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Segeberg Vier Millionen Euro: Sanierung der Jugendakademie noch teurer
Lokales Segeberg Vier Millionen Euro: Sanierung der Jugendakademie noch teurer
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18:20 21.11.2018
Eine „Gruft des Schreckens“: An einer Stelle in der Jugendakademie stemmten Handwerker den denkmalgeschützten Fliesenboden auf. Die Rohre müssen erneuert werden. Quelle: GLOMBIK
Bad Segeberg

Es wird alles noch schlimmer. Im September schätzten Bauexperten die Sanierung der Leitungssysteme in der Jugendakademie von Bad Segeberg noch auf 2,57 Millionen Euro. Nun gehen die Experten von mehr als vier Millionen Euro aus. Bei Enthaltung der CDU-Mitglieder im Kreis-Bauausschuss wurde das Vorhaben empfohlen.

Kurt Barkowsky, Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag, sprach auf LN-Nachfrage von einem „Problemfall“. „Das wird sehr, sehr teuer, aber eine Sanierung ist unumgänglich.“ Jetzt gehe es vor allem um den Austausch maroder Wasserleitungen und um eine energetische Sanierung des Gebäudes. Seine CDU-Mitglieder im Bauausschuss hätten „sich leider enthalten“, bedauerte Barkowsky. Die Gesamtfraktion der CDU habe dazu aber eine andere Meinung. Die Jugendakademie sei schließlich ein „Aushängeschild für den gesamten Kreis Segeberg“. Immer noch werde gerade von älteren Abgeordneten darüber diskutiert, warum man 2010 die Jugendakademie gekauft habe. Man hätte doch lieber die Mühle ausbauen können. Für Barkowsky ist klar: Der Standort der Jugendakademie ist gut, eine Sanierung alternativlos. Die Wasserleitungen in dem 1970 gebauten Haus seien „total vergammelt, die müssen neu gemacht werden“. Der baupolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Luzian Roth, hatte sich vergeblich dafür eingesetzt zu prüfen, ob man auf dem Grundstück oder andernorts etwas Neues bauen könne.

Kurt Barkowsky, CDU Quelle: LN-ARCHIV

Für Barkowsky hieße das nur, die jetzige Jugendakademie „vergammeln zu lassen“. Er berichtete den LN, dass Roth überraschend den Antrag formuliert habe, das Thema zu verschieben. Denn die Politiker sollten doch einmal selbst das Gebäude in Augenschein nehmen. Das habe aber die Verwaltung zum Verdruss von Luzian Roth am Dienstag nicht ermöglicht. Roth selber wollte gegenüber den LN nicht aus der Sitzung berichten, das sei Sache des Fraktionssprechers.

Bei vier Millionen Euro Kosten erwartet man ein eher baufälliges Gebäude. Doch die Jugendakademie präsentiert sich schmuck. Alles wirkt wie neu. Kein Wunder, sind vor wenigen Jahren –nach Übernahme durch den Kreis – 2,2 Millionen Euro in das Haus geflossen. Damals hatte man den Austausch der Verglasung, den Umbau diverser Zimmer, den Brandschutz, die Elektrik und anderes im Fokus. Doch das lief nach der Methode „Außen hui, innen pfui“. Stemmt man den Fliesenboden der „schön geschminkten“ Jugendakademie heute auf, sieht man die Bescherung: Alte, rotte Leitungen durchziehen das Haus, total verkalkt und inzwischen auch gesundheitsgefährdend.

Alte Kupferrohre in der Jugendakademie müssen ausgetauscht werden. Quelle: GLOMBIK

Nun wird es umso teurer. Die aktuelle Kostenschätzung, die um 1,5 Millionen Euro höher liegt als noch vor wenigen Monaten, habe ihre Ursache im Denkmalschutzstatus des Hauses. Barkowsky: „Das wird viel aufwendiger, als man gedacht hat.“ Für die Arbeiten soll das Haus im Jahr 2020 für mindestens ein halbes Jahr geschlossen bleiben.

Wie ein Sanierungsfall für 4,5 Millionen Euro sieht die Jugendakademie wirklich nicht aus. Doch unterm Putz und unter den denkmalgeschützten Fliesen von 1970 rotten die Leitungen vor sich hin. Quelle: GLOMBIK

„Wir fangen jetzt an zu planen, wie wir mit der Situation umgehen“, sagt Holger Lück, kommissarischer Leiter des Vereins für Jugend- und Kulturarbeit im Kreis. Es müssten auswärts Räume angemietet werden, um wenigstens Tagesseminare anbieten zu können. Gedacht werde auch daran, die Gäste vielleicht vom Zeltlager Wittenborn aus zu bekochen, dorthin auch für Seminare auszuweichen. Lück: „Ich bin froh, dass wir hier mit dem Kreis ganz eng zusammenarbeiten und Lösungen suchen.“

Wolfgang Glombik

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