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Segeberg Justus Frantz und noch viel mehr
Lokales Segeberg Justus Frantz und noch viel mehr
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20:22 13.08.2013
Mit der Philharmonie der Nationen und Schnittke, Beethoven und Brahms setzt Justus Frantz am Sonntag den Schlusspunkt. Quelle: Fotos: Pressefoto Nord/hfr
Bad Segeberg

Mit drei Konzerten mit großartiger Besetzung endet das Schleswig-Holstein Musik Festival in dieser Woche — eine Woche vor dem Saisonende generell — im Kreis Segeberg. Bereits heute gastiert die bekannte Bratschistin Tabea Zimmermann in Pronstorf (20 Uhr), morgen gibt der Pianist Vestard Shimkus seine Visitenkarte in Bad Segeberg ab (20 Uhr, St. Marien) und am Sonntag dirigiert Festival-Begründer Justus Frantz die Philharmonie der Nationen in Norderstedt (19 Uhr, TriBühne).

Tabea Zimmermann, eine Bratschistin von Weltruf, kommt mit dem Armida Quartett nach Pronstorf, um ihr Programm „Viola concertante“ zu präsentieren. Dabei stehen Beethovens Streichquartett B-Dur, op.

18, Nr. 6, das „Lament for two Violas“ von Frank Bridge, George Benjamins „Viola, Viola“ für zwei Bratschen sowie Antonin Dvoraks Streichquartett Es-Dur, op. 97 auf der Menüliste.

Wie auch viele später bekannte Musiker erlernte Tabea Zimmermann das Klavierspiel mit fünf Jahren — doch bereits zwei Jahre zuvor, hatte sie zum ersten Mal eine Bratsche in der Hand. Später studierte sie in Freiburg und Saarbrücken, besuchte das Mozarteum in Salzburg und gewann schon während des Studiums bedeutende Preise, so in Genf, Budapest und in Paris. Mit nur 21 Jahren wurde sie 1987 in Saarbrücken — wo sie einst selbst studiert hatte — die jüngste Professorin Deutschlands.

Inzwischen lehrt Tabea Zimmermann, die mit dem amerikanischen Dirigenten Steven Sloane verheiratet ist, an der Hochschule für Musik „Hanns EislerBerlin, und dort ist auch Teresa Schwamm, die Bratschistin des heute gastierenden Armida Quartetts, ihre Studentin.

Das Quartett aus lauter jungen Musikern der Jahrgänge 1985 bis 1988 fand erst 2006 zueinander und hat seitdem bereits bedeutende Preise gewonnen. So 2011 den ersten Preis, den Publikumspreis und den Sonderpreis beim Concours de Genève sowie im Vorjahr alle drei Preise beim Münchner ARD-Musikwettbewerb, wo das Quartett das Auftragswerk „Lost Prayers“ von Erkki-Sven Tüür interpretierte.

Reich an Auszeichnungen ist trotz seiner jungen Jahre auch der lettische Pianist Vestard Shimkus (33). Er will morgen Abend in Bad Segeberg ein Programm präsentieren, das in seiner Vielfalt schon beinahe frech erscheint: Beginnen will Shimkus mit Klavier-Transkriptionen von Wagner-Opern wie dem von Glenn Gould bearbeiteten Siegfried-Idyll, dem „Spinnerlied“ aus dem „Fliegenden Holländer“

(Bearbeitung von Franz Liszt) und „Isoldes Liebestod“ aus „Tristan und Isolde“, das Shimkus selbst für seine Instrument eingerichtet hat. Auch mit einer Eigenkomposition wartet er auf: Mit seinem „Black Charleston“ will er den Abend beschließen. Dazwischen auf dem Programmzettel: Beethovens Sonate C-Dur, op. 2 Nr. 3, und Peteris Vasks „Weiße Landschaft“. Mit Vasks verbindet den Pianisten mehr als die lettische Herkunft: Peteris Vasks war sein eigener Kompositionslehrer.

Am Sonntag, 18. August, dann der grandiose Schlusspunkt in der Norderstedter TriBühne: „Starke Momente“ hat Justus Frantz — der das Schleswig-Holstein Musik Festival 1986 aus der Taufe hob — seinen Auftritt mit der „Philharmonie der Nationen“ überschrieben. Der Abend in der TriBühne beginnt mit Alfred Schnittkes „Concerto grosso Nr. 3“, dann folgt Beethovens Klavierkonzert Nr. 1, op. 15 und schließlich Brahms‘ Sinfonie Nr. 2, D-Dur, op. 73. Alfred Schnittke schrieb einst zu seinem 1985 entstandenen großen Konzert: „Das Jahr 1985 war ein fünffaches Jubiläumsjahr. Fünf Meister der Musik aus verschiedenen Zeiten wurden entweder 1585 (Heinrich Schütz) oder 1685 (Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Domenico Scarlatti) oder 1885 (Alban Berg) geboren. Ihnen zu Ehren geschah vieles, meine Komposition war ein Bruchteil davon“. Zu Beginn fühlt man sich an Bachs Brandenburgische Konzerte erinnert, dann aber machte der Komponist deutlich, dass er den Barockmeister zwar verehrte, dass Alfred Schnittke (1934 - 1998) selbst aber schon ein zeitgenössischer Komponist war. Das strahlend helle erste Klavierkonzert von Beethoven und Brahms‘ sommerliche Sinfonie Nr. 2 setzen leuchtende Schlusspunkte.

„Meine Komposition war nur ein

Bruchteil davon.“
Alfred Schnittke,

Komponist (1934 bis 1998)

Karten für Tabea Zimmermann in Pronstorf (Preisgruppen 10 bis 45 Euro), Vestard Shimkus in St. Marien (10 bis 28 Euro) sowie die Philharmonie der Nationen in Norderstedt (26 bis 49 Euro) unter www.shmf.de oder ☎ 04 31/ 23 70 70.

Lothar Hermann Kullack

Anmeldungen für die Veranstaltung am 1. September in Negernbötel werden noch entgegengenommen.

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