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Segeberg Omikron-Fall nach 2G-plus-Party in der Disco: 820 Gäste müssen in Quarantäne
Lokales Segeberg

Henstedt-Ulzburg: Omikron-Fall nach Party im Joy - Besucher müssen in Quarantäne

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19:04 29.12.2021
An Heiligabend und am 1. Weihnachtstag fanden in der Diskothek „Joy“ in Henstedt-Ulzburg Partys unter 2G-plus-Bedingungen statt.
An Heiligabend und am 1. Weihnachtstag fanden in der Diskothek „Joy“ in Henstedt-Ulzburg Partys unter 2G-plus-Bedingungen statt. Quelle: Markus Scholz, dpa
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Henstedt-Ulzburg/Bad Segeberg

Auch wenn sie sich an alle Regeln gehalten haben, wird es für rund 820 Besucherinnen und Besucher, die an Heiligabend und am 1. Weihnachtstag an Partys in der Diskothek „Joy“ in Henstedt-Ulzburg teilgenommen haben, ein stilles Silvester werden. Das Gesundheitsamt des Kreises Segeberg ruft sämtliche Gäste auf, sich unverzüglich in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben: Bei mindestens einem Besucher, der sich an beiden Tagen im „Joy“ aufgehalten hat, sei im Nachhinein eine Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus festgestellt worden, teilte Kreissprecherin Sabrina Müller am Mittwochnachmittag mit. Die Quarantäneanordnung gelte unabhängig vom Impfstatus und auch für Personen aus anderen Kreisen oder Bundesländern, stellt Müller klar.

2G-plus-Regel wurde gewissenhaft eingehalten

Die beiden Weihnachtspartys wurden – gemäß der aktuellen Landesvorschriften – unter der 2G-plus-Regel veranstaltet. Alle Gäste waren somit geimpft und konnten einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorlegen. „Nach Einschätzung des Infektionsschutzes sind die Einlasskontrollen, also die Überprüfungen der 2G-plus-Regelung, auch korrekt und gewissenhaft durchgeführt worden“, sagt die Kreissprecherin.

Da bei den zwei Veranstaltungen weder Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden mussten noch Abstandsregeln galten, und die Omikron-Variante darüber hinaus nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen deutlich übertragbarer ist als andere Varianten, werden alle Gäste als enge Kontaktpersonen eingestuft, erklärte Müller.

„Joy“-Chef: „Alles getan, um so eine Situation zu verhindern“

„Joy“-Geschäftsführer Joey Claussen habe am Mittwoch bereits 622 Besucherinnen und Besucher, die ihre Tickets online gekauft hatten, per Mail über die Quarantäneanordnung informiert. Um die 200 weiteren Gäste zu finden und zu informieren, die ihre Tickets an der Abendkasse gelöst hatten, bittet der Geschäftsführer um die Mithilfe der Gäste, die per Mail benachrichtigt worden sind. „Wir haben seit September alle geltenden Vorgaben umgesetzt und unser Möglichstes getan, um eine Situation wie diese zu verhindern“, sagte Claussen am Mittwoch. „Aber wir wussten immer, dass es keine einhundertprozentige Sicherheit gibt und nun müssen wir gemeinsam versuchen, größeren Schaden zu verhindern.“

Claussen rief seine Gäste auch in einem Video in dem Sozialnetzwerk Facebook dazu auf, sich testen zu lassen und die Anordnung des Gesundheitsamtes zu befolgen.

Da die Omikron-Variante des Coronavirus nach bisherigen Erkenntnissen die Immunabwehr von Genesen und auch doppelt Geimpften wohl leicht unterlaufen kann, gelten bei einer Infektion besonders strenge Regelungen. Anders als bei der Delta-Variante gelten Personen, die mit einem Infizierten in einem geschlossenen Raum zusammen waren, automatisch als „enge Kontaktpersonen“ und damit als quarantänepflichtig. Ausnahmen werden auch nicht für Personen gemacht, die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, obwohl die Booster-Impfung nach bisherigen Erkenntnissen einen guten Schutz vor einer Omikron-Infektion bildet. Erschwerend hinzu kommt, dass die Omikron-Quarantäne nicht nach 14 Tagen von selbst endet, sondern durch das jeweilige Gesundheitsamt telefonisch oder schriftlich aufgehoben werden muss.

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Partygäste sollen sich beim Gesundheitsamt melden

Haushaltsmitglieder von „engen Kontaktpersonen“ müssen sich zunächst nicht in Quarantäne begeben, sollten aber freiwillig auf nicht notwendige Kontakte verzichten, erklärt Kreissprecherin Müller. Falls allerdings ein Gast einschlägige Corona-Symptome entwickelt, müssten aber auch alle anderen Haushaltsmitglieder zu Hause bleiben – und dürfen auch keinen Besuch empfangen.

Wer an den Weihnachtstagen im „Joy“ war, sollte sich umgehend mit dem für seinen Wohnort zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzten. Diejenigen, die im Kreis Segeberg wohnen, können dazu den „Online-Anzeigebogen für Corona-Kontaktpersonen“ nutzen, der unter folgendem Link zu finden ist https://www.segeberg.de/F%C3%BCr-Segeberger/Coronavirus/Corona-Formulare/.

Von ov