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Segeberg Synode beschließt zwölf neue Kirchspiele
Lokales Segeberg Synode beschließt zwölf neue Kirchspiele
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20:03 23.05.2019
Peter Wiegner (v.l), Präses der Synode, und die beiden Pröpste Daniel Havemann und Erich Faehling vor der Karte mit den neuen Kirchspielen. Die 35 Kirchengemeinden aus dem Kirchenkreis Plön-Segeberg schließen sich zu zwölf Kirchspielen zusammen. Quelle: Britta Matzen
Preetz

Es ist vollbracht. Im Rahmen des Prozesses „Kirchspiel 2030“ beschlossen die Synodalen des Kirchenkreises Plön-Segeberg einstimmig, die 35 Kirchengemeinden in zwölf Kirchspiele zusammenzufassen. „Die Kirchspiele ersetzen nicht die Kirchengemeinde, sondern sie bilden einen Handlungsspielraum in der Region, um als Kirche zukunftsfähig vor Ort zu bleiben“, erklärte Propst Erich Faehling. Das Ganze sei kein Sparprozess, sondern ein Restrukturierungsprozess. „Wir müssen lernen, mit weniger Pastoren auszukommen.“

Personalnotstand in der Nordkirche

Seit der Landessynode im März 2018 beschäftigt sich die Nordkirche mit der Personal- und Stellenentwicklung der Pastoren. Gegenwärtig gibt es 1700 Geistliche. Rund 900 von ihnen werden bis 2030 in den Ruhestand gehen. Im selben Zeitraum werden laut Prognosen rund 300 Nachwuchspastoren neu in den Dienst eintreten. Demnach wird die Nordkirche im Vergleich zu heute in elf Jahren rund 600 Geistliche weniger zur Verfügung haben. Um dem Personalnotstand zu begegnen, hat die Landeskirche ein Gesetz erarbeitet, das hinsichtlich des knapper werdenden Pfarrpersonals für eine gerechte Verteilung sorgt.

Im September vergangenen Jahres hatte der Kirchenkreis erstmals ein Konzept vorgelegt, in dem elf Kirchspiele vorgeschlagen wurden. Daraus sind nun zwölf geworden. „Das hat sich vor allem in der Probstei Plön verändert, und die Synode hat das bestätigt. Das ist beispielgebend für den Gesamtprozess. Was die Kirchengemeinden sich wünschen, soll möglichst auch umgesetzt werden“, betonte Faehlings Amtsbruder, Propst Dr. Daniel Havemann.

Die zwölf neuen Kirchspiele

Alte Schwentine (Bornhöved, Trappenkamp, Wankendorf)

Aktuell: 4 Pfarrstellen. 2030: 3 Pfarrstellen

Erweiterte Probstei (Laboe, Schönberg, Probsteierhagen und Selent).

Aktuell: 5,5 Pfarrstellen. 2030: 3,5 Pfarrstellen

Ostsee und Kossau (Lütjenburg, Blekendorf, Kirchnüchel und Giekau)

Aktuell: 4,5 Pfarrstellen. 2030: 3 Pfarrstellen

Schwentinental (Raisdorf und Klausdorf)

Aktuell: 3 Pfarrstellen. 2030: 2 Pfarrstellen

Preetz (Preetz)

Aktuell: 4,5 Pfarrstellen. 2030: 3 Pfarrstellen

Großer Plöner See (Plön, Lebrade, Ascheberg)

Aktuell: 4,75 Pfarrstellen. 2030: 3 Pfarrstellen

Segeberg Ost (Warder, Schlamersdorf, Prostorf, Sarau und Neuengörs)

Aktuell: 4,75 Pfarrstellen. 2030: 3 Pfarrstellen

Segeberg (Segeberg)

Aktuell: 5 Pfarrstellen. 2030: 3,5 Pfarrstellen

Segeberg West (Wahlstedt, Leezen, Todesfelde, Stuvenborn-Seth-Sievershütten)

Aktuell: 6 Pfarrstellen. 2030: 4 Pfarrstellen

Segeberg Süd (Bargfeld, Nahe, Sülfeld)

Aktuell: 3,5 Pfarrstellen. 2030: 2,5 Pfarrstellen

Nordstorman (Reinfeld, Hamberge, Klein Wesenberg, Zarpen)

Aktuell: 5 Pfarrstellen. 2030: 3,5 Pfarrstellen

Oldesloe (Oldesloe)

Aktuell: 6,5 Pfarrstellen. 2030: 4,5 Pfarrstellen

Die Basis hat entschieden

Ein Jahr hat der Prozess der Kirchspieleinteilung gedauert. „Wenn man es auf sonstige kircheninterne Prozesse bezieht, ist das eine relativ kurze Zeit. Gerade bei so großen Betrieben werden Entscheidungen manchmal in der Leitung getroffen und in der Basis umgesetzt. Hier hat es tatsächlich funktioniert, die Basis entscheiden zu lassen“, so Faehling. Peter Wiegner, Präses der Synode, fügte hinzu: „Wir haben den Kirchengemeinden die Möglichkeit gegeben, selbst gestalterisch tätig zu werden. Dann kann man sich eher damit identifizieren, als wenn die Entscheidung von oben vorgegeben wird.“

Der Kirchspiel-Prozess soll noch bis 2024 laufen. Bei der Umsetzung hilft eine Steuerungsgruppe, die der Kirchenkreisrat vor einem Vierteljahr berufen hat. 15 Personen gehören dazu, darunter Pastoren, Synodenvertreter und auch eine junge Theologiestudentin. Andreas Lüdtke, derzeit noch Pastor in Schönberg, wird die Gruppe als Geschäftsführer leiten. Er soll eng mit den Kirchengemeinden zusammenarbeiten und diese bei Fragen rund um die Strukturreform beraten und den Prozess mitgestalten.

Kreative Lösungen sind gefragt

„Wir haben uns die Situation nicht ausgesucht. Aber der Pastorenmangel ist ein Problem, mit dem wir umgehen müssen“, so Havemann. Kreative Lösungen seien gefragt, und dabei würden auch viele Energien frei werden. „Das haben wir in dem Prozess schon erlebt. Die Kirchengemeinden gucken über den Tellerrand und nehmen das auch als Chance, um ihre Arbeit neu zu überdenken.“ Propst Havemann versprach: „Wir werden auch weiterhin eine Kirche sein, die gestalten kann, die gehört wird und die dicht bei den Menschen ist.“

57 Pfarrstellen gibt es aktuell im Kirchenkreis Plön-Segeberg. 2030 werden es nur noch 38,5 Stellen sein, 18,5 Pastoren weniger. Wie wird der Abbau aufgefangen? „Das sind schwere Zahlen, das muss man ehrlicherweise sagen“, gestand Propst Faehling. Die Kirchspiele müssten Lösungen finden, zum Beispiel Gottesdienste verzahnen, sich mit anderen „Playern“ aus der Gemeinde vernetzen, wie etwa der Feuerwehr, den Landfrauen oder den Sportvereinen. „Außerdem kann man Ehrenamtliche qualifizieren. Wobei natürlich die Belastung der Ehrenamtlichen Grenzen hat, das sehen wir schon.“

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