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Segeberg Gegenwind aus Berlin für Travenhorster Windkraft
Lokales Segeberg Gegenwind aus Berlin für Travenhorster Windkraft
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20:21 23.01.2020
Das Dorf Berlin im Schatten der drei vorgesehenen Windkraftanlagen. Quelle: Marc Lubetzki/hfr
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Travenhorst/Seedorf

Im zweiten Entwurf des Regionalplanes waren es noch zwei Windvorrangflächen auf Travenhorster Gemeindegebiet, im dritten Entwurf jedoch nur noch eins. Das hatten die Landesplaner sogar noch verkleinert: Um die 1000 Meter Abstand zu den Ortslagen von Travenhorst und dem Dorf Berlin einhalten zu können, war es von 26,6 Hektar auf 25,4 Hektar zusammengeschrumpft. Dennoch regt sich Widerstand. Die am 5. Januar gegründete BürgerinitiativeGegenwind Berlin“ lädt am Sonnabend, 25. Januar, um 16 Uhr zu einer Infoveranstaltung in das Seedorfer Restaurant am Torhaus ein.

Zwei Familien gehören die Flächen, die das Land als Windvorrangfläche vorgesehen hat. Während die eine Familie bereits offensiv in Travenhorst Werbung für Windkraft gemacht und auf Zustimmung der Dorfbewohner gehofft hat, hält sich die andere bislang bedeckt. Es geht das Gerücht um, dass die ältere Generation von Windkraft auf dem eigenen Land gar nicht begeistert sei, die junge Generation dagegen schon.

Abstand zu Ortslagen beträgt 1000 Meter

Ein riesiger Windpark kann auf der 25,4 Hektar großen Fläche eh nicht entstehen. Maximal drei Windkraftanlagen dürften dort Platz finden, wobei das Land drei Anlagen als Mindestanzahl für eine Vorrangfläche festgelegt hat. Positiv aufgenommen wurde, dass der Abstand zu den geschlossenen Ortslagen von Travenhorst und dem Seedorfer Ortsteil Berlin 1000 Meter beträgt. Anders jedoch sieht es für die Splittersiedlungen und Einzelgehöfte Petersruh, Birkenhof, Kiekut, Kamp und Passopp aus.

Wie ein großer Teil der Travenhorster ist auch Bürgermeister Michael Göttsche hin- und hergerissen. „Wir sind eine Gemeinde mit einem recht grünen Herzen. Wir haben ein gutes Umfeld mit vielen Vögeln. Das alles wissen wir zu schätzen, sehen aber auch den Bedarf einer Klimadebatte“, so der Bürgermeister, der am 25. Januar auch an der Infoveranstaltung in Seedorf teilnehmen will. Doch genauso sehr hofft er auf eine rege Beteiligung bei der Einwohnerversammlung in Travenhorst. „Wir hoffen, als Gemeinde dort ein breites Meinungsbild für unsere Stellungnahme zu bekommen.“

Stellungnahmen sind bis spätestens 13. März möglich

Bis längstens zum 13. März können Privatpersonen und Institutionen Stellungnahmen zum dritten und damit letzten Entwurf des Regionalplanes abgeben. Wer sich jetzt noch umfassend in die Materie einarbeiten will, hat sich einiges vorgenommen und braucht wahrscheinlich ein gutes Zeitmanagement, um das Land mit Fakten und guten Argumenten von einer Korrektur seiner Planungen überzeugen zu können.

Weitere Termine in Travenhorst und Seedorf

Noch bis zum 13. Märzhaben Bürger die Möglichkeit, Stellungnahmen zum dritten Entwurf des Regionalplanes beim Land abzugeben. Abgegeben werden können sie unter anderem auf dem Online-Beteiligungsportal.

Weitere Termine in Travenhorst (Gemeindehaus):

13. Februar 2020, 19.30 Uhr: Einwohnerversammlung der Gemeinde zur Windvorrangfläche

20. Februar 2020, 19 Uhr: Sitzung des Bau- und Wegeausschusses mit Beratung zur Stellungnahme

5. März, 2020, 19 Uhr: Sitzung der Gemeindevertretung mit Beschlussfassung zur Stellungnahme

Weitere Termine in Seedorf:

29. Januar 2020, 19.30 Uhr: Sitzung des Bau-, Planungs-, Wege- und Umweltausschusses der Gemeinde Seedorf mit Beratung zur gemeindlichen Stellungnahme

Andreas Hecker von der BürgerinitiativeGegenwind Berlin“: „Ich wohne erst seit zwei Jahren hier. Unsere Maklerin hatte uns damals gesagt, die Windvorrangfläche sei vom Tisch. Viele haben gar nicht mitbekommen, was dort entstehen soll oder waren sich schlichtweg nicht bewusst, was das bedeutet.“ Als Windkraftgegner würde sich Andreas Hecker auch nicht bezeichnen: „Wir sind 12 bis 15 Mitglieder hauptsächlich aus dem Ortsteil Berlin und wollen informieren.“

Vier Vorträge im Restaurant am Torhaus

Dafür jedenfalls hat sich die Bürgerinitiative ein großes Programm auferlegt. So warten auf die Besucher der Infoveranstaltung am Sonnabend ab 16 Uhr im Restaurant am Torhaus gleich vier Vorträge. Ein Arzt wird über medizinische Auswirkungen informieren, ein Ingenieur referiert über Infraschall, ein weiterer über Auswirkungen auf Flora und Fauna. Außerdem wird eine Betroffene über ihr Leben neben einer Windkraftanlage berichten. Moderiert wird die Veranstaltung von der neuen Initiative „Gegenwind Berlin“.

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