Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Groß Rönnau: Mann bleibt nach Mord an Ehefrau in Psychiatrie
Lokales Segeberg Groß Rönnau: Mann bleibt nach Mord an Ehefrau in Psychiatrie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:11 11.07.2019
In dem Haus in Groß Rönnau ereignete sich im vergangenen Oktober die Tragödie. Quelle: Glombik
Kiel/Groß Rönnau

Weil er seine schlafende Frau in Groß Rönnau (Kreis Segeberg) erschlagen hat, bleibt ein 78-Jähriger in einer Psychiatrie. Das Kieler Landgericht folgte mit seinem Urteil in dem Sicherungsverfahren am Donnerstag den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. „Er war mithin sicher schuldunfähig, als er die Tat beging“, sagte der Vorsitzende Richter Jörg Brommann am Donnerstag in seiner Urteilsbegründung im Saal 132 des Landgerichts. Die achte Strafkammer war überzeugt davon, dass der langjährige Polizist seine 79 Jahre alte Frau am 26. Oktober vergangenen Jahres in Heimtücke tötete.

Mit Stößel mehrere Male auf Opfer eingeschlagen

Mehr als 50 Jahre lang war das Paar verheiratet. Bei seiner Festnahme soll er gegenüber Polizisten im Haus des Paares gesagt haben, dass er am Morgen aus einem Traum erwacht sei und Stimmen gehört habe. Fest steht, dass er an seinem Geburtstag einen schweren Stößel aus einem Schuppen holte, ins Schlafzimmer ging, das Licht ausgeschaltet ließ und mit dem Stößel dreimal auf sein Opfer einschlug. Als seine Frau schrie, drückte er ihren Kopf auf das Bett, bis sie sich nicht mehr regte. Anschließend schlug er noch zweimal zu.

Nach der Tat wusch er sich die Hände, frühstückte und verständigte erst danach den Notruf. Laut dem im Prozess verlesenen Protokoll des Anrufs sagte er damals am Telefon: „Sie müssen mal herkommen. Ich habe meine Frau umgebracht.“ Sie atme nicht mehr. Auf Nachfrage sagte er: „Die ist tot, die habe ich ja erschlagen.“ Er wisse gar nicht warum.

Beschuldigte war 31 Jahre bei der Polizei

Nach Ansicht des Gerichts fehlte dem 78-Jährigen zum Tatzeitpunkt die Unrechtseinsicht. „Was genau ihn dazu veranlasste, hat nicht geklärt werden können“, sagte der Richter. Der Beschuldigte war 31 Jahre lang bis zu seinem Ruhestand 2000 bei der Polizei. Er war Diensthundeführer. „Insgesamt kann man sagen, dass er ein völlig untadeliges Leben führte, von jedem Makel frei“, sagte der Richter. Allerdings waren seiner Frau im vergangenen Jahr Veränderungen aufgefallen. Ihr Mann nahm acht Kilogramm ab, litt unter gedanklicher Unruhe und begab sich schließlich Monate vor der Tat in ärztliche Behandlung.

Richter: Mann für die Allgemeinheit gefährlich

Richter Brommann sprach in seiner Urteilsbegründung von einer hirnorganischen Problematik „in Richtung eines Demenzprozesses“. Zum Tatzeitpunkt habe er an einer krankhaften seelischen Störung gelitten. Der Mann sei für die Allgemeinheit vor allem nachts gefährlich und müsse deshalb in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht sein. Es sei nicht prognostizierbar, ob und wann der Mann wieder entsprechendes gewalttätiges Verhalten zeigen könnte.

Einmal pro Jahr soll künftig überprüft werden, ob von dem 78-Jährigen weiterhin Gefahr ausgeht. Der Mann ist bereits nach seiner Festnahme in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht worden. Gegen die Entscheidung des Landgerichts vom Donnerstag kann Revision beantragt werden.

Lesen Sie auch:

Tatverdächtiger vermutlich psychisch krank

Andre Klohn

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Konzentration ist gefragt, damit selbst die kleinsten Lebewesen vor der Kamera gut wirken. Jugendliche lernen von den Profis – im Green-Screen-Filmcamp im Wildpark Eekholt.

11.07.2019

Die Söhne Mannheims kommen mit ihrem „Straßenunterhaltungsdienst“ am 29. August nach Bad Segeberg und geben ein Konzert. Lübecker Nachrichten und Kalkberg-Oase suchen eine lokale Band als „Anheizer“.

11.07.2019

Andreas Frahm aus der Gemeinde Neuengörs hatte vor Jahren bei der Bekämpfung des giftigen Jakobskreuzkrauts den richtigen Riecher. Er setzte Blutbären, die Raupen des nachtaktiven Schmetterlings, ein. Landwirte und Pferdehalter aus ganz Deutschland bitten jetzt um seinen Rat.

11.07.2019