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Segeberg Blick in die Kanone am Straßenrand – eine Übung der Bundeswehr
Lokales Segeberg Blick in die Kanone am Straßenrand – eine Übung der Bundeswehr
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19:04 13.03.2019
Die Bundeswehr übt bei Quaal, hier erschreckte eine Panzer-Attrappe einige Autofahrer auf dem Stipsdorfer Weg. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Ja, ist denn Krieg im Dorf? Wer am Mittwochmorgen aus Richtung Quaal auf dem Stipsdorfer Weg fuhr, blickte plötzlich in die Mündung eines vermeintlichen Panzers, der dort kaum getarnt am Straßenrand postiert war. Dabei handelte es sich beim näheren Hinschauen um die Nachbildung eines fremdländischen Panzers. Aber wer weiß das schon genau ...

Autofahrer wurden nicht gewarnt

Ein aus dem nahen Waldstück herbeikommender Soldat mit Strickmaske beruhigte, dass man ja gar keine Munition dabei habe. Ein Leser teilte den LN mit, dass er sich regelrecht erschrocken habe, als er ohne jede Vorwarnung in die Kanone blickte. Eine andere Leserin klagte, dass morgens wegen eines Aufmarsches der Stipsdorfer Weg gesperrt worden war. Autofahrer waren nicht mit Schildern vorgewarnt worden, dass hier ein Manöver der Bundeswehr laufe.

Aber vielleicht ist ja auch genau der Überraschungseffekt Sinn der Übung „Holstein Ritt“, den derzeit das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ absolviert. Einen „Feind“, den man mit Hinweisschildern warnt, kann man ja schlecht überrumpeln. Noch bis zum 21. März müssen Bürger in den Kreisen Ostholstein, Plön und Segeberg mit rund 250 übenden Soldaten und Fahrzeugen der Bundeswehr im öffentlichen Raum rechnen.

Manövermunition und Nebelmittel werden eingesetzt

Drohnen werden nach Mitteilung der Bundeswehr ebenfalls eingesetzt, jedoch nicht über bewohntem Gebiet. Es werden auch Manövermunition und Nebelmittel verwendet. Weitere Fahrzeuge und Rollenspieler helfen ­dabei, diese Übung möglichst ­realitätsnah zu gestalten. „Wir nutzen bei der Übung auch Darstellungsmittel wie Panzer aus Pappe“, erklärt der Presseoffizier, Hauptmann Matthias Simon auf LN-Nachfrage. Diese Attrappen markierten „feindliche Linien“. Eine ähnliche Attrappe wie in Quaal stehe auch bei Wensin.

Die Truppen haben die Aufgabe, in den feindlichen Raum – wie unter anderem bei Quaal – einzudringen und dort aufzuklären. Die feindlichen Stellungen sollen vom Transportpanzer Fuchs und von Spezialfahrzeugen vom Typ Fennek ausgekundschaftet werden. Dabei sollen vor allem einsame Wege und wenig befahrene Straßen genutzt werden.

Es kommt zu kurzen „Feuergefechten“

Sei so eine Linie erreicht, gehen zwei bis drei Soldaten vor und erkunden die Gegend. Dabei komme es auch zu kurzen Feuergefechten, bei denen ein paar Schuss mit Übungsmunition abgegeben und vielleicht auch mal eine Nebelgranate oder Leuchtrakete gezündet würden, sagt Stabsfeldwebel Christian Both, der das Geschehen als Schieds- und Kampfrichter aus zweiter Reihe beobachtet. Das sei aber die Ausnahme.

„Wir wollen viel sehen, aber möglichst nicht gesehen werden“, verdeutlicht Both den Auftrag der kleinen Trupps. In undurchsichtigen Situationen würden die Fahrzeuge daher oft in Deckung abgestellt. Die Späher gingen dann gebückt zu Fuß weiter oder schlichen sich sogar liegend an, schildert Both.

Die Drohne als Aufklärungsinstrument kam am Mittwoch wegen des Wetters nicht zum Einsatz. Die „Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärungs-Ausstattung“ (Luna) lässt sich relativ leise mit einem Katapult starten, erklärt Oberleutnant Benjamin Koschewski. Sein Zug hat an einem Acker bei Berlin dafür einen mobilen Start- und Landeplatz eingerichtet. Kommende Woche solle es im Kreis Segeberg Nachtübungen geben, erklärt Hauptmann Simon.

Lesen Sie hier, wie eine Bundeswehrübung verläuft

Wolfgang Glombik und Dirk Schneider

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