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Segeberg Jugendamt rechnet mit 100 unbegleiteten Flüchtlingskindern
Lokales Segeberg Jugendamt rechnet mit 100 unbegleiteten Flüchtlingskindern
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22:23 31.10.2014
„In Neumünster gibt es kein freies Bett mehr für die Inobhutnahme.“ Manfred Stankat, Jugendamtsleiter
Boostedt

Mit der Einrichtung einer Erstaufnahmestation für Asylbewerber in Boostedt als Erweiterung zu Neumünster wird der Kreis zwar entlastet, steht gleichzeitig aber vor einem großen Problem. Auf die sogenannten minderjährigen Flüchtlinge ohne Begleitung ist der Kreis nicht vorbereitet, wie Jugendamtsleiter Manfred Stankat am Donnerstag in der gemeinsamen Sitzung von Jugendhilfe- und Sozialausschuss des Kreises darstellte.

Aus den Erfahrungen in Neumünster heraus muss sich der Kreis auf womöglich 100 minderjährige Flüchtlinge einstellen, die ohne Erziehungsberechtigten vor der Tür stehen. „In der Erstaufnahmestation werden keine Minderjährigen aufgenommen, die ohne Erziehungsberechtigten unterwegs sind“, erklärte Stankat die Rechtslage. „Für diese Kinder und auch Jugendlichen ist das Jugendamt zuständig. Sie müssen in Obhut genommen werden und sind in einer Jugendhilfeeinrichtung unterzubringen.“

Die Zahlen aus Neumünster sind dramatisch. Betraf dies in 2009 gerade einmal zehn Kinder und Jugendliche, waren es 2013 bereits 126 Fälle. „Bis September dieses Jahres hatten jetzt schon 183 minderjährige Asylbewerber diesen Status“, nannte Stankat die nackten Zahlen. 101 davon wurden in Obhut genommen, der Rest sei vorher weggelaufen. „In Neumünster und der Umgebung gibt es kein Bett mehr für die Inobhutnahme“, verdeutlichte Stankat.

Mit einer ähnlichen Entwicklung müsse man auch in Boostedt und damit für den Kreis Segeberg rechnen, so der Jugendamtsleiter. Denn häufig würden Flüchtlinge von Schleppern in der Nähe der Aufnahmestation abgesetzt. Zwar seien die betroffenen Kinder und Jugendlichen häufig in einer Gruppe unterwegs, teilweise auch mit Familienmitgliedern, so Stankat, aber eben nicht mit einem Erziehungsberechtigten. Welches Jugendamt für die unbegleiteten Minderjährigen zuständig ist, ist klar geregelt im SGB VIII. Entscheidend ist der Ort, in dem der Jugendliche zuerst aufläuft oder aufgegriffen wird, erklärte Stankat. Für Boostedt wäre das der Kreis Segeberg. Gleiches gelte, wenn betroffene Flüchtlinge in Großenaspe rausgelassen würden mit der Aufforderung, bis Boostedt könnten sie laufen, und dort dann aufgegriffen werden.

Intern rechnen die Mitarbeiter des Jugendamtes bereits mit 100 solchen unbegleiteten Minderjährigen. Denn Ähnliches sei auch aus den Kreisen Schleswig-Flensburg und Ostholstein bekannt. „Auch ohne Landesunterkunft“, sagte Stankat. Ursache sei zum einen die A 7 mit den vielen Rastplätzen, wo Flüchtlinge herausgelassen würden und zum anderen die Vogelfluglinie.

Ab Januar sollen in Boostedt die ersten Flüchtlinge aufgenommen werden. Frühestens im Februar oder März könne man in der Behörde erste Aussagen treffen, um wie viele Jugendliche sich das Jugendamt Segeberg tatsächlich kümmern müsse, da die Einrichtung sukzessive gefüllt werde, berichtete Stankat. Es soll aber 500 Plätze in der Boostedter Rantzau-Kaserne geben, was vergleichbar wäre mit der Erstaufnahmestation in Neumünster.

Zusätzliche Plätze für die Aufnahme minderjähriger Asylbewerber hält das Jugendamt bisher noch nicht vor, räumt Stankat auf Nachfrage ein. Man könne die Entwicklung nicht genau einschätzen. Für die Haushaltsberatungen hat die Behörde aber schon mal eine weitere Stelle für die Vormundschaft angemeldet, kündigte Stankat den Ausschussmitgliedern an. Man rechne jedoch mit einem Bedarf von zwei bis vier zusätzlichen Stellen in der Vormundschaft, sollten es tatsächlich 100 Jugendliche werden. Denn im Unterschied zu volljährigen Asylbewerbern, würden die Jugendlichen nicht weiter verteilt und blieben im Kreis.

Kreistagsabgeordneter Anton Josov (CDU) wollte wissen, ob diese Regelung ausgenutzt werde von Älteren, die vorgeben, jünger zu sein. „Davon wird viel geredet, aber oft ist da nichts dran“, sagte Stankat. Selbst wenn rechtsmedizinische Gutachten angefertigt würden, seien das oft Zweifelsfälle oder eindeutig Minderjährige.

Nadine Materne

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