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Segeberg Jetzt hat die Südstadt ihr eigenes „Ukester“
Lokales Segeberg Jetzt hat die Südstadt ihr eigenes „Ukester“
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21:10 12.12.2017
Sie sind das neue „Südstadt-Ukester“: Delef Dreessen, Peter Doroszenko, Christel Bornkopp , Peter Klose und Ingrid Holz (v.l.). Quelle: Foto: Glombik
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Bad Segeberg

„Rudolph, the red-nosed reindeer, had a very shiny nose . . .“ Das Ukester schmettert mit dem Weihnachtssong in das Wohnzimmer von Ingrid Holz. Es wird geprobt. Das Besondere: Hier sind Musikenthusiasten, die früher ganz andere Instrumente spielten – vom Akkordeon bis zur Gitarre – vom Ukulele-Fieber infiziert. Am Donnerstag, 19.30 Uhr, ist eine „Ukester“-Aufführung in der Neurologischen Klinik am Hamdorfer Weg geplant.

Wer bringt die Notenständer? Was wollen wir spielen? Lampenfieber scheint hier keiner zu haben. Sie alle vertrauen ihrer Sopran-Ukulele (nur Detlef Dreessen spielt Bariton). Das kleine Instrument hat nur vier Saiten, eine Gitarre hingegen sechs und ist entsprechend größer. Für Anfänger ist mit der Ukulele der Einstieg leichter, ein wahres Volksinstrument. Hier brauche man nicht „den großen Fingerspagat“ wie bei der Gitarre, erzählt Detlef Dreessen. Erstaunlich: Dieses Instrument kann man in jedem Alter noch lernen. Bestes Beispiel ist Ingrid Holz. Die wird bald 82 Jahre alt, hat sich jüngst ein Instrument gekauft und ist jetzt voll mit dabei, obwohl sie keine Ahnung vom Gitarrespielen habe, wie sie selber sagt.

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Der umtriebige Detlef Dressen – mit 55 „das Küken“ im Ukester – hat sie alle begeistert: „Wir sind alle Akteure der Südstadt-Initiative.“ Es begann, als er beim Bruno-Timm-Preis vier Ukulele-Instrumente geschenkt bekam. Zuerst wollte er diese in der Offenen Ganztagsschule der Grundschule einsetzen. Doch im ersten Anlauf klappte das nicht. Dafür griffen die Alten zu. So fand Detlef Dreessen als Sprecher in der Südstadt-Initiative schnell Gleichgesinnte, mit denen er die Band gründete und ohne Federlesens gleich die Bühne suchte.

Bei einem Musikabend im März ging es los. „Da hatte die eine Hälfte C-Dur gegriffen, die andere F-Dur, und schon waren die Anfänge gemacht.“ Es ist wohl der Begeisterungsfähigkeit von Dreessen zu verdanken, dass die Angesprochenen gleich mitmachten. „Da lagen vier Instrumente – probiert es doch auch mal“, erklärt Peter Doroszenko (66) die Situation. Die Begeisterung war sofort da.

Peter Klose (67) spielt sonst Mundharmonika. „Aber mit der Ukulele kann man mitsingen.“ Und Christel Bornkopp (77) sieht jetzt immer mehr bekannte Gruppen, die auch mit der Ukulele spielen.“

Unschätzbarer Vorteil des handlichen Instruments sei auch, dass man es überall mit hinnehmen könne. Christel Bornkopp hatte zuerst in der Südstadt-Initiative angefangen zu klöppeln. Sie ist so angetan von dem Instrument, dass sie jetzt auch ihre Enkelkinder motivieren möchte, zur Ukulele zu greifen. Dreessen hofft, dass sich jetzt doch eine Ukulele-Kindergruppe gründen wird. Die Senioren zeigen ja, wie es geht.

Von Wolfgang Glombik

12.12.2017
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