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Segeberg Jungwölfe aus Dänemark sind im Land unterwegs
Lokales Segeberg Jungwölfe aus Dänemark sind im Land unterwegs
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22:22 18.07.2018
Dieses Foto von einem Wolf an einem Getreidefeld gelang einem Spaziergänger Anfang Juli bei Bimöhlen. Quelle: Foto: T. Hansen
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Flintbek/Segeberg

„Die Gründe für diese ungewöhnliche Häufung von Nachweisen könnten in dem Umstand liegen, dass im vergangenen Jahr in Dänemark in der Nähe der Ortschaft Ulfborg in einem Wolfsrudel acht Welpen geboren wurden“, sagt Martin Schmidt, Sprecher des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Die jungen Tiere hätten in diesem Jahr damit begonnen, ihr Rudel zu verlassen, um Geschlechtspartner und geeignete Lebensräume zur Gründung eines eigenen Rudels zu finden. Zumindest einige dieser Tiere seien auch in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden, so Schmidt. Aufgrund des Nachweises von mindestens drei dänischen Welpen könne vermutet werden, dass diese Tiere für den auffälligen Anstieg im Juni verantwortlich seien. Nachgewiesen worden seien dänische Jungwölfe in Schleswig-Holstein bisher in Dithmarschen, in der Nähe der Autobahnauffahrt Tornesch (das Tier wurde bei einem Verkehrsunfall getötet) sowie ein männliches Tier, das in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Pinneberg und Nordfriesland aufgetaucht ist.

Martin Schmidt: „Gegenwärtig kann trotz der oben aufgeführten Informationen nicht sicher gesagt werden, wie viele Tiere sich derzeit in Schleswig-Holstein aufhalten und ob es sich tatsächlich nur um die vermuteten dänischen Tiere handelt.“

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Im Kreis Segeberg sind im Juni/Juli offenbar mehrere Wölfe unterwegs gewesen. Am 9. Juni wurde ein Tier im Rahmen genetischer Untersuchungen als Verursacher eines Rehrisses bei Hartenholm ermittelt.

Am 11. Juni wurde ein Wolf gegen 16 Uhr und um 21 Uhr bei Heidmühlen fotografisch festgehalten. Ein weiterer Wolf lief am 22. Juni gegen 4.20 Uhr in eine Fotofalle (eine automatische Kamera) in einem Waldstück bei Schafhaus. Und am 5. Juli gelang einem Spaziergänger gegen Mittag ein Foto von einem Wolf auf einem Feld bei Bimöhlen.

Auch im Kreis Dithmarschen (ein Nachweis am 2. Juni) sowie im Kreis Nordfriesland (insgesamt sechs Nachweise im Juni) führten genetische Untersuchungen zu dem eindeutigen Schluss, dass dort Wölfe unterwegs waren. Im Kreis Pinneberg wurde ein Nutztierriss vom 16. Juni auch zweifelsfrei einem Wolf zugeordnet.

Alle genannten Nachweise seien vom für Schleswig-Holstein zuständigen Wolfsexperten Dr. Norman Stier von der TU Dresden geführt worden, teilte Schmidt weiter mit. Er habe die zur Verfügung stehenden Informationen als C1-Nachweise (eindeutiger Nachweis) klassifiziert. Seitdem der Wolf erstmals 2007 wieder gesichtet werden konnte, habe es bis jetzt 81 solcher Nachweise in Schleswig-Holstein gegeben. Im sogenannten „Wolfsmonitoringjahr“ (vom 1. Mai 2018 bis 30. April 2019) seien es bisher bereits 29 C1-Nachweise gewesen, sagte Schmidt.

Die Notfallhotline für die Meldung von Wolfshinweisen und Schadensfällen ist zu erreichen unter der Nummer 0174 / 63 30 335

LN