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Segeberg Keine Milde: Für über drei Jahre hinter Gitter
Lokales Segeberg Keine Milde: Für über drei Jahre hinter Gitter
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20:15 17.05.2014
Bad Segeberg

Mit mehreren Einbrüchen in Häuser und Wohnungen in Bad Segeberg und Umgebung hat sich jetzt das Schöffengericht in der Kreisstadt unter Vorsitz von Richterin Sabine Roggendorf befasst. Auf der Anklagebank saß der 39-jährige Pole Sebastian W. aus Hartenholm, der seit acht Jahren in Deutschland lebt und bis zu seiner Entlassung Anfang letzten Jahres für eine Baufirma in Todesfelde gearbeitet hat.

Der Angeklagte begann seine Einbruchserie Anfang 2012, als er in ein Einfamilienhaus in Wahlstedt durch das von ihm aufgehebelte Badezimmerfenster einstieg. Er durchwühlte Schränke, riss Schubladen auf, zertrümmerte Schrankteile und Geschirr und stahl zahlreiche Elektrogeräte wie Kameras, Spielekonsolen, Notebooks sowie Schmuck und mehr als 2000 Euro. Anschließend machte sich der Täter mit dem Auto der Hauseigentümer aus dem Staub.

Im November 2012 stieg er nicht nur in ein Einfamilienhaus in Hartenholm ein und stahl Kreditkarten, einige hundert Euro, Laptops und andere Elektrogeräte, sondern verwüstete zusätzlich die gesamte Einrichtung. Die Hauseigentümerin, als Zeugin geladen, schilderte unter Tränen ihr Entsetzen beim Anblick dieser Verwüstungen. Ein Vierteljahr lebte die Familie in einem Feuerwehrhaus, bis die Schäden von 80 000 Euro — bezahlt von der Versicherung — beseitigt waren. Als der Täter im Februar 2013 wieder vor dem Haus auftauchte, erkannten ihn die Söhne der Zeugin. Der Angeklagte war nämlich mit dem beim Einbruch gestohlenen Skoda in eine Radarfalle geraten. Auf dem Bild, das man den Einbruchsopfern gegeben hatte, war er deutlich zu erkennen. Sebastian W. wurde nicht nur deshalb als Täter ermittelt. Er hatte auch DNA-Spuren an einem am Tatort zurückgelassenen Werkzeug sowie in beiden gestohlenen Autos hinterlassen. Pflichtverteidiger Volker Sprick hatte seinem Mandanten deshalb vor Prozessbeginn klar gemacht, dass Leugnen keinen Zweck haben würde. Der seit Januar inhaftierte Angeklagte gab als Grund für seine Zerstörungswut an, er sei „auf Droge“ gewesen. Auf dem Bau verdiente der Angeklagte nicht schlecht, aber seine Spielsucht brachte ihn in finanzielle Bedrängnis. Seine Einbruchserie setzte der Angeklagte im Februar 2013 fort, indem er in eine Wohnung in Bad Segeberg einstieg. Ende März 2013 war der Kindergarten an der Theodor-Storm-Schule in Bad Segeberg sein Ziel. Er hebelte verschlossene Schubladen auf, fand aber lediglich einen PC, den er mitgehen ließ.

Mitverhandelt werden sollte in diesem Prozess auch der Vorwurf des wiederholten Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Schon in 2007 hatte der Angeklagte wegen einer Trunkenheitsfahrt seinen Führerschein verloren, was ihn nicht davon abhielt, ein Auto zu besitzen und damit regelmäßig von seinem Wohnort Hartenholm zur Arbeit nach Todesfelde zu fahren. Die Polizei observierte ihn im Mai 2013 bei mehreren solcher Fahrten.

Das vom Gericht gefällte Urteil fiel hart aus: Der Angeklagte erhielt aufgrund einer schlechten Sozialprognose keine Bewährung. Er muss für drei Jahre und fünf Monate hinter Gitter. mak

LN

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