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Segeberg Grünen-Politikerin Eka von Kalben auf Herbsttour
Lokales Segeberg Grünen-Politikerin Eka von Kalben auf Herbsttour
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16:48 23.10.2018
Eka von Kalben, religionspolitische Sprecherin und Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion in Schleswig-Holsteins im Gespräch mit Walter Blender (Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden) und Segeberger. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

 „Die Gedanken sind frei“, lautet das Motto, unter dem sich Grünen-Politikerin Eka von Kalben fünf Tage lang in Schleswig-Holstein bei Christen, Juden, Muslimen und Buddhisten umgesehen hat. Die religionspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion will, so sagt sie selbst, die Religionsgemeinschaften besser kennenlernen, sich ein Bild vor Ort machen, Verständnis füreinander wecken, Probleme aufnehmen und den interkulturellen Dialog fördern. „Ich sehe an vielen stellen Handlungsdruck“, sagte die 54-Jährige jetzt beim Besuch der Jüdischen Gemeinde in Bad Segeberg.

„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“ So steht es in Artikel vier unseres Grundgesetzes. Doch die Realität sieht mitunter anders aus: Die Pegida-Bewegung beschreie den Untergang des Abendlandes durch Islamisierung. Antisemitismus unter Jugendlichen, wie etwa an einer Berliner Schule, sei zu beobachten. Menschen seien aufgrund ihres Glaubens Argwohn oder Hetze ausgesetzt, führte von Kalben aus. Während für einen Teil der deutschen Religion keine Rolle mehr spiele, christliche Kirchen unter Mitgliederschwund litten, wachse der Anteil der Menschen, aus anderen Glaubensgemeinschaften. Religion sei in Politik und Gesellschaft präsent, so von Kalben. Der weltanschaulich neutrale Staat und eine konsequente Freiheitspolitik seien deshalb ein sicherer Rahmen, unterstrich sie.

Neben der Alevitischen Gemeinde in Uetersen, den Klöstern Nütschau und Preetz und der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft in Schleswig stand nun ein Besuch der Jüdischen Gemeinde Segeberg auf dem Programm. Hier machte Walter Blender, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein und Bad Segeberger, in einem informativen Vortrag nicht nur deutlich, wie nah die großen Weltreligionen eigentlich beieinanderliegen. Er führte auch durch Gemeindehaus und Synagoge am Jean-Labowsky-Weg. Ausgerechnet in der Mikwe, wo sonst rituelle Tauchbäder stattfinden, entwickelte sich ein Gespräch über den Reformator, aber auch Antisemiten Martin Luther, über das Mit- und Gegeneinander. „Ich möchte, dass wir mehr über das Gemeinsame reden, als über das Trennende, weil es auch unglaublich viel Gemeinsames in den verschiedenen Religionen gibt, wie es bei Herrn Blender schon angeklungen ist“, fasste Eka von Kalben zusammen. „Überrascht war ich über die Tatsache, dass wir doch weniger über diese Glaubensgemeinschaft wissen als wir vielleicht annehmen“, räumte die Politikerin im Nachgang ein.

 „Was ich von der Tour mitnehme, sind konkrete Dinge, die ich versuche, im Land zu bewegen. Zum Beispiel zum Thema Religionsunterricht. Da haben wir viele Gespräche geführt, wie wir das interreligiöser hinkriegen können“, schloss Eka von Kalben. „Von hier nehme ich mit, dass es eine unglaublich lebendige Gemeinde ist, in der Offenheit gelebt wird. Das ist etwas sehr Bereicherndes.“

Heike Hiltrop

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