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Segeberg Streng geschützte Echsen werden im Kreis wieder angesiedelt
Lokales Segeberg Streng geschützte Echsen werden im Kreis wieder angesiedelt
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19:05 06.08.2019
17 Zauneidechsen wurden zum Projektstart in die Freiheit entlassen. Quelle: Irene Burow
Bad Bramstedt

Eine Entnahme ist streng geregelt: Zauneidechsen sind europaweit geschützt. Die Stiftung Naturschutz hat ihr Vorhaben, die Tiere in Teilen des Kreises Segeberg wieder anzusiedeln, lange vorbereitet. Am Dienstag war es so weit: die ersten 17 Jungtiere sind südöstlich von Bad Bramstedt in die Freiheit entlassen worden.

Stiftung Naturschutz: 500 Tiere an drei Standorten bis 2022

„Es sollten eigentlich mehr sein, aber wir sind noch ganz am Anfang“, sagt Projektleiter Janis Ahrens von der Stiftung. Beim nächsten Schub sollte die Zahl schon größer sein.

Jungtiere sind zwei Wochen alt

Biologie Patrick Pohlmann öffnet kleine Schachteln. Blitzschnell suchen die zwei Wochen alten Tiere Schutz zwischen den Gräsern. Monate dauerte die Vorbereitung. Verschwunden sind die Tiere binnen Sekunden.

Die Echsen dürfen nur dort entnommen werden, wo die Population nicht geschädigt wird. Für die Wiederbesiedelung bei Bad Barmstedt sind zunächst Zauneidechsen bei Lentföhrden eingefangen worden. In einer Aufzuchtstation wurden sie unter kontrollierten Bedingungen gehalten, die Eier in einem Brutkasten „bebrütet“.

An Osterau und Schmalfelder Au verschwunden

Auch in zwei weiteren Gebieten im Kreis Segeberg sollen die Tiere wieder ansässig werden: Bei Latendorf und Hasenkrug. Dafür kommt die Spenderpopulation aus dem Raum Großenaspe. Insgesamt sollen auf den drei Flächen bis 2022 knapp 500 Tiere ausgesetzt werden. Bestenfalls breiten sie sich beidseitig der Autobahn 7 aus. Die Grünbrücke über die Autobahn liegt etwa einen Kilometer entfernt.

„Die Art ist stark gefährdet“, begründet Janis Ahrens. Sie stehe auf der Roten Liste. „Und der Status wird sich auch mit der neuen Liste nicht verändern.“ In Schleswig-Holstein seien die Bestände insgesamt stark rückläufig. Im Bereich von Osterau und Schmalfelder Au sind die Echsen in den vergangenen Jahren gar nicht mehr gefunden worden.

Die Flächen wurden vorher vorbereitet: Die Stiftung Naturschutz hat sandige Bereiche und Verstecke geschaffen. Quelle: Irene Burow

Dramatischer Lebensraumverlust

„Ein großes Problem ist die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen“, erklärt Ahrens. Überquerungen überlebten die Reptilien oft nicht. Außerdem sei der Lebensraumverlust dramatisch: Heide, sandige Trockenrasen, Binnen- und Küstendünen sind immer mehr verschwunden. „Im 18. Jahrhundert waren 17 Prozent der Landesfläche noch Heide-Landschaft. Heute sind es noch 0,17 Prozent.“ Schienen, Kieswerke und Waldränder dienten als Ersatz.

Das Gebiet für den Projektauftakt liegt südwestlich der A-7-Autobahnabfahrt Bad Bramstedt. Hier hat die Stiftung Naturschutz für 30 Jahre eine Fläche gepachtet – mit der Erlaubnis, die Echsen auf den 3,7 Hektar wieder anzusiedeln.

Fünf von sechs Arten gefährdet

Die Zauneidechsen werden im Rahmen des Projekts „Populationsmanagement Zauneidechse Segeberg“ wieder angesiedelt. Als Grundlage dient auch das bundesweite Bestreben der Stiftung, zerschnittene Lebensräume und Biotope wieder zu vernetzen. Finanziert wird das Projekt vom Kreis Segeberg aus dem Segebergfonds.

Laut Stiftung Naturschutz stehen in Schleswig-Holstein fünf von sechs Reptilienarten auf der Roten Liste. Die Sumpfschildkröte gelte bereits als ausgestorben.

Zuvor sind dafür von den Naturschützern die Grundlagen geschaffen worden: Sandige Bereiche und Versteckstrukturen. Die Echsen fühlen sich in offenem Terrain wohl, mit viel Sonne, aber auch im Schatten. „Sie brauchen für die Eiablage unbedingt sandige Flächen“, erklärt Ahrens. Dafür ist seit 2014 Oberboden aufgeschoben worden, Baumstümpfe dienen als Versteck – auch für die Zeiten der Winterstarre. Die Flächen haben sich mittlerweile gut entwickelt.

Frühestens in zwei Jahren, eher in drei Jahren ist der erste Nachwuchs zu erwarten. „Die Tiere bleiben dann auch hier. Sie sind ortstreu“, erklärt Ahrens. Sie könnten zwar bis zu zwei Kilometer weit laufen, verlassen einen Radius von 20 Kilometern aber nicht.

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Von Irene Burow

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