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Segeberg Investor Mumme: „Alle haben gewusst, was sie kaufen“
Lokales Segeberg Investor Mumme: „Alle haben gewusst, was sie kaufen“
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22:43 08.02.2017
Der Weg (links) soll zum 50-Häuser-Baugebiet führen. Die großen Kastanien an der Planstraße möchte Investor Falko Mumme erhalten. Quelle: Foto: Glombik
Klein Rönnau

Investoren-Schicksal: Auf dem Bad Segeberger Wochenmarkt sei er dauernd auf sein geplantes Neubaugebiet in Klein Rönnau angesprochen worden, verrät Falko Mumme.

Streit um Straße zum geplanten 50-Häuser-Baugebiet ist heute Thema in der Gemeindevertretersitzung Klein Rönnau – Keine zweite Zufahrt in Sicht.

Was ihn freut: Es hagelte meist Zustimmung („bestimmt 95 Prozent“). Zehn Anfragen täglich gebe es wegen der Baugrundstücke.

Doch nicht alle sind gut zu sprechen auf den „Bau-Löwen mit Bodenhaftung“, der in örtlichen Vereinen und Kommunalpolitik mitwirkt. An seinem Bauvorhaben mit 50 Einfamilienhäusern in zweiter Reihe am Chausseebaum in Klein Rönnau scheiden sich die Geister. Wie mehrfach berichtet, protestieren Anwohner vor allem gegen die Verkehrserschließung der neuen Siedlung. Die Zufahrtsstraße soll nicht – wie ursprünglich geplant – südlich, nahe der Trave-Apotheke, sondern mittenmang zwischen ihren zwei Wohnblöcken verlaufen. Lärm wird befürchtet.

Bislang gibt es hier nur eine Auffahrt zu den Carports hinter den Wohnblöcken. Heute steht der 50-Häuser-Bebauungsplan auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung (20 Uhr im Haus Rönnau). Die vorangegangene Ausschusssitzung soll wegen der Proteste chaotisch verlaufen sein. Mumme ist selbst Gemeindevertreter und damit befangen, wird bei „seinem“ Tagesordnungspunkt draußen bleiben.

Einige Anwohner am Chausseebaum, die sich über den Tisch gezogen fühlen, wollen zur Sitzung kommen. Auf LN-Nachfrage wehrt sich Mumme gegen Vorwürfe, er habe die Senioren der Siedlung, denen er vor Jahren die Wohnungen verkaufte, nicht über die geplante Eigenheimsiedlung nebenan informiert. Mumme: „Ich habe allen Interessierten eine Flurkarte gegeben. Alle haben gewusst, was sie kaufen.“ Er habe damals auch gesagt, dass er 2025 auf den Flächen nebenan den Bau einer Siedlung plane. „Nun passiert es eben früher.“ Er müsse sich deshalb nicht als „Betrüger“ beschimpfen lassen, sagt er. Der Flächennutzungsplan liege seit Jahren auf dem Tisch, da könne sich jeder informieren, was dort auf der Fläche zu erwarten sei.

Selbst für die Anwohner der altengerechten Wohnsiedlung könne das Bauvorhaben übrigens Vorteile haben. Die Anwohner hätten derzeit offiziell gar keinen Weg zu ihren Carports. Die Zufahrt gehöre ihm, so Mumme. Nach seiner Darstellung habe er 2013 ein Wegerecht angeboten. Dafür sollten die Anwohner auch einen Teil der Unterhaltungskosten übernehmen. Passiert sei nichts. Dient die Zufahrt nun bald als Straße für das neue Wohngebiet, werde sie in eine Straße für alle umgewidmet. Damit kämen die Anwohner zu ihren Carports – rechtlich einwandfrei.

Eine andere Zufahrt scheitert am Geld: Dreimal habe es Verhandlungen mit dem Eigentümer eines Feldweges südlich der Trave-Apotheke gegeben. 600 Quadratmeter für eine alternative Zufahrt: 250000 Euro sollte er dafür zahlen, im Wert zweier Baugrundstücke, sagt Mumme. Das entspreche über 400 Euro pro Quadratmeter, rechnet er vor. „Ich bin nicht bereit, so viel Geld hinzulegen, der Bodenrichtwert in Klein Rönnau liegt derzeit bei etwa 120 Euro. Allein die Erschließungskosten betragen 90 Euro pro Quadratmeter.“

Den LN gegenüber hatte der Landeigentümer keine Zahlen genannt, aber versichert, dass seine Fläche „bezahlbar“ sei. Immerhin: Beide Parteien sind weiterhin gesprächsbereit.

 Wolfgang Glombik