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Segeberg Für die Umwelt: Gratis Wasser auffüllen
Lokales Segeberg Für die Umwelt: Gratis Wasser auffüllen
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21:17 05.04.2018
Bettina Schröder hat die Bücherei in Ellerau zur Trinkwasser-Auffüllstation erklärt. Quelle: Foto: Fuchs
Ellerau

Büchereileiterin Bettina Schröder hat sich der Aktion „Refill Deutschland“ angeschlossen, der bundesweit 63 Städte angehören. Im Kreis Segeberg ist Ellerau nun mit der Bücherei im Bürgerhaus die einzige offizielle Nachfüllstation.

Das Motto der Umweltkampagne, die Stephanie Wiermann aus Horst bei Elmshorn ins Leben gerufen hat, lautet: „Habe deine Trinkflasche dabei. Schütze unsere Umwelt. Trink genug Wasser. Lebe gesund.

Spare Geld.“

Sie habe durch Zufall von der Kampagne erfahren und sei sofort begeistert davon gewesen, erklärt Bettina Schröder ihre Motivation. „Sie deckt sich voll mit meiner eigenen Überzeugung“, sagt sie. Zum einen sei es auch ihr ein besonderes Anliegen, dass weniger Plastikmüll unsere Weltmeere verschmutze, wie gerade das Malheur an der Schleswiger Schlei dramatisch aufzeige. Zum anderen sei sie von Kindheit an mit Leitungswasser aufgewachsen. „Ich bin so erzogen worden und habe immer nur Leitungswasser getrunken“, sagt Schröder.

Ihre Eltern hätten mit dem ausdrücklichen Hinweis auf die gute Qualität des in tiefen Brunnen geförderten Trinkwassers nie eine Mineralwasserflasche gekauft, was auch sie bis heute nicht getan habe, so die gebürtige Hamburgerin. „Die Konzerne wollen doch nur ihr teures Mineralwasser verkaufen und suggerieren den Verbrauchern, dass Trinkwasser nur aus der Flasche gut sei.“ Dabei sei es wissenschaftlich nachgewiesen, dass das staatlich geprüfte Trinkwasser in Deutschland, das durch die Leitungen aus dem nächsten Wasserwerk komme, qualitativ oft besser, keinesfalls aber schlechter als alle kommerziellen Mineralwässer sei, sagt Bettina Schröder. Somit verstehe sie die Kampagne auch als „Weg, den Menschen wieder die gute Qualität unseres Leitungswassers ins Bewusstseins zu rufen“.

Wer also in Ellerau durstig ist, kann von sofort an dienstags, donnerstags und freitags jeweils von 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr im Hojerweg 2 seine Trinkflasche kostenlos auffüllen lassen. Ein kleiner Aufkleber an der Eingangstür der Bücherei macht auf die Aktion aufmerksam. „Ich bin auch meist in der Mittagspause im Büro und würde dafür kurz öffnen“, sagt Bettina Schröder.

Nicht zur „Refill“-Kampagne gehört das neue Trinkwasser-Angebot in der Kreisstadt Bad Segeberg. Dort steht am Marktplatz seit dem Spätsommer ein Wasserspender aus Edelstahl, an dem sich jeder Passant kostenlos bedienen kann, erklärt Antje Langethal vom Amt für Bauen und Umwelt. Insofern sei das östliche Kreisgebiet in dieser Hinsicht kein weißer Fleck mehr. Den Wasserspender habe das Wasserversorgungs-Unternehmen ews (Energie Wahlstedt-Segeberg) spendiert und auf Anregung des örtlichen Seniorenbeirats aufgestellt. „Wir hoffen, dass der jetzt angenommen wird und es Dynamik entfaltet“, sagt die Amtsleiterin. Dann wären noch weitere Trinkwasser-Spender denkbar, insbesondere an der Seepromenade, sagt sie. Die „Refill“-Aktion hält sie aber für „eine gute Sache“.

Das sagt auch Apotheker Volker Eckstein von der Löwen-Apotheke in der Segeberger Fußgängerzone. Er habe von der „Refill“-Aktion zwar noch nicht gehört, der sich andere Apotheken im Land bereits angeschlossen haben, sagt er. „Aber ich halte das für eine sinnvolle Geschichte.“ Gerade als Segler wisse er um die Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll. „Darum gibt es bei mir auch nur Papier- oder Baumwolltaschen in den 18 Jahren, seit ich die Apotheke übernommen habe“, versichert Eckstein.

In Norderstedt ist die „Refill-Deutschland“-Kampagne noch nicht angekommen. Weder im Amt für Nachhaltigkeit noch in der Stadtbücherei war sie bislang bekannt. „Das ist aber durchaus interessant für uns. Wir sind ja ein öffentlicher Ort, wo man seine Trinkflasche gut mit Leitungswasser auffüllen könnte“, zeigt sich Büchereileiter Ingo Tschepe sehr aufgeschlossen.

Vollständig ehrenamtlich organisiertes Projekt

Refill Deutschland“ ist ein ehrenamtliches Projekt von Privatpersonen, das im Jahr 2017 von Stephanie Wiermann nach einem Vorbild aus dem britischen Bristol zunächst in Hamburg gegründet wurde.

Wegen der starken öffentlichen Resonanz schlossen sich immer mehr Freiwillige dem Projekt an. Bundesweit gibt es inzwischen mehr als 1000 Stationen, wo sich jeder, der mag, kostenloses Leitungswasser abzapfen darf. Ebenso darf jeder, der mag, kostenloses Leitungswasser anbieten. Die Region Bad Segeberg und Lübeck ist bislang aber noch ein weißer Fleck auf der Refill-Karte. Weitere Informationen im Netz unter https://refill-deutschland.de.

Burkhard Fuchs

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