Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Häuserkampf am Nelkenweg
Lokales Segeberg Häuserkampf am Nelkenweg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:56 02.05.2019
Am Nelkenweg steht noch eine relativ große Fläche für Wohnungsbau zur Verfügung. Noch wird politisch beraten, ob dort Eigenheime oder große Mehrfamilienhäuser entstehen sollen. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Im September 2017 gab es seitens der Bürger in Bad Segeberg mit 71,7 Prozent ein klares Votum im Bürgerentscheid gegen den von Investoren gewünschten mehrgeschossigen Wohnungsbau auf den Flächen des Bebauungsplangebietes 94: Doch der „Häuserkampf“ am Nelkenweg ist offenbar immer noch nicht beendet. Nachdem Abwägungen und Stellungnahmen der Grundstückseigentümer, betroffener Behörden und Anwohner vorliegen, soll nun in den politischen Gremien (Bauausschuss, Mittwoch, 8. Mai, 18.30 Uhr, Bürgersaal) darüber beraten werden. Doch Ärger ist schon vorprogrammiert.

Bauausschussvorsitzender kritisiert Smiley-Vermerke

So zeigte sich Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS) gegenüber den LN empört, dass die Bad Segeberger Stadtverwaltung offenbar die Wünsche der Investoren auf dem knapp zwei Hektar großen Areal zwischen dem Berufsbildungszentrums (BBZ) im Westen und dem Nelkenweg im Osten „massiv“ favorisiere. Jetzt kommentiere die Stadt auch noch in einer Tabelle „grundlegende Gesichtspunkte zur Abwägungsentscheidung“ mit Smileys und „Daumen-runter“-Symbolen im Vorwege der politischen Beratungen. Tödt: „Das ist schon dreist.“

Tatsächlich: Die Stadtverwaltung fand in ihrer Auflistung sieben Gegen-Argumente (Daumen runter) für eine Einzelhausbebauung der innenstadtnahen Fläche, aber nur einmal den gesenkten Daumen für Mehrfamilienhausbebauung. Für Tödt ist klar, dass die Stadtverwaltung hier „Meinungsmache“ bei den Kommunalpolitikern versuche. Dinge zu bewerten, politische Entscheidungen zu fällen, sei nicht Aufgabe der Verwaltung, sondern der gewählten Politiker. Der BBS sehe sich im übrigen an den Bürgerentscheid weiter gebunden. Dieser sei eindeutig gewesen und dürfe „nicht einfach weggewischt werden“. Der BBS plädiere weiterhin für eine Bebauung am Nelkenweg mit Einfamilien- und Doppelhäusern.

Nichts Versöhnliches in den Stellungnahmen

Auch Bad Segebergs SPD-Vorsitzender Magnus Wittern stellte auf LN-Nachfrage klar, dass es nur darum gehen könne, dem Bürgerwillen in dieser Frage „größtmögliche Beachtung“ zu geben. Dabei müsse berücksichtigt werden, was tatsächlich machbar sei, um eine Bebauung zu ermöglichen. Er selbst sei für einen Kompromiss. Denkbar wäre es, für die Fläche zwei verschiedene Formen der Bebauung zuzulassen oder sich mit Investoren zum Beispiel auf eine niedrigere Höhe der Bebauung zu einigen. „Grundsätzlich macht ein Bürgerentscheid doch nur Sinn, wenn man daraus die richtigen Schlüsse zieht.“ In den Stellungnahmen der Investoren und der Anwohner sehe aber Wittern „keinen Mittelweg zwischen einer Bebauung nach gustus der Investoren und den Forderungen der Bürger“.

Tatsächlich gibt es da nichts Versöhnliches in den Stellungnahmen. Im Gegenteil: Der Investor für den nördlichen Bereich der Fläche lässt über einen Anwalt mitteilen, dass er auf seiner Teilfläche nicht Einfamilienhäuser, sondern zwei nahezu identische Mehrfamilienhäuser mit je drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss errichten möchte. Er pocht auf maximale Ausnutzung seiner Fläche. Auch solle sich die Gebäudehöhe an den östlich gelegenen Mehrfamilienhäusern und der Kreisberufsschule orientieren.

Investor wirft Stadt Verstöße gegen Gemeindeordnung vor

„Im Übrigen sind unsere Interessen als Eigentümer massiv berührt“, meutert der andere Investor, wirft der Stadt gar Verstöße gegen die Gemeindeordnung vor. Mit Vorgaben nimmt er es hingegen selbst nicht so genau. Seine Stellungnahme wurde erst am 13. März, also lange nach Ende der Frist (21. Februar), eingereicht. Eine erforderliche Wirtschaftlichkeit der Maßnahme bedinge eine angemessene Anzahl an Wohneinheiten, klagt er. Diese wäre bei einer Beschränkung des B-Plangebietes auf Einzel- und Doppelhäuser in maximal zweigeschossiger Bauweise nicht mehr gegeben, so dass ein B-Plan beschlossen würde, dessen Umsetzung aber nie erfolgen könnte, teilt der Unternehmer mit. Es solle die Bebauung „mit Reihenhäusern und Wohnungsbau“ zusätzlich in die Bestimmungen des B-Planes mit aufgenommen werden.

Der „Häuserkampf“ am Nelkenweg geht also weiter.

Wolfgang Glombik

300 Besucher und zehn Paddelteams waren beim Saisonstart im Wahlstedter Freibad am 1. Mai dabei. Ins 22 Grad warme Wasser wollte jedoch kaum jemand freiwillig bei der schneidenden Kälte außerhalb des Beckens.

02.05.2019

Ein am Donnerstag in Neumünster verurteilte Serientäter (29) aus Albanien beging Einbrüche in Norderstedt und im Kreis Pinneberg. Laut Urteil stahl er gemeinsam mit einem unbekannten Komplizen Schmuck im Wert von 9000 Euro sowie 50 000 Euro Bargeld.

02.05.2019

Natur nach Hause holen: Gartenbauer erklären auf dem Marktplatz die Möglichkeiten zum Schutz der Insekten. Auch in der Hamburger Straße gibt’s Aktionen.

02.05.2019