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Segeberg Gefesselte Studentin: Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung
Lokales Segeberg Gefesselte Studentin: Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung
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16:54 14.10.2019
An der Feldzufahrt bei Mönkhagen wurde am Sonnabendmorgen die verletzte und gefesselte 20-Jährige gefunden. Die Polizei begann sofort mit der Spurensuche. Quelle: Holger Kröger
Mönkhagen/Lübeck

In dem Fall der am Sonnabendmorgen bei Mönkhagen gefesselt und geknebelt aufgefundenen 20-jährigen Studentin aus Lübeck ermitteln Staatsanwaltschaft und Bezirkskriminalinspektion Lübeck jetzt wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts und der versuchten Aussetzung mit Todesfolge.

Klicken Sie hier, um weitere Bilder von dem Ort zu sehen, wo die gefesselte Studentin gefunden worden ist.

„Nach aktuellem Ermittlungsstand war die Frau nicht nur geknebelt und an den Händen und Füßen gefesselt, sondern wurde mit dem Fesselungsmaterial zudem in dem Knick liegend an dem dortigen Geäst festgebunden“, teilt die Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft, Dr. Ulla Hingst, am Montag mit. Sie hätte sich weder selbst befreien, noch hätte sie aufgrund der Knebelung selbst auf sich aufmerksam machen können. Der von der Straße aus nicht einsehbare Feldweg werde fast nur zu landwirtschaftlichen Zwecken und nicht von Fußgängern genutzt. „Unter Berücksichtigung der herbstlichen Wetterverhältnisse und ihrer nur leichten Bekleidung hätte die Geschädigte versterben können“, so Hingst. Die Staatsanwältin bestätigte auf LN-Anfrage, dass es sich bei den Fesseln um Spanngurte gehandelt habe.

Opfer besuchte die Erstsemesterparty der TH

Nach dem Besuch der Erstsemester-Party der Technischen Hochschule Lübeck in der Gollan-Werft am Freitagabendwar die 20-jährige Lübeckerin am Sonnabendmorgen nur durch Zufall von einem Segeberger Autofahrer, der seine Notdurft verrichten wollte, gefunden worden. Sie lag in einer Feldzufahrt an der Segeberger Landstraße kurz vor der Autobahnzufahrt Mönkhagen. Die junge Frau hatte zahlreiche Prellungen im Gesicht und am ganzen Körper. Die rechtsmedizinische Untersuchung ergab jedoch keine Hinweise auf ein Sexualdelikt. Die 20-Jährige selbst kann sich an die Geschehnisse in der Nacht nicht mehr erinnern. Die Polizei begann sofort mit einer umfangreichen Spurensuche und einer Befragung im Umfeld der jungen Frau. Der Ablauf und der Hintergrund des Tatgeschehens waren aber am Montag noch weiterhin unklar.

Die Gollan-Werft war für die Party an den Veranstalter, den Asta der Technischen Hochschule, vermietet. „Es ist das erste Mal, dass hier so etwas bei einer Veranstaltung passiert ist. Es ist total schrecklich. Wir unterstützen die Polizei mit allen unseren Möglichkeiten bei den Ermittlungen“, sagt Werft-Chef Thilo Gollan.

Zeugenaufruf

Die Kriminalpolizei suchtnach Zeugen, die Angaben zu der Tat machen können. Wer hat die Frau wann und wo und in wessen Begleitung gesehen? Wer hat verdächtige Beobachtungen am frühen Morgen im Bereich der Segeberger Landstraße in der Feldmark bei Mönkhagen gemacht? Hinweise bitte an die Telefonnummer 0451/131 46 04. Die Geschädigte ist cirka 180 Zentimeter groß, hat eine schlanke Statur und blonde, schulterlange Haare. Sie trug ein schwarzes T-Shirt und dazu eine schwarze Jeans mit freien Knöcheln und grünfarbene Adidas Sneaker. Um den Hals trug sie eine Goldkette.

Wurden K.O.-Tropfen genutzt?

Dass das Opfer sich an nichts mehr erinnern kann, ist ein Indiz dafür, dass der oder die Täter möglicherweise K.O.-Tropfen eingesetzt haben könnten. Dafür gibt es aber noch keine Bestätigung der Staatsanwaltschaft. Diesbezüglich würde die Untersuchungen noch laufen, heißt es nur.

Substanzen können zum Tod führen

Immer wieder warnt die Polizei davor, dass es im Zusammenhang mit Großveranstaltungen und dem Konsum von Alkohol auch zu einer unbemerkten Verabreichung von „K.O.Tropfen“ kommen kann. Dies seien Substanzen, die schon in geringer Dosierung einen starken Rauschzustand hervorrufen. Es werde daher empfohlen, keine Getränke offen stehen zu lassen.

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Das Gift lässt sich nur kurz nachweisen

Bei Unwohlsein (Schwindel, Übelkeit) sollten sich Betroffene umgehend Hilfe zu suchen und bei Verdacht oder Beobachtung derartiger Vorfälle umgehend Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Wegen ihrer geringen Halbwertszeit ist die Substanz im Blut meist nur sechs bis acht Stunden, im Urin zwölf bis 14 Stunden nach der Verabreichung nachweisbar.

K.O.-Tropfen

Ins Getränk gemischt wirken die geschmacksneutralen K.O.-Tropfen nach zehn bis 20 Minuten. Die Wirkung hängt stark von der Dosis ab sowie von der körperlichen Verfassung des Opfers und dem Alkoholkonsum. Beim Opfer sorgen sie für Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit und Atemnot, eine Überdosis K.o.-Tropfen kann zu Atemstillstand, Koma und zum Tod führen. Nach dem Erwachen aus der Bewusstlosigkeit kann das Opfer sich an das, was passiert ist, nicht oder nur bruchstückhaft erinnern.

Von Sven Wehde

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