Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Pastorenmangel: Kirchenkreis Plön-Segeberg rückt zusammen
Lokales Segeberg Pastorenmangel: Kirchenkreis Plön-Segeberg rückt zusammen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:24 24.09.2018
Die neue Struktur im Kirchenkreis Plön-Segeberg ist lange vorbereitet worden. Jetzt wird es ernst: Propst Daniel Havemann und Pastorin Rebecca Lenz. Quelle: Irene Burow
Segeberg

Die 35 Kirchengemeinden in Plön und Segeberg müssen die Ärmel hochkrempeln: Durch den demografischen Wandel gehen der Nordkirche in den kommenden Jahren 600 Geistliche verloren. Für den Kirchenkreis Plön-Segeberg heißt das konkret: Von 67 Pfarrstellen werden im Jahr 2030 nur etwa 44 übrig sein – rund ein Drittel weniger.

Stellen schmelzen durch Pensionierung

Eine Welle von Pensionierungen steht an, und es gibt nicht genug Nachwuchs. Um den Mangel aufzufangen, müssen die Christen enger zusammenrücken. Der Kirchenkreis wird sein Gebiet in sogenannte Kirchspiele einteilen. Zur Debatte stehen elf solcher Einheiten, in denen die Gemeinden inhaltlich und organisatorisch kooperieren.

Geheimniskrämerei um Vorschläge

Am Sonnabend sind sie vor knapp 90 Mitgliedern der Synode präsentiert worden. Welche Einheiten konkret als Diskussionsgrundlage dienen, daraus wird jedoch ein großes Geheimnis gemacht. Die neue Einteilung bringt eine gewisse Brisanz mit sich: Wer kooperiert mit wem? Was sind die Schwerpunkte? Fallen Angebote weg? Nach LN-Informationen ist in der Synode – die Vertretung von mehr als 120 000 evangelischen Christen in der Region – selbst hinterfragt worden, wie am besten damit umzugehen sei. Sich bedeckt zu halten, sei wohl kaum der richtige Weg, hieß es.

„Wir wollen das bewusst offen lassen“, sagt Präses Peter Wiegner, Vorsitzender der Kirchenkreissynode. Noch seien nicht alle Parameter eingeflossen. „Wir müssen erst mit allen Gemeinden ins Gespräch kommen.“ Wichtige Entscheidungen sollen nicht von oben nach unten weitergegeben werden. „Dem Kirchenkreis können auch andere Vorschläge vorgelegt werden“, sagt Propst Dr. Daniel Havemann von der Propstei Segeberg.

Gemeinden entscheiden selbst

Die 17 Gemeinden in Segeberg und 18 in Plön sind jetzt aufgerufen, die Arbeit in den Kirchspielen zu bündeln. „Es ist zwar eine synodale Entscheidung, aber wir wollen die Kirchengemeinderäte fragen“, sagt Propst Havemann. Die Möglichkeiten seien vielfältig. Gemeinden könnten fusionieren oder teilfusionieren. „Wenn zum Beispiel fünf Gemeinden künftig mit drei Pfarrstellen auskommen müssen, könnte es etwa zwei Fusionen geben. Oder alle Gemeinden bleiben bestehen und die drei Pastoren arbeiten mit Sprengeln.“ Es könne genauso gut ein Kirchengemeindeverband gegründet werden. „Wie die Gemeinden in die Tiefe gehen, entscheiden sie selbst“, sagt Havemann.

Kirche soll nah am Menschen bleiben

Nicht alle Entscheidungen dürften leicht sein: Unter Umständen müssen die Gebäudenutzung beraten, Gottesdienste und Aufgaben neu verteilt werden. Konfirmanden müssen vielleicht weiter fahren und Besucher sich auf wechselnde Gottesdienstzeiten und -orte einstellen. „Wir wollen nicht, dass irgendwo das Licht ausgeht. Die Arbeit wird nur anders verteilt“, betont Sebastian von Gehren, Sprecher des Kirchenkreises Plön-Segeberg. „Es wird weiterhin regelmäßig Gottesdienste geben. Eines der Hauptziele ist es, alles so zu organisieren, dass die Kirche weiterhin nah beim Menschen ist.“

Nicht nur regionales Problem

Zumindest in manchen Regionen dürfte die Bündelung der Aufgaben wenig überraschend werden. Einige Gemeinden arbeiten schon jetzt eng zusammen, wie zum Beispiel Nahe, Bargfeld und Sülfeld. Bad Oldesloe dürfte ob der Größe wohl kaum mit Nachbargemeinden fusionieren. Die gute Nachricht: Die Pfarrstellen werden solidarisch abgeschmolzen. Alle Kirchenkreise sind gleichermaßen betroffen, sodass sie nicht mit anderen in Wettbewerb um Pastoren treten müssen. Und der Pastorenmangel ist keineswegs ein regionales Problem, alle Landeskirchen stehen vor den gleichen Herausforderungen. „Wir sind als Kirchenkreis aber beachtlich schnell“, sagt die Bad Segeberger Pastorin Rebecca Lenz, die Mitglied im Präsidium der Synode ist.

Infotermine für Pastoren und Gemeinderäte

So geht es weiter: Der „Prozess Kirchenkreis 2030“ in Plön und Segeberg ist von einer Projektgruppe monatelang vorbereitet worden. Jetzt bringen sich die Gemeinden ein. Am 24. Oktober gibt es einen Gesamtkonvent für alle Pastoren zum Thema. Für die Kirchengemeinderäte gibt es Infoabende; am 19. November für die Propstei Segeberg und am 12. November für die Propstei Plön. Am 28. November stimmt die Synode darüber ab, ob der Wandel wie geplant angeschoben wird. In den folgenden Monaten sollen die Kirchspiele dann konkret festgelegt werden. 2024 soll alles fertig sein.

Die Verantwortlichen sehen den Prozess als Chance. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, Kirche neu zu denken“, sagt Propst Erich Faehling von der Propstei Plön. Die Arbeit könne gemeinsam mit außerkirchlichen Partnern neu gestaltet werden. Bestehende Strukturen kommen auf den Prüfstand und können bei Bedarf modernisiert werden.

Verwaltungs-Neubau: Architektenwettbewerb läuft

Die Planungen für das neue Verwaltungsgebäude des Kirchenkreises Plön-Segeberg schreiten voran. Derzeit läuft der Architektenwettbewerb. In der November-Synode soll beschlossen werden, mit welchem Büro zusammengearbeitet werden soll. Dann würden Entwürfe und ein erster Kostenrahmen vorgelegt werden, informierte Propst Havemann auf der Synode. Für die rund 50 Verwaltungsmitarbeiter des Kirchenkreises ist es in der Oldesloer Straße zu eng. Sie werden in ein neues Gebäude umziehen, ins neue Gewerbegebiet Burgfelde. Mehrere Millionen Euro werden dafür in die Hand genommen.

Irene Burow

Die CDU in Bad Segeberg hat sich neu formiert. Bei den Vorstandswahlen setzen die Christdemokraten vor allem auf Frauen. Tristan Jadzewski ist als stellvertretender Vorsitzender quasi „der Hahn im Korb“. Die neue Ortsvorsitzende Ina Roth setzt auf Offenheit, neue Ideen und möchte Senioren-Union sowie die neu formierte Junge Union mehr in die politische Arbeit integrieren.

24.09.2018

Der Kreis schließt Ende 2019 seine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Warder. Damit verschwindet auch das Wohnkompetenzzentrum, das Wohnungen für anerkannte Asylbewerber vermitteln soll. An seine Stelle soll eine Wohnungsnotlagenberatung treten.

24.09.2018

Das hätte deutlich schlimmer ausgehen können: Bei einem Unfall auf der A7 sind am Sonntagnachmittag mehrere Menschen verletzt worden. Ihr Auto war von der Straße abgekommen – aus ungeklärter Ursache.

23.09.2018