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Segeberg Seit 1900 in Familienbesitz
Lokales Segeberg Seit 1900 in Familienbesitz
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11:00 16.11.2019
Dunkers Gasthof hat zwar die Adresse „Twiete 2“, die 119 Jahre alte Gaststätte liegt aber trotzdem direkt an der Bundesstraße 432.  Quelle: Lothar Kullack
Mözen

Opa Heinz und Oma Amalie haben hier ihre Goldene Hochzeit gefeiert, Sabine und Dietmar ihre Silberne und Vetter Arno seinen 75. Geburtstag: Es gibt wohl kaum einen Segeberger, der noch nie in seinem Leben in Dunkers Gasthof nach Mözen eingeladen worden ist oder der zumindest jemanden kennt, der dort eine Hochzeit, ein Jubiläum oder den runden Geburtstag feierte. Das Besondere an dieser Gaststätte: Sie ist seit 119 Jahren, seit ihrer Erbauung 1900, in Familienbesitz.

Beliebter Saal für Familienfeiern

„Feiern und Veranstaltungen sind unser wesentliches Standbein“, sagt Dörte Dunker (57), die den Gasthof gemeinsam mit ihrer Schwester Heike und deren Mann Ingo Wachholz betreibt. Man kann auch ganz normal in Dunkers Gasthof speisen, und zwar mittwochs bis sonntags. Zurzeit steht natürlich Grünkohl auf einer Spezialkarte, aber auch Rumpsteak oder typisch holsteinische Gerichte können bestellt werden. Familie Dunker-Wachholz vermietet auch Zimmer. „Die sind aber vor allem nach Feiern oder zur Karl-May- oder SHMF-Festivalzeit gefragt“, sagt Dörte Dunker.

Die Zukunft liegt an der Straße

Haupteinnahmequelle ist der Saalbetrieb. Das war vor mehr als 100 Jahren, als August und Caroline Schramm, die Urgroßeltern der Dunker-Schwestern, den Gasthof gründeten, noch anders. Eine erste Gaststätte hatte bis 1899 mitten im Ort gestanden, dann brannte sie ab. „Die Zukunft liegt an der Straße“, sagte der Urgroßvater laut Überlieferung weitsichtig und baute die neue Gaststätte direkt an die Hamburger Chaussee, der heutigen Bundesstraße 432. Für Pferdefuhrwerke war die Chaussee damals die beste Verbindung in die Hansestadt. Der Autoverkehr steckte noch in den Anfängen. Die Autobahn 1 zwischen Hamburg und Lübeck, die erste deutsche Autobahn, folgte erst in den 30er Jahren.

Langfristig hatte August Schramm mit seinem Spruch von der Zukunft an der Straße natürlich Recht – aber die Mözener sahen es zur Jahrhundertwende anders. Warum sollten sie so weit aus dem Ort hinaus gehen, wenn sie in die Gaststätte wollten ? Sie blieben anfangs ganz einfach weg. Doch auch da hatte Urgroßvater Schramm eine findige Idee: Er stellte ein Grammophon ins Fenster und spielte ganz laut Musik. Das lockte die Mözener an - ein Grammophon hatte zu dieser Zeit noch längst nicht jeder.

Erwähnt bereits 1137

Seit wann es den Ort Mözen tatsächlich gibt, weiß man nicht genau; urkundlich erwähnt wurde die Gemeinde jedenfalls erstmals 1137 als „Mozinke“. Heute hat Mözen 438 Einwohner.

Außer Dunkers Gasthof gibt es noch das Landcafé zu den Linden, das auch mit Kunstausstellungen von sich reden macht sowie die weithin bekannte Fischräucherei Teegen. Hier drehte schon Natalia Wörner eine Folge ihrer Krimireihe „Unter anderen Umständen“. Direkt am malerischen Mözener See liegt die Jugend-Bildungsstätte Haus Rothfos.

Nebenher betrieben die Dunkers Landwirtschaft

Gaststätte und Landwirtschaft florierten, auch als später die Großeltern Willy und Anna Dunker, geborene Schramm, den Gasthof übernahmen. In den 60ern folgten dann Kurt und Elfriede Dunker, die Eltern der heutigen Betreiber-Schwestern. Auch sie unterhielten noch nebenher ihre Landwirtschaft, bis in die frühen 70er Jahre hinein. „Doch dann konzentrierten sie sich auf die Gaststätte“, sagt Dörte Dunker. „Früh hoch in der Landwirtschaft und abends die Gaststätte lange geöffnet, das passte einfach nicht zusammen.“

Mit ihrer Schwester Heike und deren Mann Ingo trat sie 1988 auf den Plan. Und wie schon zu Zeiten der Eltern, sind vor allem Feiern und Jubiläen die wichtigste Einnahmequelle. Die Familie Dunker-Wachholz hat eine Festangestellte und je nach Aufwand bei der Saalvermietung noch mehrere Hilfskräfte.

Schon als kleine Mädchen in der Gaststätte zu Hause

Die Schwestern haben bereits als kleine Mädchen den Gaststättenbetrieb mitbekommen. Was hat sich seitdem geändert? „Die Anspruchshaltung ist eine andere geworden. Jeder will etwas besonderes, was es für uns nicht leichter macht“, sagt Dörte Dunker. „Und Sie glauben gar nicht, was es heute alles für Allergien gibt, auf die wir achten müssen“, ergänzt ihrer Schwester Heike. „Pilz- und Zwiebelallergie – gut und schön. Aber wir haben auch schon von einer Eisallergie gehört.“ Schmunzelnd nehmen die Schwestern das in Kauf – der Kunde ist König, und der Gast hat immer recht.

Von Lothar Hermann Kullack

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