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Segeberg Helga Eich malt im Sommer immer draußen
Lokales Segeberg Helga Eich malt im Sommer immer draußen
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21:15 13.08.2013
Atelierbesuch in Hartenholm: In jedem Sommer verwandelt Helga Eich ihren Garten in ein Maleratelier. Quelle: Foto: Domann
Hartenholm

Blumen, kräftige Farbe, große Pinsel — Markenzeichen von Helga Eich. Die Hartenholmerin hat ihren Garten in ein Atelier verwandelt. „Im Garten kann ich mich ausbreiten.

Im Haus kann ich kein angefangenes Bild liegen lassen, doch das Wegräumen ist mir zu aufwändig.“ So richtet sie sich in ihrem Garten ein, Staffelei, Pinsel, Farben, Kaffee, Kekse. Auch einige der Motive wachsen im Garten.

Vor 20 Jahren hat die ehemalige Kauffrau mit der Malerei begonnen. Auslöser war damals eine Mutter-Kind-Kur auf Sylt. Dort hatte der Insel-Maler Günther Winkler einen Aquarellkursus angeboten. „Ich habe mitgemacht und Anemonen gemalt“, erinnert sich die heute 65-Jährige. Schon dort hatte sie sich für kräftige, leuchtende Farben entschieden, sie zeigte sich von ihrem großen Idol Emil Nolde inspiriert.

„Der Sylter Maler war überzeugt von mir und hat mir geraten weiterzumachen“, sagt Helga Eich. Wieder zurück in Hartenholm, schloss sie sich den Malwanderungen von Erich Prohn an. „Allerdings war meine erste Wanderung seine letzte.“ Seit Jahren werden die Wanderungen durch die Landschaft von Claus Koch aus Hartenholm geleitet. „Die Wanderungen haben einen geschult, es wurde jedes Bild kritisch besprochen. Aber ich habe auch Kurse bei Augustin Notke und Angelika Dahmen besucht.“ Über den Freundeskreis konnte sie an Ausstellungen teilnehmen, allein habe sie sich nicht getraut. Ob Blumen, Rapsfelder oder Kornfelder — der Freundeskreis ist aktiv, malt und hütet das Erbe des Hartenholmer Malers.

Malt Helga Eich keine Blumen aus dem Garten, macht sie Fotos von „schönen Situationen“ und bringt diese auf die Leinwand. Häufig hat sie das fertige Bild im Kopf. So wie die Frau am Fenster, die sie gerade malt, in kräftigen Farben und mit dickem Pinsel: „Das Bild ist noch nicht richtig, die Frau sollte leicht und fröhlich sein, im Augenblick ist sie ernst und schwer, fast ängstlich. Das muss ich noch ändern“, sagt sie und erinnert sich an eine andere Begebenheit. Als ihr Sohn neun gewesen sei, habe sie ihn bei einer Malschule angemeldet. Die Ansicht der Mallehrerin sei interessant gewesen: „Sie hatte gesagt, dass die Mütter ihre Kinder zum Malen schickten, weil sie es selbst tun wollten.“

Viele Techniken hat Helga Eich ausprobiert und in Aquarell ihr Metier gefunden. Vor einigen Jahren hat sie angefangen, mit Wasserfarben auf Leinwand zu malen. „Dazu habe ich den Firnis mit Spülmittel und Schwamm abgeschrubbt. So haben Aquarellfarben darauf gehalten. Ich hatte geglaubt, dass ich diese Methode erfunden hätte. Doch die gab es schon lange.“

Froh und frei fühle sie sich beim Malen, manchmal verspüre sie auch ein wenig Frust. So wie jetzt, weil die Dame am Fenster nicht lächeln will. Zwei Jahre haben Bilder Zeit, gefallen sie der Künstlerin dann immer noch nicht, werden sie abgewaschen.

Silvie Domann

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