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Segeberg Iraner nach Messerangriff vor Gericht
Lokales Segeberg Iraner nach Messerangriff vor Gericht
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17:18 20.12.2018
Der Angeklagte muss sich vor dem Kieler Landgericht verantworten – er schweigt zu den Vorwürfen. Quelle: dpa
Kiel/Boostedt

Seit Donnerstag muss sich ein 32-jähriger Iraner wegen versuchten Totschlags vor dem Kieler Landgericht verantworten. Der in U-Haft sitzende Angeklagte soll am 20. Juni dieses Jahres einem afghanischen 20-jährigen Mitbewohner vier Stiche in die Brust versetzt haben, nachdem dieser während des lautstarken Gerangels im Gemeinschaftsraum das einzige TV-Gerät außer Funktion gesetzt hatte. Er habe den Fernseher „kaputt geschlagen“, um die Situation zu beruhigen, erklärte das Opfer vor Gericht. Im Raum hätten sich Angehörige verschiedenster Nationalitäten aufgehalten, darunter auch Kinder.

Während des Spiels Iran gegen Spanien schlugen die Emotionen hoch, nachdem sich mehrere Afghanen auf die Seite der favorisierten Spanier geschlagen hatten. Der Spielverlauf löste bei den gegnerischen Parteien eine Achterbahnfahrt der Gefühle aus: Kurz vor der Tat (laut Anklage um 21.10 Uhr) hatten die Spanier das 1:0 geschossen. Unmittelbar zuvor verpassten die Iraner knapp das Führungstor, ihr Ball landete im Außennetz. Ein weiterer Schuss traf das Tor, doch der Treffer wurde den Iranern wegen Abseitsstellung per Videobeweis aberkannt.

Angeklagter schweigt

Der mutmaßliche Messerstecher schweigt nach Angaben seines Verteidigers zu dem Vorfall und macht bis auf weiteres keine Angaben zu seiner Person. Bei dem 32-Jährigen soll die Polizei die Tatwaffe sichergestellt haben.

Erst eine größere Zahl von Beamten konnte die zweite Schlägerei beenden, die sich nach dem plötzlichen Abbruch der Fernsehübertragung draußen vor dem Gebäude entwickelt hatte.

Laut Staatsanwaltschaft stach der Angeklagte nicht nur den um einen Kopf kleineren Afghanen nieder – er verletzte auch noch einen weiteren Zeugen, der schlichtend eingreifen und ihn von dem schwer verletzten Opfer wegziehen wollte. Der zweite Zeuge wurde am Kinn verletzt, ein dritter kam mit einem Kratzer im Nacken davon.

Hauptzeuge spricht von „Missverständnis“

Für Irritationen sorgte ein bisheriger Hauptbelastungszeuge (30), der den Angeklagten laut Polizeiprotokoll als Täter identifiziert haben wollte. Der Afghane rückte überraschend von seiner damaligen Aussage ab und sprach von einem Missverständnis. Im Januar will das Gericht dazu den Vernehmungsbeamten und den Dolmetscher hören. Die 35. Große Strafkammer hat zur Aufklärung des Vorfalls drei weitere Verhandlungstage angesetzt.

Der verletzte Afghane wurde nach dem Vorfall von Boostedt nach Neumünster verlegt. Zur Tatzeit waren in Boostedt rund 1200 Menschen untergebracht. In die Schlagzeilen geriet die ehemalige Kaserne zuletzt Anfang Oktober, nachdem dort ein 20-jähriger Bewohner einen 32-jährigen Landsmann im Streit angegriffen und schwer verletzt hatte. Das Opfer wurde mit Stichverletzungen in einer Klinik notoperiert.

Thomas Geyer

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