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Segeberg 8000 Ratsuchende bei Verbraucherzentrale Norderstedt
Lokales Segeberg 8000 Ratsuchende bei Verbraucherzentrale Norderstedt
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14:30 27.06.2019
Sie stehen Verbrauchern mit Rat und Tat zur Seite, die sich informieren und beraten lassen wollen oder schlicht übers Ohr gehauen wurden: Margrit Hintz (links) und Heike Vogel von der Verbraucherzentrale in Norderstedt. Foto: Fuchs Quelle: Burkhard Fuchs
Norderstedt/Kreis Segeberg

Die Zahl der Ratsuchenden wächst kontinuierlich, nur ihre Problemstellungen änderten sich, erklärt Margrit Hintz vom Landesvorstand der Verbraucherzentrale. „Immer mehr Verbraucher suchen unsere Hilfe, weil sie im Internet windigen Verkaufsstrategien zum Opfer gefallen sind.“

Allein die Norderstedter Verbraucherzentrale, neben denen in Lübeck, Kiel, Flensburg und Heide eine von fünf in Schleswig-Holstein hätten voriges Jahr 8122 um Rechts- und Kaufberatung gebeten, weil sie sich übers Ohr gehauen fühlten oder genau dies vermeiden wollten. Das waren fünf Prozent mehr als im Jahr davor. Hinzu kamen 1113 Bürger, die die Veranstaltungen und Vorträge der Verbraucherzentrale aufgesucht haben.

Etwa ein Drittel von ihnen kommt aus dem gesamten Kreis Segeberg, weil nur die Schuldner-und Insolvenzberatung der Verbraucherzentrale noch in Bad Segeberg, Kaltenkirchen, Bad Bramstedt und Bornhöved angeboten wird. Wer eine Rechtsberatung zu seiner Heizkostenabrechnung, einer Versicherung oder einem abgeschlossenen Handy-Vertrag braucht, muss sich an Heike Vogel und ihr dreiköpfiges Team in der Ratshausallee 38 in Norderstedt wenden.

Problematische Smartphone-Verträge

Gerade bei dem Verkaufen ihrer Smartphone-Verträge würden manche Verkäufer immer dreister, klagt Verbraucherschützerin Heike Vogel. So habe sich eine ältere Dame aus dem Kreis Segeberg an sie um Hilfe gewandt, weil ihr plötzlich ein neuer Handy-Tarif angedreht worden sei, der sie zwei Jahre lang 70 Euro im Monat hätte kosten sollen. „Dabei wollte die Seniorin nur eine Prepaid-Karte für ihr altes Handy haben, damit ihre Kinder sie im Urlaub erreichen konnten.“

140 000 Euro aufgewendet

Die Verbraucherzentrale in Norderstedt hat 2018 rund 140.000 Euro aufgewendet. Davon haben die Ratsuchenden mit ihren Gebühren rund 80.000 Euro und die Stadt Norderstedt 30.000 Euro getragen. Der Rest wurde durch Zuschüsse von Bund, Land und anderen Institutionen übernommen.

Kontakt: Verbraucherzentrale Norderstedt, Rathausallee 38, Telefon: 040/5238455, E-Mail: vogelh@vzsh.de, Homepage: www.vzsh.de

Obendrein hätte der gewiefte Verkäufer ihr auch noch einen neuen Anschluss für ihr Festnetz-Telefon angedreht. „Zum Glück konnten wir erreichen, dass diese Verträge wieder gekündigt werden konnten“, erklärt Heike Vogel. Das hänge aber auch von der Kulanz der Telefonanbieter ab. Denn ein Widerrufsrecht für Verträge bestehe nur, wenn sie am Telefon oder im Internet abgeschlossen würden, nicht wenn der Kunde sie direkt im Geschäft unterzeichnet hätte. „Das wissen nur leider die wenigsten“, sagt Margrit Hintz. Darum plädiere die Verbraucherzentrale dafür dass das Widerrufsrecht von 14 Tagen grundsätzlich für alle Arten von Verbraucherverträgen gelten solle.

Ärger mit Schlüsseldiensten

Ganz schlimm seien und viel Arbeit verursachten auch die Schlüsseldienste, berichtet Heike Vogel. So gerieten immer mehr Menschen, die sich versehentlich zu Hause ausgesperrt hätten, an Schlüsseldienste, die dann horrende Rechnungen von bis zu 900 Euro für ihre Dienste verlangten. In der Regel seien dies dann keine Fachfirmen aus der Region, sondern schwarze Schafe aus dem ganzen Bundesgebiet, die die Verbraucher über das Internet bestellten. Hier lautet der Rat der Experten, dem Nachbarn einen Zweitschlüssel zu geben oder einen Ersatzschlüssel gut zu verstecken, damit sie sich nicht hinterher mit einem viel zu teuren Schlüsseldienst herumschlagen müssten. Gut wäre auch, einen Handwerksbetrieb des Vertrauens aus der Nähe in seinem Handy gespeichert zu haben.

Bei allem Trend zur Digitalisierung – die Hilfe der Verbraucherzentrale werde noch immer althergebracht gewünscht, wundert sich die Verbraucherschützerin. So gebe es junge Ratsuchende, die am Wochenende im Internet teure Streamingdienste bestellt hätten, diese aber so schnell wie möglich wieder kündigen möchten, wenn sie plötzlich einige Hundert Euro dafür zahlen sollten. „Die kommen dann zu uns in die Beratungsstelle und haben die Nase voll vom Internet“, sagt Vogel.

Kostenlose Energieberatung

Neu ist in diesem Jahr, dass die Energieberatung für die Ratsuchenden kostenlos ist, erklärt Margrit Hintz. Wer also seine Heiz- oder Nebenkostenabrechnung seines Vermieters nicht nachvollziehen kann, könnte sich kostenlos bei der Verbraucherzentrale erkundigen, ob das alles rechtens sei. Einer der zwölf Energieexperten käme auf Wunsch eines Mieters auch kostenlos ins Haus, um eine Art „Basis-Check“ über den Energieverbrauch und Einsparmöglichkeiten zu machen. Wer sich zudem die Heizungsanlage richtig einstellen lassen möchte, muss dafür 30 Euro zahlen. Eine aufwendige Rechtsberatung zu Hauskrediten oder Finanzdienstleistungen, die 90 Minuten in Anspruch nehmen kann, koste dagegen 160 Euro. „Unser großer Vorteil ist aber, dass wir unabhängig sind“, betont Vorstandsmitglied Margrit Hintz. „Wir wollen nichts verkaufen.“

Burkhard Fuchs

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