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Segeberg Gedenken an die Pogrome des 9. November 1938
Lokales Segeberg Gedenken an die Pogrome des 9. November 1938
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20:10 09.11.2017
Legten Kränze nieder: v.l. Manuela Kinast (Förderverein Judentum SH), Stephan Aaron Weckwerth (Jüdische Gemeinde), Bürgermeister Dieter Schönfeld und Bürgervorsteherin Ingrid Altner.
Legten Kränze nieder: v.l. Manuela Kinast (Förderverein Judentum SH), Stephan Aaron Weckwerth (Jüdische Gemeinde), Bürgermeister Dieter Schönfeld und Bürgervorsteherin Ingrid Altner. Quelle: Foto: Vogt
Bad Segeberg

Mit einem Appell für Wachsamkeit und die Verteidigung demokratischer Werte wurde am Donnerstag auf dem Gelände der ehemaligen Bad Segeberger Synagoge der Opfer der nationalsozialistischen Pogrome vom 9. November 1938 gedacht. Auch in Segeberg hatten Nazi-Schlägertrupps damals jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert, die Synagoge in der Kirchstraße geschändet und demoliert. Deutschlandweit wurden 30 000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, bis zu 400 durch den Mob ermordet oder in den Suizid getrieben.

„Wir dürfen nicht vergessen, was damals geschehen ist, und müssen immer wieder davon lernen und wachsam bleiben“, mahnte Bürgervorsteherin Ingrid Alter, die gemeinsam mit Bürgermeister Dieter Schönfeld den Gedenkkranz der Stadt niederlegte. Altner forderte in ihrer Ansprache den Respekt gegenüber Menschen mit anderer Religion oder Herkunft. Schon gegen Beleidigungen gelte es einzuschreiten. „Denn sie sind der Anfang allen Übels.“

Für Stephan Aaron Weckwerth von der Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg ist das Gedenken an den 9. November 1938 in diesem Jahr ein Besonderes, sagte er und verwies auf den Einzug der Rechtspopulisten in den Bundestag. „Nationalismus, Tabubruch und die Aufhebung unseres Wertekonsens sind wieder in der Gesellschaft angekommen“, warnte Weckwerth. ov

LN