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Segeberg Itzstedter helfen Flüchtlingen
Lokales Segeberg Itzstedter helfen Flüchtlingen
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20:28 08.11.2014
Die vielen Flüchtlingsfamilien, die nach Deutschland kommen, benötigen Betreuung und Unterstützung. Quelle: dpa
Itzstedt

Schritt für Schritt geht es voran bei den Bemühungen im Amt Itzstedt, die dort zugewiesenen Asylbewerber nicht nur angemessen unterzubringen, sondern sie auch sinnvoll zu betreuen. Nach dem zweiten „runden Tisch“ mit Freiwilligen, die dabei helfen wollen, zieht Torge Sommerkorn, der Leiter der Ordnungsamtes, eine positive Bilanz. Derzeit verfügt er über 18 Ehrenamtler — er nennt sie „Begleitlotsen“.

Drei Helferkreise bestehen zurzeit, die sich auf bestimmte Orte konzentrieren. Der erste betreut die Asylbewerber, die in Itzstedt Aufnahme finden, der zweite konzentriert sich auf die in Tangstedt Unterzubringenden und der dritte um die Sülfelder Asylbewerber. Ins Haus Adele in Itzstedt zieht demnächst ein Paar ein, die Frau ist schwanger. Dann leben dort zehn Syrer. Pastor Ekkehard Wulf aus Nahe ist Sommerkorns Hauptansprechpartner. Am Beispiel des syrischen Paares, das erwartet wird, macht er deutlich, worum sich seine „Begleitlotsen“ beispielhaft kümmern sollen: Die Frau ist schwanger. Sie braucht also Hilfe bei der ärztlichen Betreuung, jemanden, der ihr Kontakt zu einer Hebamme verschafft. Dann benötigt das Paar eine Babyausstattung, alles praktische Dinge, die für Deutsche selbstverständlich sind, für Fremde aber Probleme darstellen.

Sein Helferkreis sei offen. Er könne jederzeit durch Freiwillige erweitert werden. Wichtig sei ihm, dass die Helfer sensibel sind. Im Gegensatz zu früher kämen heutzutage viele Flüchtlinge, die gebildet und technisch versiert seien. „Viele können besser Englisch als wir und fragen zuerst nach W-Lan“, sagt Sommerkorn. Das seien keine Hinterwäldler, wie man klischeehaft denken könnte, denen man erst mal die Haustechnik erklären müsse. „Das ist durchaus eine neue Qualität von Asylbewerbern“, sagt er. „Wir haben denen gegenüber keinen Erziehungsauftrag, wir wollen ihnen auf Augenhöhe begegnen.“ Man müsse „ein bisschen multikultureller“ an die Aufgabe herangehen. Hinzu komme, dass viele Flüchtlinge traumatisiert seien. Umso froher ist Sommerkorn, dass „seinen“ Begleitlotsen dies bewusst sei. Da sein Helferkreis offen sei, seien neue immer willkommen. Motto: „Jeder kann etwas, wovon die Flüchtlinge profitieren können.“

In Itzstedt werden demnächst zehn Flüchtlinge leben. Vor allem Mitglieder der Kirchengemeinde Nahe (sie hat Erfahrungen mit Asylbewerbern), aber auch aus Itzstedt und Kayhude kümmern sich um sie. Die Flüchtlinge, die in Tangstedt untergekommen sind, werden von einem seit längerem dort bestehenden Team rund um eine verdiente DRK-Helferin betreut. Sommerkorn: „Da gibt es ein funktionierendes System.“

Die Sülfelder Flüchtlinge werden von Sülfeldern, Sethern und Oeringern betreut. Sommerkorn bedauert, dass dort die Pastorenstelle vakant ist, „aber die Kirchengemeinde funktioniert auch so“.

Insgesamt werden im Amt Itzstedt 54 Menschen betreut, davon 19 in Tangstedt, 20 in Kayhude, Nahe, Itzstedt und 15 in Sülfeld und Oering.

Wie gestern in den LN berichtet, will der Kreis künftig die Kosten für die Betreuung der Flüchtlinge übernehmen — bisher sind die Ämter und Kommunen damit allein gelassen worden.

Eine halbe Stelle zur Koordination der Helfer wäre eine gute Lösung, sagt der Mann vom Ordnungsamt, der diesen Job derzeit zusätzlich zu seinen eigentlichen Aufgaben ausübe. Wie geht es weiter?

Sommerkorn: „Jetzt müssen wir Helferkreise festigen, sie schulen, zum Beispiel über das Asylrecht.“ Aber auch ganz konkret könne vieles geleistet werden. Wie wird Müll getrennt, wo kann man einkaufen, wo ist die Kleiderkammer, wie kommt man an Möbel — alles banal, aber wichtig. Am wichtigsten aber ist die Sprache. Umso glücklicher ist Sommerkorn, dass in Tangstedt so viele Spenden eingegangen sind, dass die dortige Volkshochschule kostenlos Deutschkurse für Asylbewerber anbieten kann. Auch der Kreis fördert — wie gestern berichtet — ab 2015 die Sprachförderung.

Wer ebenfalls helfen möchte, etwas spenden kann oder selber mitwirken möchte, erreicht Torge Sommerkorn unter ☎ 04535/509-146.

Christian Spreer

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