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Segeberg Illegale Vogelfalle: Jagdverband spricht von „haltloser Vorverurteilung“
Lokales Segeberg Illegale Vogelfalle: Jagdverband spricht von „haltloser Vorverurteilung“
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08:49 16.02.2019
Polizei auf dem Hof eines Mannes, der illegal Greifvogelfallen aufgestellt haben soll. Quelle: Hiltrop
Kiel/Groß Kummerfeld

Die Nachricht von dem Sperber, der aus einer verbotenen Greifvogelfalle auf einem Grundstück in Groß Kummerfeld befreit werden konnte, schlägt hohe Wellen: Nach dem Polizeieinsatz am Mittwoch bei einem 76-Jährigen, der nun im Verdacht der Wilderei steht (die LN berichteten), hatte der Verein „Komitee gegen den Vogelmord“ verlauten lassen, dass solche Taten vor allem von Gefügelhaltern und Jägern begangen würden. Das sei eine „haltlose Vorverurteilung“, sagt jetzt der Landesjagdverband. Anders als von dem Vogelschutzverein behauptet, habe es sich bei dem mutmaßlichen Greifvogelfänger nicht um einen Jäger gehandelt, stellt Geschäftsführer Marcus Börner klar.

Der Landesjagdverband habe zudem ein sehr großes Interesse an der Aufklärung solcher Fälle. „2008 haben wir mit dem Umweltministerium und dem ornithologischen Arbeitskreis zusammen die Kieler Erklärung zum Greifvogelschutz unterschrieben", betont Börner. Es seien Jäger gewesen, die die letzten Seeadlerhorste geschützt hätten und in dem Bereich aktiv geworden seien. „Das Rotmilan-Monitoring haben wir auch gemacht. Und wir sind seit vielen Jahren im Artenschutz aktiv.“ Er wolle nichts schönreden, aber der Landesjagdverband wehre sich ausdrücklich gegen die Vorverurteilung durch das Komitee gegen den Vogelmord.

Börner selbst hat unlängst ebenfalls per Mail einen anonymen Hinweis aus Groß Kummerfeld bekommen. „Uns wurde mitgeteilt, dass dort jemand mit Fallen unterwegs sein soll. Das klang jedoch alles sehr bizarr, denn es war auch die Rede davon, dass auf besagtem Grundstück nachts eine Frau mit Axt und Pistole herumlaufe“, sagt Börner. Er habe geraten, sich an die Polizei zu wenden.

Heike Hiltrop