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Segeberg Hier wird der Raubvogel-Nachwuchs trainiert
Lokales Segeberg Hier wird der Raubvogel-Nachwuchs trainiert
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13:26 17.07.2019
In der Falknerei von Dietmar Damm im Erlebniswald Trappenkamp in Daldorf werden junge Greifvögel trainiert.  Quelle: Oliver Vogt
Daldorf

Was die großen Menschen mit den Fotoapparaten von ihm wollen, so ganz klar ist das dem jungen Habicht wohl nicht. Aber das ist noch lange kein Grund, um ängstlich zu sein. Neugierig tapst er vor den Kameraobjektiven herum, als würde er für sie posieren, stößt seine Schreie aus und erkundet die Fremden. Richtig fliegen kann er noch nicht, nur kurze Lufthopser machen. Zum einen braucht es noch etwa eine Woche, bis sich sein Gefieder voll ausgebildet hat, zum anderen hat der Junghabicht gerade einen Regenschauer abbekommen, weshalb die Schwingen erst wieder trocknen müssen, um einsatzfähig zu sein.

Lebenslange Bindung zwischen Vogel und Mensch

Dass der noch namenlose, erst knapp acht Wochen alte Habicht so vertrauensselig gegenüber Menschen ist, liegt an Falkner Dietmar Damm, der seine Falknerei im Erlebniswald Trappenkamp betreibt. Praktisch aus dem Ei heraus hat der 54-Jährige den Vogel aufgezogen, ihn gefüttert, ihn gepflegt, mit ihm gesprochen. Das Ergebnis ist eine jetzt lebenslange Bindung zwischen Mensch und Habicht.

„Einen Namen bekommt er aber erst später, wenn ich ihn und seine Eigenschaften besser kenne“, sagt Falkner Damm. Der Name soll schließlich passend sein.

Der Jung-Habicht ist nicht der einzige Neuzugang in der Falknerei, auch eine Schleiereule und ein Turmfalke werden jetzt von Damm, Lebensgefährtin Alexandra Schütt und Tochter Inka trainiert. Die Grundübung: Von einem Holzpfahl auf die Hand, besser gesagt den Schutzhandschuh des Falkners fliegen, wo ein Leckerli wartet. Im nächsten Schritt von Hand zu Hand. Diese Übung hat der kleine Turmfalke allerdings noch nicht ganz kapiert. Einmal auf der Hand von Trainerin Alexandra Schütte, bleibt er dort sitzen, obwohl Falkner-Tochter Inka mit Pfiffen und Futter lockt. Aber das kommt noch. „Etwa zehn Wochen braucht es, um die Vögel so zu trainieren, dass ich sie in der Flugschau einsetzen kann“, sagt Dietmar Damm.

Natürliche Jagdmethode im öffentlichen Raum

Die Flugschau im Erlebniswald, bei der der 54-Jährige den Gästen verschiedene Greifvögel vom Wüstenbussard bis zum Weißkopfseeadler präsentiert, ist aber nur ein Randaspekt der Falknerei, deren eigentlicher Sinn und Zweck von Haus aus die Jagd ist. Auch heute noch: Damm und seine Vögel häufig in ganz Norddeutschland gebucht, um auf natürlich Art Tauben, Möwen und Krähen zu verjagen. Denn wenn ein Falke Jagd macht, da fühlen sich die Vögel nicht mehr sicher und suchen sich einen anderen Platz. Demnächst hat Dietmar Damm einen Auftrag in Hamburg, bei dem es darum geht, eine Kaninchenplage einzudämmen. „Im öffentlichen Raum kann man natürlich nicht mit einem Gewehr rumschießen, deswegen machen wir das auf natürliche Art“, erklärt der Falkner. Mit dieser Art der Jagd hätten auch viel weniger Menschen ein Problem als mit der konventionellen.

Falkner Dietmar Damm bildet junge Greifvögel aus

Gute Bestände in der freien Natur

Nicht alle Jungvögel, die im Erlebniswald schlüpfen, werden aber von Damm ausgebildet. Viele bleiben auch bei ihren Eltern und führen später die Zuchtlinie weiter, manche werden auch an andere Falkner verkauft. Ein Auswildern sei heute aber nicht mehr nötig, da es in der Natur heute wieder sehr viele Greifvögel gebe. Nachdem sie in den 1970er Jahren vielerorts verschwunden waren, hatte man damals mit umfangreichen Auswilderungsprogrammen reagiert. Heute sind die Bestände laut Damm wieder auf einem guten Niveau. Eingeschränkt sei aber die Zahl der Reviere, in denen sich die Raubvögel niederlassen könnten.

Die Flugvorführungen können im Erlebniswald Trappenkamp in der Zeit von März bis Oktober täglich dienstags bis sonntags um 11 und um 15 Uhr besucht werden. Für Besucher des Erlebniswaldes ist der Eintritt kostenlos.

Oliver Vogt

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