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Segeberg Wankendorfer verspricht: Kein Luxusquartier in Bad Segebergs Südstadt
Lokales Segeberg Wankendorfer verspricht: Kein Luxusquartier in Bad Segebergs Südstadt
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15:52 26.11.2019
Hier sollen neue, höhere Häuser gebaut werden: Die alten Wohnblocks aus der Gustav-Böhm-Siedlung sollen abgerissen werden. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Sicher sei eines, so verspricht Dr. Ulrik Schlenz, Vorstand der Wankendorfer Baugenossenschaft. „Wenn genau klar ist, was dort passieren wird, sind unsere Mieter die ersten, die darüber informiert werden.“ Jetzt gehe es erst einmal darum, wie die Bad Segeberger Stadtpolitiker sich zu den Plänen der Wankendorfer stellen. Dazu sollen sie ein Bebauungsplanverfahren einleiten.

Wie berichtet, plant das Wohnungsbauunternehmen 17 Wohnblöcke der zwischen 1950 und 1953 errichteten Siedlung an der Ostlandstraße, auch Gustav-Böhm-Siedlung genannt, abzureißen und dafür höhere, größere Wohnblöcke mit Fahrstuhl, modernen Grundrissen, zeitgemäßer Energieversorgung und besserer Ausstattung zu errichten. Der Abriss der maroden Wohnblocks mit den Schlichtwohnungen solle dabei schrittweise erfolgen, auch um eine „schrittweise Umsiedlung“ der Bewohner zu ermöglichen. Geplant sei, dass mindestens 30 Prozent der dort neu zu bauenden Wohnungen als Sozialwohnungen entstehen sollen. Schlenz stellt vorab gegenüber den LN klar: „Wir werden hier keine Luxusquartiere erstellen, wo die Menschen nicht mehr ihr Zuhause finden.“

Etwas schönes Neues

Dr. Ulrik Schlenz, aus der Vorstandsspitze der Wankendorfer. Quelle: SGB

Doch an einem Abriss der Altbauten komme man nicht vorbei. Die Häuser seien 50er Jahre Standard wie zum Beispiel die Grundrisse oder die Wärmedämmung. Das sei alles nicht mehr zeitgemäß. Dort solle jetzt „etwas Schönes und Neues entstehen“, verspricht Schlenz.

Für Stadtvertreter Ralf Schaffer (BBS) aus der Südstadt ist klar, dass die Zahl der Sozialwohnungen in der Gustav-Böhm-Siedlung nicht weniger werden dürfe. Die von Abriss betroffenen, vom Mietpreis sehr günstigen 200 Wohnungen müssten mindestens durch die gleiche Zahl an erschwinglichen Sozialwohnungen ersetzt werden.

Keine Siedlung für sozial Schwache

Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) möchte eine zügige Bauleitplanung für das Gebiet, möglichst in einem Jahr. Es könne nicht das Ziel sein, dass man „so eine Art Township erhält, das vor sich hingammelt“. Hier müsse eine normgerechte Erneuerung der Siedlung mit Schallschutz, Wärmedämmung für Familien, für Menschen mit Rollator oder Rollstuhl angeboten werden. Ausreichend neue Sozialwohnungen seien für Bad Segeberg wichtig, aber Schönfeld ist aber dagegen, hier eine Siedlung nur für sozial schwache Menschen zu bauen. Es müssten alle Bevölkerungsschichten vertreten sein.

Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld will die Wankendorfer unterstützen. Quelle: Petra Dreu

Höher werden die neuen Wohnblöcke auf jeden Fall. „Wenn man barrierefrei bauen möchte, kann man nicht nur zwei bis dreigeschossig planen, das ist dann nicht mehr wirtschaftlich“, sagt Schönfeld. Auch wenn die neuen geplanten Wohnblöcke sicher auch breiter werden: Es sei ein Markenzeichen der Wankendorfer, dass sie bei ihren Bauvorhaben immer genügend Frei- und Grünflächen für ihre Familien einplane.

Bei der Baugenossenschaft ist man noch gar nicht in die konkrete Planung der neuen Gustav-Böhm-Siedlung eingestiegen, berichtet Schlenz. „Wenn wir wissen, jetzt wird es konkret, werden wir unseren Mietern sagen, in welchen Schritten wir dort vorgehen.“ Bis jetzt sei es der Wankendorfer immer gelungen, Menschen bei derartigen Projekten in ein anderes Wohnumfeld zu bekommen.

Neuer Wohnraum wichtiger als Denkmalschutz

Und wie es ist es mit dem Denkmalschutz? Derartige Siedlungen, die gleich nach dem Krieg aus dem Boden gestampft wurden, sind doch sicher einmalig. Das ist für Schlenz ein rotes Tuch. Denkmalschutz? Jeder Kubikmeter der alten Bausubstanz, der hier bestehen bleibe, sei eine Last für das gesamte neue Quartier. Schlenz sei durchaus für Denkmalschutz, aber hier stehe bei ihm neuer Wohnraum für die Menschen ganz obenan.  

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