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Segeberg Die ersten Szenen aus „Unter Geiern“
Lokales Segeberg Die ersten Szenen aus „Unter Geiern“
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19:08 21.06.2019
Erste Szenen aus dem neuen Karl-May-Stück "Unter Geiern" Quelle: Oliver Vogt
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Bad Segeberg

Wie wird er wohl sein, der neue Winnetou? Das dürfte derzeit die wichtigste Frage sein, die langjährige Karl-May-Besucher sich in diesem Jahr stellen. Und um es gleich vorab zu sagen: Der 35-jährige Alexander Klaws als jüngster Darsteller in dieser Rolle seit Jahrzehnten macht seine Sache ziemlich gut. Das Indianerkostüm sei ihm schon zur zweiten Haut geworden, verriet er den LN. Als „Old Surehand“ war er zwar schon 2017 dabei. „Aber als Winnetou ist das ein völlig anderes Erlebnis für mich, es ist fantastisch.“

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Lange werden die Zuschauer der neuen Inszenierung „Unter Geiern – der Sohn des Bärenjägers" auch nicht auf die Folter gespannt. Anders als in vorherigen Inszenierungen, in denen es bis zum ersten Auftritt des Häuptlings aller Apachen zur berühmten Winnetou-Melodie immer ein Weilchen dauerte, hat Klaws seinen Auftritt gleich in der allerersten Szene.

Böser Sioux-Häuptling zettelt einen Krieg an

Den Part des Ober-Gegenspielers von Winnetou und seinem Blutsbruder Old Shatterhand (Sascha Gluth) wird in diesem Jahr Nicolas König als böser Sioux-Häuptling „Hong-peh-te-keh“ übernehmen, der einen Krieg gegen die weißen Siedler anzetteln will. Mit einer tödlichen List, die den jungen Krieger „Mo-Haw“ (Sascha Hödl) das Leben kostet, zieht er die eigentlich friedliebenden Schoschonen in seine finsteren Pläne hinein. Als erstes bekommen den Zorn der Indianer der „Bärenjäger Baumann“ (Joshy Peters) und sein Sohn Martin (Raúl Richter) zu spüren, deren Farm bei einem Angriff in Flammen aufgeht. In den Konflikt hinein gerät auch die junge, selbstbewusste Schauspielerin Tiffany O’ Toole (Larissa Marolt), die sich in den titelgebenden „Sohn des Bärenjägers“ (Richter) verliebt. Beide werden somit für den obligatorischen Romantik-Part zuständig sein. Eine mysteriöse „Stadt in den Wolken“ eines vergessenen Wolkes, in der sich am Ende der Show-down zwischen Gut und Böse zutragen wird, spielt ebenfalls eine Rolle.

Neues Stück hat sehr viele Indianerszenen

Überhaupt ist die neue Inszenierung, die in der Bergwelt der Rocky Mountains spielt, überaus „indianerlastig“, kündigt Regisseur Norbert Schultze jr. an. „Wir haben in diesem Jahr sehr viele Indianer drin und es war uns wichtig, auch indianische Rituale zu zeigen“, so der Regisseur, für den es in diesem Jahr die letzte Inszenierung ist, wie am Rande der Pressevorführung am Freitag bekannt wurde. Er bekomme ja jetzt schon alle Namen durcheinander, spottete der 77-Jährige, der 20 Mal Regie am Kalkberg geführt hat und viele Besucherrekorde eingefahren hat, selbstironisch. Aus Altersgründen sei es deshalb an der Zeit, jetzt den Cowboyhut zu nehmen. „Wenn ich gebraucht werde, stehe ich meinem Nachfolger aber selbstverständlich als Berater zur Verfügung.“

Die ersten Bilder aus der Inszenierung „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“

Ein Geier und ein Stinktier sind dabei

Große Experimente werden natürlich auch im 67. Jahr der Karl-May-Spiele nicht gewagt. Es bleibt bei der bewährten und beliebten Mischung aus Schießereien, Explosionen, Reiter-Action, großen Gefühlen und Humor. Mit dem Schweizer „Urs Bürgli“ (Jogi Kaiser) hat Autor Michael Stamp auch eine interessante neue Figur erfunden, die – neben dem bewährten Patrick L. Schmitz als „Antonio Ventevaglio“ – für viele Lacher sorgen dürfte. Ebenfalls nicht fehlen werden die tierischen Darsteller: Unter anderem ein Weißkopfseeadler, ein Geier und – erstmals – ein echtes Stinktier.

Termine und Tickets

Premiere feiert die Inszenierung von „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ am Sonnabend, 29. Juni. Es ist das dritte Mal, dass dieses Stück aufgeführt wird (1962, 2004). Bis einschließlich 8. September gibt es 72 Vorstellungen, jeweils donnerstags (15 und 20 Uhr), freitags (15 und 20 Uhr), sonnabends (15 und 20 Uhr) und sonntags (15 Uhr). Tickets (19 Euro bis 31,50 Euro, Erwachsene, 15,50 Euro bis 25,50 Euro, Kinder) sind über die Homepage der Karl-May-Spiele oder telefonisch unter der Nummer 01805/952111 erhältlich. Die Premiere ist allerdings schon komplett ausverkauft.

Gekostet hat die Inszenierung 2019 nach Angaben von Kalkberg-GmbH-Chefin Ute Thienel insgesamt 5,2 Millionen Euro, wovon 500 000 Euro in das Bühnenbild und 350 000 Euro in Instandhaltungsarbeiten am Stadion geflossen sind.

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Autor: Wie antisemitisch war Karl May?

Oliver Vogt

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