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Segeberg Gibt es das Handyparken bald auch in Bad Segeberg?
Lokales Segeberg Gibt es das Handyparken bald auch in Bad Segeberg?
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20:00 11.06.2019
Mehrere Handy-Apps erleichtern inzwischen die Pakrplatzsuche und kassieren gleichzeitig Gebühren. In Bad Segeberg ist das bislang aber Zukunftsmusik. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Wer kennt das nicht? Man hat in Bad Segeberg einen Termin, will nur schnell sein Auto am städtischen Parkplatz vor der Marienkirche parken und hat kein Kleingeld im Portemonnaie. Hektik. Entweder man nimmt in Kauf, ein Knöllchen vom gnadenlosen Verkehrsüberwacher zu bekommen, oder bittet händeringend Passanten, einem Geld zu wechseln. Da kann es ein guter Service sein, ein Parkticket bargeldlos auch per App zu ziehen. Große Städte in Schleswig-Holstein wie Lübeck und Kiel haben die Möglichkeit bereits, inzwischen gibt es das Handyparken auch in Bad Oldesloe, Eutin oder an Ostseebädern, wie Scharbeutz oder Timmendorf. Nun macht sich auch die Kreisstadt Bad Segeberg auf den digitalen Weg.

Kleingeld vergessen? In Eutin können Autofahrer jetzt schon mit dem Handy die Parkgebühr bezahlen. Beim Verkehrsüberwacher wird das sofort signalisiert. Quelle: Saskia Bücker

Oder denkt wenigstens drüber nach: Nach den Sommerferien soll die politische Entscheidung fallen, ob man das Parken per App einführt. Im Hauptausschuss erklärte jüngst Eike Dehning von dem Verein „Smartparking“, einer Initiative für digitale Parkraumbewirtschaftung, den Politikern wie das funktioniert.

Anderorts kann man auch meist mit EC-Karte oder Kreditkarte seinen Park-Obolus begleichen. In Bad Segeberg geht das nur bar, mit Münzgeld. „Dabei gibt es nahezu ein hundertprozentige Verbreitung von Smartphones bei Autofahrern“, stellt Dehning klar. Der Nutzer lädt eine der sechs verschiedenen App-Anbieter wie „EasyPark“, „ParkNow“ oder „Park and Joy“, die von der Plattform Smartparking vertreten werden, herunter und kann dann per Knopfdruck einen Parkvorgang auslösen. Je nach Wunsch kann der Kunde die Park-Höchstdauer festlegen oder auch nur der App die Möglichkeit geben, über GPS-Ortung seinen Standort zu ermitteln.

In Bad Segeberg geht der Betrieb der Parkautomaten nur mit Münzgeld. Doch jetzt wird auch über das Handyparken nachgedacht Quelle: GLOMBIK

So entfallen unliebsame Überzahlungen und Verwarngelder, wenn man doch länger als erwartet unterwegs ist. Denn für den Fall bekommt der Autofahrer automatisch eine Benachrichtigung aufs Handy und kann die Parkdauer mit dem Smartphone verlängern. Oder aber er verlässt den Parkplatz, die GPS-Ortung registriert die Autofahrt, der Parkvorgang gilt als abgeschlossen. Dehning verspricht: „Wenn der Zahnarzt länger bohrt, dürfen Sie länger auf dem Parkplatz bleiben, ohne dass sie ein Knöllchen bekommen.“

Selbst in Berlin Mitte zahlen noch 70 Prozent bar

Größter Vorteil: Der Autofahrer muss kein Bargeld vorhalten. Wenn er dienstlich unterwegs ist, muss er auch keine Parkbelege sammeln. Das Geld werde monatlich abgebucht. Weder durch die Einführung des Handyparkens noch durch den laufenden Betrieb entstünden der Stadt Kosten. Die Eingewöhnungsphase dauere etwa ein Jahr, zehn Prozent der Parkkunden werden dann mit dem Handy bezahlen. „90 Prozent finden es aber weiterhin super mit Bargeld zu bezahlen“, ist Dehning da nicht blauäugig. Selbst „an den digitalsten Orten der Republik wie in Berlin Mitte“ würden bislang nur 30 Prozent der Parkgebühren mit dem Handy bezahlt. Möglich sei auch, dass die App mit Zusatzfunktionen den Kunden zum nächsten freien Parkplatz führe. Das reduziere den Parksuchverkehr.

Segebergs Parkscheinautomaten bleiben erhalten

Doch woher weiß der Verkehrsüberwacher der Stadt nach Einführung des Systems, dass er dem Handyparker kein Knöllchen hinter den Scheibenwischer stecken darf? Das läuft so: Der Parkwächter findet ein Auto ohne Parkschein vor, gibt das Kennzeichen in sein Gerät ein. Ein Signal zeigt ihm sofort an, dass hier nicht etwa ein Falschparker steht, sondern alles seine Ordnung hat. Kein Mehraufwand für die Stadt, auf den Fahrscheinautomaten werden per Aufkleber die diversen Anbieter kenntlich gemacht, wenn sich die Stadt zu einem Handy-Park-Vertrag entschließen sollte. Für den zusätzlichen Service zahlt allerdings der Autofahrer selbst: Anbieter erheben unterschiedlich hohe Zuschläge auf die kommunale Parkgebühr. Das könnten zwischen zehn und 30 Cent pro Parkvorgang sein. Manche Apps hätten aber auch Bezahl-Abonnements.

Übrigens, Barzahler müssen keine Angst haben: Auch wenn das Handyparken in Bad Segeberg eingeführt werden sollte, die Parkschein-Automaten blieben für Autofahrer mit Münzgeld parallel in Betrieb.

Wolfgang Glombik

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