aber wir wollen nicht untätig am Rand stehen.“ Im Juni brachte der Kreistag das Vorhaben auf den Weg, nun wurde auch der Kostenkalkulation von 1,5 Millionen Euro über drei Jahre zugestimmt.

Medizinernachwuchs: 80 Prozent Frauen

Der Hausärztemangel ist längst in Segeberg angekommen. Das untermauern ganz konkrete Aussagen von Medizinern aus der Region, die seit Langem vergeblich auf der Suche nach Nachfolgern sind. Die Kommunen buhlen um die wenigen Ärzte, die sich für das Landleben entscheiden. Dazu kommt, dass 70 bis 80 Prozent der künftigen Ärztegenerationen Frauen sein werden. Eine Anstellung mit geregelten Arbeits- und Urlaubszeiten halten viele für erstrebenswerter als eine eigene Praxis mit allen Risiken der Selbstständigkeit.

Kreis will Rahmen für alle stärken

Mittlerweile haben sich einige Kommunen wie Wahlstedt oder Bad Bramstedt auf den Weg gemacht, eigene Konzepte auszuloten. Der Kreis will nun den Rahmen für alle stärken. Seine finanziellen Mittel werden ergänzt durch den Strukturfonds der KVSH, die zur Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung im ländlichen Raum 3,2 Millionen Euro bereitstellt.

Weiterbildungsverbund vor Ort

Ein Beispiel: Die KVSH übernimmt die Kosten für die Ausbildung der nichtärztlichen Praxisassistentin (NäPa). Diese speziell geschulten Arzthelferinnen sollen Hausärzte entlasten. Der Kreis übernimmt andere damit verbundene Kosten für 20 „NäPas“. In Kooperation mit Kliniken in Bad Segeberg, Neumünster, Henstedt-Ulzburg, Bad Bramstedt, dem Forschungszentrum Borstel und Arzt-Praxen soll ein Weiterbildungsverbund geschaffen werden, um Studenten, die ich für Allgemeinmedizin entscheiden, alle Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort zu bieten. Demnächst beschäftigt sich der Gesundheitsausschuss des Kreises zudem mit der Idee der Gemeindeschwestern. Die Finanzierung käme dann auf das bereits beschlossene Paket obendrauf, bestätigt Ausschussvorsitzende Rosemarie Jahn.

Umdenken ist dringend nötig

„Wir haben Denkwürdiges beschlossen“, sind sich Gesundheitsausschussvorsitzende Rosemarie Jahn (FDP), Fachbereichsleiterin Karin Löhmann und Landrat Jan Peter Schröder sicher. Aber einig sind sie sich auch, dass ein Umdenken hin zu größeren Einheiten – zum Beispiel Versorgungszentren – stattfinden muss.

Ärzte im Kreis

167,25 Hausarzt-Stellen gibt es im Kreis Segeberg (Stand Juni 2019)

36 Prozent der niedergelassenen Ärzte sind laut Kassenärztlicher Vereinigung 60 Jahre alt und älter.

54,6 Jahre alt sind Schleswig-Holsteins Ärzte im Durchschnitt

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