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Segeberg In Itzstedt steht der neue Breitband-Knotenpunkt
Lokales Segeberg In Itzstedt steht der neue Breitband-Knotenpunkt
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23:30 27.11.2013
Gestern musste für den Glasfaser-PoP in Itzstedt noch gebuddelt werden: Vom nahen Tennisclub führte noch eine Leitung heran. Quelle: Fotos: Kullack
Itzstedt

Das Herz der Itzstedter Breitbandversorgung steht: Der „PoP — Point of Presence“ hinter der Feuerwehr auf dem Gelände der Amtsverwaltung ist der Knotenpunkt für die Versorgung aller 900 Haushalte. Fast aller, denn das Gebiet zwischen Grenzweg und Johannsmoor kann laut Ralf Pütz, Geschäftsführer von „Unser Ortsnetz“ (UO), nur erschlossen werden, wenn sich auch dort noch 60 Prozent der Haushalte bereit erklären sollten.

Und das steht ebenso dahin wie die Zahlen der Haushaltsabdeckung in Groß Niendorf und Sievershütten, wo „Unser Ortsnetz“, eine Tochter des Großunternehmens Deutsche Glasfaser, gerade begonnen hat, die Nachfrage zu ergründen. „In Groß Niendorf sind wir mit 34 Prozent gleich zu Anfang aber schon gut davor“, sagt Pütz.

Sein Unternehmen hat große Ziele: Nach Groß Niendorf und Sievershütten will man sich über Leezen und Todesfelde weiter in Richtung Nordosten bewegen und letztlich auch Kunden in Fahrenkrug, Groß und Klein Rönnau gewinnen. Um die Basis für die Breitbandversorgung von 8500 Haushalten zu schaffen, wären laut Pütz über zehn Millionen Euro notwendig — im Schnitt 1300 Euro pro Wohneinheit. „Das geht nur unter optimaler Ausnutzung der Gegebenheiten.“

Inzwischen, so der UO-Geschäftsführer, würden alle Kunden mit einer Leistung von 100 MBit/Sekunde bei Down- und Upload versorgt — „auch wenn sie nur 50 Mbit angekreuzt haben“. Denn die 100 Megabit seien inzwischen der technische Standard. Wozu diese Geschwindigkeiten? Pütz rechnet vor, dass schon eine vierköpfige Familie mit zwei Internet-Fernsehkindern schnell an diese Grenzen stoße:

„Der Bandbreitenhunger dürfte sich künftig alle zwei Jahre verdoppeln.“

Begonnen hatte „Unser Ortsnetz“ im Kreis mit dem Firmensitz Oering (70 Prozent der Haushalte), Wakendorf II (83 Prozent) und Seth. Geschäftsführer Pütz zu den Zukunftszielen: „Unser Ortsnetz als Tochter der Deutschen Glasfaser möchte weiteren 26 Gemeinden im Kreis Segeberg flächendeckend die Chance geben, kostenfrei zu einem hochmodernen Glasfaseranschluss zu kommen.“ Kostenfrei deshalb, weil die Kommune nichts zahlen muss; dafür verpflichtet sich der Endkunde, mindestens zwei Jahre seine Monatsgebühr zu entrichten. Bad Segeberg und Wahlstedt sollen bei den Zukunftplänen von „Unser Ortsnetz“ nicht ausgeklammert werden. „Was die Versorgung angeht, ist auch das für uns ländlicher Raum“, sagt Pütz.

Lothar Hermann Kullack