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Segeberg Bad Segebergs Südufer bricht weg
Lokales Segeberg Bad Segebergs Südufer bricht weg
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19:24 19.03.2019
Der versunkene Schärengarten am Bad Segeberger Südufer ist noch unter Wasser zu erkennen. Jetzt bricht auch noch das Ufer weg. Denn der See ist nicht immer so spiegelglatt wie auf dem Foto Quelle: .  Glombik
Bad Segeberg

Die Stadt hat eigentlich genug Probleme. Jetzt muss Bad Segeberg sich auch noch mit Dingen herumschlagen, die sonst nur Ostsee- oder Nordsee-Anrainer betreffen. Der „Blanke Hans“, sonst eher an der Nordsee heimisch, macht nun offenbar auch am Großen Segeberger See Probleme. Bei nördlichen Winden „peitscht“ das Wasser an das Südufer.

Erst versank die mühevoll gestaltete Schären-Landschaft am Südufer des Großen Segeberger Sees im Morast, nun bricht plötzlich auch noch das vor wenigen Jahren im Zuge der Promenaden-Gestaltung neu befestigte Ufer weg. Jogger und Spaziergänger am See sind verwundert über den unschönen Anblick.

Bauzäune riegeln das Ufer ab

Auch Jochim Hollmann (Grüne) fragte kürzlich im Bauausschuss nach. Bauamtsleiterin Antje Langethal berichtete, dass dort das Ufer abzusacken drohe. Deshalb musste der Bauhof die Bauzäune aufstellen. Das beauftragte Architekturbüro und die Baufirma seien an dem Thema „dran“. Es handele sich eindeutig um eine Gewährleistungsfrage. Tatsächlich kämpft die Stadt seit Jahren mit dieser Problemzone. Früher trat hier im Winter das Wasser regelmäßig über die Ufer, der Weg konnte nicht mehr benutzt werden. Jetzt sind die Planer daran gescheitert, hier einen Abenteuerspielplatz mit Hüpfsteinen für Kinder einzurichten.

Da waren die Steine noch zu sehen: Vitalia-Hoteldirektor Guido Eschholz testete den neuen künstlichen Schärengarten im Großen Segeberger See. Quelle: sg

Über 170 Kubikmeter Sand aufgeschüttet

Dabei hatte man sich viel Mühe gegeben: 2013, beim Bau der Segeberger Uferpromenade, waren von Lastwagen über 170 Kubikmeter Sand für den geplanten Schärengarten am Südufer des Sees aufgeschüttet worden. Etwa 40 große „Kunststeine“, zu kleinen Inseln zusammengesetzt, waren in die entstandene Flachwasserzone gesetzt worden. Kinder und Junggebliebene sollten dort von Stein zu Stein hüpfen – ein Spaß für die ganze Familie sollte es werden. Über 14 000 Euro soll die Aktion gekostet haben. Doch die Steine versinken – ganz im Gegensatz zu den Prophezeiungen von Boden-Gutachter und Landschaftsplaner – immer tiefer im Ufersand.

Luftbild von den Bauarbeiten am Schärengarten: 170 Kubikmeter Sand wurden dazu vor fünf Jahren in den See geschüttet. Quelle: Glombik

Untergrund schlammiger als gedacht

Wie konnte das passieren? Die LN fragte beim Landschaftsarchitekten nach. „Der Untergrund ist noch morastiger, als die Baugrunduntersuchung ergeben hatte“, erklärt Andreas Werning. Die Bodenuntersuchungen gingen bis zu vier Meter tief. Doch darunter soll es noch schlammiger sein. Dazu komme, dass man vor 50 Jahren die Trümmer des abgerissenen Kurhauses offenbar auch dicht am See „verklappt“ habe. Bei der Wiederherstellung der Uferkante bekam man deshalb die Pfähle nicht tief genug in den Boden gerammt. Die Firma stieß auf viele Hindernisse. Man habe deshalb weniger senkrechte Pfähle, dafür mehr horizontale Bretter befestigt. Doch diese Konstruktion hielt nicht, die verwendeten Mahagoni-Pfähle seien nicht lang genug gewesen. Werning: „Dazu kam die dort herrschende Brandung.“

Neue Pfähle 3,5 Meter lang

Inzwischen liege ein weiteres Bodengutachten vor. Demnach sollen jetzt 3,5 Meter lange Eichen- oder Lärchenpfähle in den Boden gerammt werden und im Abstand von einem Meter mit horizontalen Bohlen, vier Zentimetern dick, verstärkt werden. Das alles solle möglichst ohne Baggerarbeiten erfolgen. Mit der ausführenden Firma werde man sich noch einigen, ist Werning überzeugt. Die Stadt werde es finanziell nicht treffen, verspricht er. Die Arbeiten zur Uferbefestigung sollen im Frühsommer passieren, wenn der Wasserspiegel sinke.

Indes, die versunkenen Trittsteine werden immer tiefer im Schlamm versinken. Da könne man nichts machen, sagt Werning. Nur im ufernahen Bereich können die Podeste den Enten noch als Inseln für ihre Hinterlassenschaften dienen. Die anderen flachen Betonteile sind kaum noch im trüben Seewasser auszumachen. Wernings Resümee: „Der Schärengarten war eine schöne Idee, aber hinterher ist man immer schlauer.“

Wolfgang Glombik

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