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Segeberg Kostenloser Lesespaß mit Büchern aus der Zelle
Lokales Segeberg Kostenloser Lesespaß mit Büchern aus der Zelle
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18:10 04.04.2015
Der Bücherschrank als Tauschbörse: Büchereileiter Ingo Tschepe hat die alte englische Telefonzelle in der Rathauspassage eingerichtet.
Norderstedt

Die originale knallrote englische Telefonzelle, die die Stadt Norderstedt 1984 von ihrer Partnerstadt Oadby and Wigston bei Leicester in Mittelengland geschenkt bekam, hat jetzt wieder eine sinnvolle Funktion erhalten. Ab sofort fungiert sie in der Rathaus- Passage als öffentlicher Bücher- Tausch-Laden, den alle Norderstedter Bürger kostenlos nutzen können.

Mit zunächst 50 Büchern bestückt, kann sich jeder Lesefreund hier mit Lektüre versorgen und dort eigene Bücher ablegen, die er ausgelesen hat. Diese Idee des öffentlichen Bücherschrankes hatte vor zwei Jahren ein Norderstedter Ehepaar ins Gespräch gebracht und war dafür vom Norderstedter Stadtmarketingverein mit einem Preis ausgezeichnet worden. Ute und Rick Ostrander entdeckte in ihrem Urlaub in Karlsruhe ein solches kostenloses Angebot zum Büchertauschen und wollte es in Norderstedt initiieren. Nun wird der Vorschlag endlich realisiert.

Zunächst aber musste die völlig ramponierte britische Telefonzelle wieder instandgesetzt und zurechtgemacht werden, erklärt Norderstedts Stadtsprecher Bernd Olaf Struppek. So waren die Scheiben eingeschlagen, der Lack ab und die Tür verbarrikadiert worden, als sie in all den Jahren draußen ungeschützt auf dem Rathausplatz stand. Der Bauhof habe die Scheiben erneuern, die Metallflächen neu grundieren und lackieren und sie mit Licht und Borden ausstatten lassen. Rund 5000 Euro habe das gekostet, sagt Struppek. „Nun sieht sie wieder wie neu aus.“

Damit die schicke Bücherzelle nicht erneut dem Vandalismus ausgesetzt ist, ist sie neben die Stadtbücherei Norderstedt-Mitte in die Rathauspassage versetzt worden. Hier stehe sie unter ständiger Beobachtung, sagt Struppek. Büchereileiter Ingo Tschepe kann von Zeit zu Zeit darauf achten, ob die dort ablegten Bücher noch in Ordnung sind und, falls es notwendig sein sollte, die Zelle mit neuer Lektüre ausstatten. „Ich kümmere mich um den öffentlichen Bücherschrank“, sagt Tschepe.

Die Idee der kostenlosen Bücherausleihe an einem öffentlichen Ort stammt aus der Schweiz und ist Ende der 1990er Jahre über Hannover und Darmstadt nach Deutschland gekommen. In Bad Segeberg und Trappenkamp erfreuen sich die Tauschhäuser bereits großer Beliebtheit. In Schleswig-Holstein gibt es eine solche Einrichtung unter anderen noch in Lübeck, Flensburg und Schleswig.

Motto des Ganzen: „Eins nehmen und eins geben“. Jeder, der sich auf dem Weg zur Bahn, fürs Warten im Einwohnermeldeamt oder nach Hause etwas zu lesen mitnehmen möchte, könne sich hier bedienen, erklärt Tschepe das Prinzip. Wenn er es ausgelesen hat, bringt er es wieder zurück oder stellt ein anderes Buch hinein. Auf diese Weise soll die umfunktionierte Telefonzelle ihre eigene Dynamik als Tauschbörse für Bücher aller Art entwickeln. Die Rathauspassage ist montags bis freitags von 6.30 bis mindestens 18 Uhr geöffnet. Wenn Ausschüsse tagen oder Veranstaltungen in der „Tribühne“ sind, sogar noch länger.

bf

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