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Segeberg Gericht kassiert Urteil ein
Lokales Segeberg Gericht kassiert Urteil ein
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20:10 02.02.2018
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Bad Segeberg/Norderstedt

Einen genauen Termin für die Neuauflage des Verfahrens gibt es offenbar noch nicht. Das Oberlandesgericht (OLG) in Schleswig hatte das Urteil gegen den Angeklagten bereits im Sommer in der Revision aufgehoben. Schuld sind Verfahrensfehler, wie OLG-Pressesprecherin Dr. Christine von Milczewski auf LN-Nachfrage mitteilte. Urkunden seien nicht korrekt als Beweise eingeführt worden, habe der 2.

Strafsenat festgestellt. Damit muss das Verfahren am Amtsgericht Norderstedt komplett wiederholt werden. „So ist das in unserem Rechtssystem“, erklärt OLG-Richterin Milczewski.

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Die angeklagten Taten sind aus dem Zeitraum von Februar bis Oktober 2014. Es geht um gewerbsmäßige Untreue auf dem Recyclinghof in Norderstedt, der gemeinsam vom Wege-Zweckverband (WZV) und der Stadt Norderstedt betrieben wird. Der damalige Leiter der Recyclinghöfe des WZV soll bei der abendlichen Abrechnung an der Registrierkasse wiederholt Einnahmen storniert und das Geld aus dem Barbestand entnommen haben. 48 irreguläre Stornobuchungen soll es dabei gegeben haben. Oft über einen Betrag von exakt 650 Euro. Dabei soll ein Schaden von 29000 Euro entstanden sein.

Die belastenden Stornobons hatte ein Mitarbeiter im Papierkorb gefunden und gesammelt. Über den damaligen Korruptionsbeauftragten des Landes gingen die Beweismittel an die Staatsanwaltschaft.

Während der Verhandlung stand die Abrechnungspraxis auf dem Recyclinghof in der Kritik. Zum Zeitpunkt der ominösen Stornierungen gab es kein Zwei-Augen-Prinzip. Niemand kontrollierte die Abrechnung.

Außerdem war das Log-Buch der Kasse deaktiviert, die eine Rekonstruktion der Geschehnisse erschwerte. Tests ergaben sogar, dass es mit einigem Aufwand möglich wäre, die Bons zu fälschen.

Der Angeklagte bestritt die Taten, machte aber keine weiteren Angaben. Die Verteidigung plädierte damals auf Freispruch und behauptete, dass die Beweise gefälscht worden seien, um dem Angeklagten etwas anzuhängen. Kurios an dem Verfahren war auch, dass sogar die Staatsanwaltschaft Freispruch wegen Beweismangels beantragt hatte.

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