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Segeberg Kräftige Finanzspritze für Jugend und Kultur in Segeberg
Lokales Segeberg Kräftige Finanzspritze für Jugend und Kultur in Segeberg
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21:55 12.12.2016
Sie unterschrieben (v.l.): VJKA-Geschäftsführer Martin Karolczak, Landrat Jan Peter Schröder und Vorsitzender Hans-Jürgen Kütbach. FOTO: KULLACK
Bad Segeberg

Es ist gerade ein Jahr her, da befand sich der Verein für Jugend- und Kulturarbeit (VJKA) in einer erheblichen Schieflage. Die 113 Mitarbeiter (plus 275 Honorarkräfte) bekamen kein Weihnachtsgeld. Und was ungleich schlimmer war: Die gesamte Jugend- und Kulturarbeit samt Betrieb der Jugendakademie schien gefährdet. „Wir haben damals nicht überlegt, ob wir helfen sollen, sondern nur wie“, sagt Landrat Jan Peter Schröder. Schnell waren sich die politischen Gremien einig: Die Zuschüsse für den VJKA wurden drastisch erhöht. Gestern wurde der neue Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Vom Vier-Millionen-Etat des Vereins – der außer der Jugendarbeit an mehreren Standorten die Kreismusikschule, Ganztagsschulbetreuung und den Jugendzeltplatz Wittenborn betreibt – übernimmt der Kreis, der die Jugendarbeit vor vielen Jahren dem Verein übertragen hat, gut 2,1 Millionen. Dazu gibt es eine Steigerungsrate von zwei Prozent pro Jahr. Die andere Hälfte muss der Verein über seine Gebühren sowie das Anbieten von Seminaren und Betreuung sowie Einsparungen selbst hereinbekommen.

Damit sich eine Schieflage wie 2015 nicht wiederhole, so VJKA-Vorsitzender Hans-Jürgen Kütbach (Bürgermeister von Bad Bramstedt), habe man, finanziert vom Kreis, Berater von AMD (Aktiver Management Beratung) hinzugeholt. „Soziales und dazu professionelles Management – das klingt nach Widerspruch. Aber man hat gesehen, was passiert, wenn man es nicht macht“, so Kütbach. Die Berater haben das Innere des VJKA gründlich durchforstet, einen Businessplan erstellt und nicht zuletzt maßgeblich am Kooperationsvertrag mitgewirkt, der gestern unterzeichnet wurde. Eine der Folgen: Anstelle der beiden Geschäftsführer gibt es künftig mit Martin Karolczak (dem Nachfolger von Gründer Dieter Fiesinger) nur noch einen. Christine Braun bleibt zwar Leiterin der Kreismusikschule, ihre Funktion als gleichberechtigte Geschäftsführerin aber wurde eingespart.

Damit der Kreis überhaupt ohne europaweite Ausschreibung einen neuen Vertrag schließen konnte, musste auch im VJKA-Vorstand einiges geändert werden: Der stellvertretende Landrat Claus Peter Dieck ist nun durch Auftrag des Kreises stellvertretender Vorsitzender, der Kreisjugendring sowie die Freundeskreise des theaterpädagogischen Zentrums und des Jugendzeltplatzes sind nun nicht mehr im Vorstand, sondern bilden ein beratendes Gremium. Stimmberechtigte Mitglieder sind die Städte Bad Segeberg, Wahlstedt, Bad Bramstedt und Kaltenkirchen sowie die Gemeinde Trappenkamp. Mit Henstedt-Ulzburg sei man im Gespräch, hieß es gestern vom Vorstand.

Auch durch eigene Einsparungen, zum Beispiel durch punktuelle Anhebungen der Gebühren für Musikunterricht, habe man außerdem einiges zur Gesundung beigetragen, sagt Geschäftsführer Martin Karolczak:

„Das Jahr 2017 wird für uns noch einiges an Mehrarbeit und Umstellungen bringen.“ Auch inhaltlich wird nachgelegt: Die dritten SE-Kulturtage drehen sich 2017 ausgiebig um das Thema „150 Jahre Kreis Segeberg“. Übrigens: Weihnachtsgeld bekommen die Mitarbeiter 2016 wieder.

 Lothar Hermann Kullack