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Segeberg „Illegales Autorennen“ forderte Rettungskräfte
Lokales Segeberg „Illegales Autorennen“ forderte Rettungskräfte
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13:45 10.07.2019
Übung: Ein Baumstamm hatte ein Fahrzeug unter sich begraben. Keine Rettung gab es für Fahrer und Beifahrer. Quelle: Petra Dreu
Bad Segeberg

Ein illegales Autorennen mitten in Bad Segeberg: Zwei Fahrzeuge, besetzt mit jeweils sechs jungen Leuten, haben das Gelände am Antikschuppen neben den Bahnschienen zur Rennstrecke erklärt. Es kommt, wie es kommen muss: Die Fahrer beider Fahrzeuge verlieren bei der hohen Geschwindigkeit die Kontrolle. Ein Baumstamm eines mit Holz beladenen Güterzuges löst sich, stürzt auf einen Opel-Astra und erschlägt Fahrer und Beifahrer. Das andere Fahrzeug, ein VW-Golf, überschlägt sich und kommt seitwärts an einer Mauer zum Stehen. Schwerverletzte Menschen schreien um Hilfe.

Es war Gott sei Dank nur eine Übung, die am Dienstagabend gegen 19.20 Uhr die Feuerwehr Bad Segeberg, Notärzte und den DRK-Rettungsdienst gefordert haben. 51 Feuerwehrleute und 36 Rettungsassistenten und Notärzte waren vor Ort und arbeiteten die unterschiedlichen Aufgaben ab, die sich ihnen auf dem Gelände neben den Bahnschienen gestellt haben. Ausgearbeitet hatte die Übung für die Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein Sven Ehmcke, der gleichzeitig auch Feuerwehrmann in Wahlstedt ist.

Übung wurde lebensnah inszeniert

Täuschend echt wirkten die Verletzten, die nicht nur um Hilfe schrien, sondern bei denen splitterndes Glas klaffende Wunden verursacht hatte, aus denen Blut quoll. Größere Glassplitter ragten aus Armen und Beinen. Hätten man nicht gewusst, dass es „nur“ eine Übung war, hätte wahrscheinlich niemand vermutet, dass diese „Verletzten“ gespielt sind. Auf ihre Rolle vorbereitet und geschminkt sind die Statisten vom DRK Bad Bramstedt geworden.

Die Feuerwehrleute, die mit 17 Fahrzeugen vor Ort waren, haben bei der Übung unter der Leitung von Axel Pottkamp alle Register gezogen. Immer wieder mussten sie einen unter Schock stehenden Insassen des ersten Fahrzeugs einfangen, das zuallererst von dem Baumstamm befreit werden musste. Anstatt den Stamm zu zerschneiden, schleppten die Feuerwehrleute einen weiteren Stamm herbei, um mittels Hebelwirkung das vorne völlig demolierte Fahrzeug von der schweren Last zu befreien. Erst nachdem das Fahrzeugdach mithilfe einer hydraulischen Schere aufgeklappt werden konnte, konnten vier Verletzte gerettet und versorgt werden.

Bilder vom Einsatz

Besonders schwierig gestaltete sich die Rettung der drei Schwer- und weiteren drei Leichtverletzten des zweiten Fahrzeuges, aus dem anfangs auch noch dichter Qualm aufstieg. Um die Insassen zu befreien, blieben den Feuerwehrleuten nur die Fensteröffnungen. Mithilfe einer Arbeitsbühne schafften sie aber auch das. Und weil gleich nebenan ein voller Gastank stand, kühlten weitere Feuerwehrleute den Tank mit Wasser ab.

Feuerwehr und Rettungsdienst arbeiteten Hand in Hand

Das Geschehen beobachteten viele Stadtvertreter, die sich vom Können der Feuerwehr überzeugen konnten. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir diese professionelle Hilfe haben. Unsere Feuerwehr und auch der Rettungsdienst sind großartig. Alles läuft Hand in Hand. Ich bin schwer beeindruckt“, sagte etwa Bürgervorsteherin Monika Saggau.

Lob für die Feuerwehrleute und Einsatzleiter Axel Pottkamp gab es auch von Wehrführer Mark Zielinski, der das Geschehen genau beobachtete. „Bahnstrecke sperren, Primagas, Ordnungsamt und Bürgermeister sowie den Notfallmanager der Deutschen Bahn verständigen und die vielen Verletzten – diese Übung war wirklich eine Herausforderung“, sagte der Wehrführer. Besonders die Rettung der Verletzten im zweiten Fahrzeug habe es in sich gehabt. Zielinski: „Sechs Verletzte und nur zwei kleine Zugänge: Das war Champions League.“

Petra Dreu

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