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Segeberg Hitze: Auflagen für Grillen und offenes Feuer immer strenger
Lokales Segeberg Hitze: Auflagen für Grillen und offenes Feuer immer strenger
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21:28 01.08.2018
Im Wildpark Eekholt kommt die Bratwurst nur noch auf den Elektrogrill. Holzkohle ist derzeit tabu, für Besucher Aqil Said völlig in Ordnung. Quelle: Foto: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

Das Risiko ist zu groß, die Gefahr von Bränden wird offen kommuniziert. So hängen im Wildpark Eekholt Zettel, die auf ein strikt einzuhaltendes Rauchverbot hinweisen. Zudem herrscht ein Grillverbot mit Holzkohle: „Wegen der lang anhaltenden Trockenheit ist die Waldbrandgefahr immens angestiegen. Bis auf Weiteres kann deshalb an unseren Grillplätzen nicht mehr mit Holzkohle gegrillt werden“, heißt es. Die Wildparkleitung hat alternativ Elektrogrills angeschafft, die genutzt werden können. „Das ist eine Superidee. Wir verzichten gern auf Holzkohle. Elektro ist genauso gut. Schließlich geht es um Sicherheit“, lobt Aqil Said, der zu einer Lübecker Geburtstagsgruppe gehört, die sich im Park einen Grillplatz gemietet hat.

In Eekholt weisen Schilder auf ein generelles Rauchverbot hin.

Das Abschlussfeuerwerk beim Stadtwerke-Sommerfest querbeeet am 5. August in Norderstedt muss ausfallen, teilt Oliver Weiß, Sprecher der Stadtwerke Norderstedt, mit. Und Petra Buthmann vom Amt für Stadtplanung der Stadt Bad Segeberg vergibt derzeit keine Grillplätze mehr. Möchte jemand die öffentlichen Plätze an Schackendorfer Brücke und Hamdorfer Weg nutzen, muss das reserviert werden.

„Sitzen und Picknicken ist natürlich erlaubt, aber offenes Feuer ist untersagt“, erklärt sie die Absprache mit Gemeindewehrführer Mark Zielinski. Seit einer Woche etwa herrscht diese Vorsichtsmaßnahme. „Andere Gemeinden waren noch stärker betroffen als wir. Aber so langsam ist uns das Risiko zu hoch“, sagt Buthmann. Wildgriller könne man natürlich nicht beeinflussen.

Die Brandgefahr hat sich nur minimal entspannt. „In der vergangenen Woche hatten wir flächendeckend Waldbrandstufe vier“, sagt Kreisfeuerwehrsprecher Sönke Möller. Gestern lag sie für den Kreis zwischen zwei und drei, heute wieder zwischen drei und vier. Der Deutsche Wetterdienst passt die Waldbrandstufen täglich an. Ab Stufe drei darf die zuständige Behörde den Wald sperren.

Im Wibo-Jugendzeltlager am Mözener See bei Wittenborn wird derzeit auf das beliebte Stockbrot am Lagerfeuer und die Bratwurst vom Grill verzichtet aus eben diesen Gründen. „Dafür schmeißen wir den Pizzaofen an oder backen Waffeln, das kommt genau so gut an, ist aber ungefährlicher, jetzt wo alles so trocken ist“, sagt die derzeitige Leiterin Mara Brüggmann.

Im Forstrevier Glashütte wird derweil auch schon mal Patrouille gefahren. Demnächst sollen Schilder aufgehängt werden, die vor der Waldbrandgefahr, etwa durch Zigarettenkippen, warnen sollen, bestätigt Revierförster Matthias Sandrock. „Ich habe aber das Gefühl, die Leute, die hier unterwegs sind, sind vernünftig geworden.“ Auch andernorts ist man derzeit wachsam: Offenes Feuer und Grillen in öffentlichen Grünanlagen und am Strand sind zum Beispiel in Timmendorfer Strand ohnehin verboten. Durch die Hitzewelle schaut das Ordnungsamt dort dieser Tage jedoch genauer hin. Grillverbote gibt es auch schon. In Hannover hat die Stadt zum Wochenbeginn dazu aufgerufen, in öffentlichen Anlagen möglichst keine Einweggrills zu verwenden, nur feuerfeste Geräte. Inzwischen gilt ein Verbot, wie auch in anderen Großstädten, unter anderem Frankfurt, Braunschweig und Potsdam.

Es gebe nicht nur die erhöhte Brandgefahr, so Möller. Im Kreis Segeberg befürchten alle Gemeinden mit Badeseen wegen des Algenwachstums, dass Badestellen sperrt werden müssen. „Dieses Problem könnte auf uns zukommen.“ Der Hamburger Senat teilt zudem mit, dass es in Waldflächen und unter Einzelbäumen verstärkt zu unvorhersehbaren Astabbrüchen kommen kann. Im Kreis Stormarn, in Groß Großhansdorf, ist das am Dienstag bereits passiert.

Von Heike Hiltrop und Irene Burow