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Segeberg BBZ-Pizza-Zungen gingen weg wie nichts
Lokales Segeberg BBZ-Pizza-Zungen gingen weg wie nichts
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14:47 22.11.2018
Gewalt kommt nicht in die Tüte: Ihre Pizzazungen gingen weg wie warme Semmeln: Magdalena Lüttel, Malte Placküter, Lena Göbelhoff Quelle: Wolfgang Glombik
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Bad Segeberg

Das Berufsbildungszentrum in Bad Segeberg war am Donnerstag ein Geheimtipp für hungrige Schüler und Lehrer, denn auf den Gängen rund um den Pausenhof wurden leckere Pizzazungen für einen Euro angeboten. Alles für den guten Zweck: Der Erlös fließt in Projekte, die sich um Frauen und Mädchen kümmern, die von Gewalt betroffen sind. Etwa 250 Pizzateile seien verkauft worden, berichten Lehrerin Magdalena Lüttel, Bäckerazubi Malte Placküter und die angehende Bäckereifachverkäuferin Lena Göbelhoff. Sie konnten sich kaum vor Nachfrage retten. Das Blech war schnell geleert. Die Pizzateile wurden alle in markante Papiertüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ und der Hilfe-Telefonnummer bei „Gewalt gegen Frauen“ gesteckt.

Gewalt kommt nicht in die Tüte: Auf den Brötchentüten sind Hilfsangebote für Frauen abgedruckt. Quelle: Wolfgang Glombik

08 00/011 60 16 lautet die Telefonnummer von dem Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Es richtet sich an alle Frauen, die von Gewalt betroffenen oder bedroht sind - egal, ob die Erfahrung in der Vergangenheit oder Gegenwart liegt. Darüber hinaus können sich auch Menschen aus dem sozialen Umfeld an die Berater wenden. Die Hilfe erfolgt anonym und kostenlos, rund um die Uhr und in 17 verschiedenen Sprachen.

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Seit 15 Jahren läuft die Tütenaktion bereits. Das BBZ wirkt hier seit Jahren mit. Im Vorfeld des Aktionstages wurde in den Ausbildungsklassen des Nahrungsgewerbes wie auch in den Klassen der Berufsvorbereitung eine Unterrichtseinheit durchgeführt zum Thema „Wie stelle ich mir eine positive Beziehung vor“. Hierbei sensibilisierte Barbara Eibelshäuser vom Verein Frauenzimmer zusammen mit den Gleichstellungsbeauftragten des Kreises und der Stadt Bad Segeberg die Jugendlichen zum Thema „Häusliche Gewalt“.

Wolfgang Glombik