Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Harter Schlagabtausch über Schadstoffe an der B 206
Lokales Segeberg Harter Schlagabtausch über Schadstoffe an der B 206
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:49 27.04.2018
Gleich neben Dahlmannschule und Gemeinschaftsschule am Seminarweg donnern Lastwagen- und starker Autoverkehr vorbei. Quelle: Foto: Glombik
Bad Segeberg

Viel Rauch um nichts? Dass es auf der B 206 mit immer stärkerem Lastwagen-Verkehr mittenmang durch den Luftkurort Bad Segeberg sicher keine unbedenklichen Schadstoffwerte geben wird, da sind sich alle Parteien und die Wählergemeinschaft BBS einig. Doch Grüne und BBS möchten, dass das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) an der Kreuzung Bahnhofsstraße/B 206 und auf der B 206 Höhe der Gemeinschaftsschule am Seminarweg für den Zeitraum von sechs Monaten die Konzentration von Feinstaub und Stickstoffdioxid misst. Auch soll an mindestens zehn Werktagen die Höhe der Schallemissionen an den beiden Messstellen festgehalten werden.

„Der Populismus dieses Antrags von BBS und den Grünen ist nicht von der Hand zu weisen.Joachim Wilken-Kebeck SPD-Fraktionsvorsitzender

Für Dr. Henning Vollert (Grüne) ist klar, dass es hier zunehmend Durchgangsverkehr gebe. Bereits vor acht Jahren seien in einem amtlichen Gutachten hohe NO2-Werte festgestellt worden, die aber noch unterhalb des Grenzwertes von 40 Mikrogramm lagen. Todesfälle bei Herzkreislauferkrankungen seien auf Langzeitbelastungen mit Stickstoffdioxid zurückzuführen, zitierte Vollert aus Untersuchungen. Auch steige bei Feinstaubbelastung das Risiko, an Alzheimer zu erkranken.

SPD-Fraktionsvorsitzender Joachim Wilken-Kebeck hatte sich schon in den LN kritisch zu dem Antrag von Grünen und BBS geäußert. Er sei deshalb beschimpft worden, beklagt er sich. „Der Populismus dieses Antrags ist nicht von der Hand zu weisen.“ Denn hier werde keine Lösung für das Problem angeboten. Er erwarte, dass die gemessenen Stickstoffdioxidwerte so oder so zu hoch sein werden, auch wenn sie die Grenzwerte nicht überschreiten sollten. Wichtig sei ihm aber klarzustellen, „dass die Grünen entscheidend dazu beigetragen haben“, dass die A 20 immer noch nicht fertig sei. „Sie haben selbst verschuldet, dass die B 206 dort noch langführt“, wandte er sich an Vollert. Er forderte, dass die Grünen sich endlich für den Bau der A 20 einsetzen. „Sonst seien Sie doch so mutig und schlagen Sie vor, ältere Dieselfahrzeuge bis Schadstoffklasse fünf anzuhalten und zur Umkehr zu bewegen!“

Ausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS) mahnte zur Sachlichkeit. Vollert empfand es als „Zumutung“, was die SPD zu dem Thema ablasse. Die Verkehrssituation in Bad Segeberg sei „eine Katastrophe“, aber es sei doch nicht hilfreich, wenn die A 20 am Rande der Südstadt geplant werde. Nicht die Grünen hätten die A 20 gestoppt, sondern das Bundesverwaltungsgericht, „weil die Planung nicht richtig vorbereitet wurde und Gesetze missachtet wurden“. Und nicht die Grünen hätten gegen A-20-Pläne geklagt, sondern die Umweltverbände. Wenn die jetzt favorisierte A-20-Planung realisiert werde, werde die Südstadt vom Verkehr „eingekreist“.

CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert Reher schloss sich der SPD-Kritik im vollen Umfang an. Das sei von BBS und Grünen ein populistischer Antrag, den könne man „klar abbürsten“. Die Grünen hätten lange die Notwendigkeit einer Umgehung bestritten, so Reher. BBS und Grüne hätten keine Lösung. „Sollen wir den Verkehr verlegen oder die Schulen schließen wegen der erhöhten Schadstoffwerte?“

Nur zu messen, sei viel zu kurz gesprungen.

Auch Jörg Röhling (SPD) hat nichts gegen Messungen. „Aber wenn wir feststellen, dass unsere Kinder durch Schadstoffe gefährdet sind, müssen wir uns etwas überlegen.“ Volker Stender (CDU) nannte es „Wahlkampfgetöse“. Und Tödt stellte klar, dass bei Messungen nur die Höhe der Belastung festgestellt werde – „nicht mehr und nicht weniger“. Erst dann könne man über Maßnahmen entscheiden.

Dann schien die erregte Diskussion vergessen. Überraschender, einstimmiger Beschluss: Es soll gemessen werden.

Von Wolfgang Glombik

orhöved/Gönnebek. Die Kreisstraße 40 zwischen Bornhöved und Gönnebek wird von der kommenden Woche an voll gesperrt. Außerhalb der Ortschaften will das Tiefbauamt des Kreises dort die Straßendecke erneuern. Insgesamt sollen die Arbeiten bis Mitte Juni andauern.

27.04.2018

Am „Tag der Arbeit“, Dienstag, 1. Mai, wird auch bei der Müllabfuhr nicht gearbeitet. Darauf weist der Wege-Zweckverband (WZV) hin.

27.04.2018

Die Lage auf dem Segeberger Arbeitsmarkt hat sich weiter verbessert. 6709 Frauen und Männer waren im April ohne Arbeit, was einer Quote von 4,5 Prozent entspricht. Im Vormonat März waren es 4,6, im April 2017 noch 4,8 Prozent.

27.04.2018