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Segeberg Klima-Demo in Bad Segeberg mit 400 Teilnehmern
Lokales Segeberg Klima-Demo in Bad Segeberg mit 400 Teilnehmern
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15:32 20.09.2019
Segeberger haben sich am globalen Klimastreik von Fridays for Future beteiligt. Quelle: Irene Burow
Bad Segeberg

„Wir lassen nicht zu, dass ihr unser aller Zukunft verheizt!“ Der allgemeine Aufruf von Fridays for Future zur weltweit größten Klimademo in 150 Ländern ist unmissverständlich. Diesmal sind alle aufgerufen. Nicht nur Schüler.

400 zogen durch die Innenstadt

In Bad Segeberg haben am Freitag etwa 400 Teilnehmer den Demonstrationszug durch Bad Segebergs Innenstadt begleitet. „Das ist super! Ich glaube, es sind sogar mehr als bei der großen Demo im März“, sagt Lennart Stahl von Fridays For Future Bad Segeberg. Teilweise streikten Unternehmen mit: Mitarbeiter der Buchläden „Das Druckwerk“ und „Das Buch am Markt“ seien dabei gewesen. Stahl schätzt, dass knapp ein Drittel der Mitstreiter älter als 20 Jahre ist.

Die Aktivisten stimmten sich am Mittag mit emotionalen Reden ein: „Die Arktis brennt“, „der Urwald brennt...“. „Mit billigeren Zugtickets allein werden wir nicht vorankommen“, so Stahl.

„Es ist kein Klimawandel mehr, sondern eine Katastrophe“, tönt es derweil von Dominique Swoboda durch das Megafon. „Der Streik ist bis heute alternativlos.“ Ihre Tochter Nina hatte als erste Deutsche angefangen, fürs Klima zu streiken – 13 Wochen nach Greta Thunberg. Zur ersten großen Demo im März kamen 400 Schüler auf den Segeberger Markt. Vor der Europawahl im Mai demonstrierten knapp 150 Personen mit.

Tierische Unterstützung am globalen Klimaprotest. Quelle: Irene Burow

Nicht nur die Jugend ist für die Zukunft

Bis heute hat sich zumindest begrifflich viel getan. Nicht nur Jugendliche sind „for Future“ (für die Zukunft). Es gibt inzwischen Wissenschaftler oder Künstler for Future, Eltern, Lehrer und Gründer for Future oder gar Oma und Opa for Future.

Zu sehen, was aus vielen kleinen Initiativen geworden ist, motiviert die jungen Aktivisten. Andererseits ist es die 42. Woche, in der sie jeden Freitag mahnend auf dem Segeberger Marktplatz sitzen. „42 Freitage später verlieren wir gefühlt den Kampf gegen die Zeit“, so Swoboda. „Solange das Berliner Kabinett an Pille Palle festhält, werden wir jeden Freitag streiken.“

Dass die Demo auf diesen Freitag fällt, ist kein Zufall: Am 20. September entscheidet das Klimakabinett in Berlin über seine Strategie. Zum Beispiel günstigere Bahn- und teurere Flugtickets. Vom 21. bis 23. September kommen zudem Staatschefs auf dem UN-Klimagipfel in New York City zusammen – wo derzeit Greta Thunberg, jüngst mit dem Amnesty-Menschenrechtspreis ausgezeichnet, mitstreikt.

Swoboda richtete sich auch an Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld: „Zwar wurde hier der Klimanotstand ausgerufen. Trotzdem sollen auf den Markt Kirschbäume gefällt und Betonsteine verlegt werden.“ Der warb daraufhin für Verständnis für Barrierefreiheit.

Demos in Neumünster, Kaltenkirchen und Bargteheide

In unmittelbarer Umgebung von Bad Segeberg wurde auch am Bahnhof von Neumünster und auf dem Holstenplatz in Kaltenkirchen demonstriert. Eine Fahrraddemo gab es von Bad Oldesloe nach Bargteheide. Bundesweit waren 575 Aktionen gemeldet. Weltweit machte Australien mit Zehntausenden den Anfang. Der globale Streik dauert noch bis zum 27. September an.

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