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Segeberg Wohnkompetenzzentrum für Flüchtlinge wird geschlossen
Lokales Segeberg Wohnkompetenzzentrum für Flüchtlinge wird geschlossen
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15:08 24.09.2018
Gemeinschaftsunterkunft Warder, ehemaliger "Gasthof am See", Kreis Segeberg will das sanierungsbedürftige Gebäude Ende 2019 schließen und verkaufen Quelle: Oliver Vogt
Rohlstorf

Die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Warder wird zum 31. Dezember 2019 geschlossen. Darauf verständigten sich die Mitglieder des Sozialausschusses des Kreises in ihrer jüngsten Sitzung. An die Stelle des dort untergebrachten „Wohnkompetenzzentrums“ für Geflüchtete, das anerkannten Asylbewerbern dabei hilft, eigene Wohnungen zu finden, soll danach ein kreisweit tätige Wohnungsnotlagenberatung treten. Insbesondere die CDU hat aber noch Zweifel an dem Projekt.

Denn schon der bisherige Erfolg der Wohnungsvermittlung, der mit einer Schulung der Bewohner als Vorbereitung auf die hiesigen Gepflogenheiten beim Wohnen zur Miete einher geht, klingt überschaubar. Von den insgesamt 65 untergebrachten Personen – 30 Männer, 15 Frauen und 20 Kinder – seien nach Angaben der Kreisverwaltung seit Projektstart am 1. Januar 2018 für 24 von ihnen acht Wohnungen vermittelt worden. Fünf davon von Privatvermietern. „Gerade die Vermittlung von alleinstehenden Männern ist eine große Herausforderung“, sagte Sozialpädagogin Jana Kirschbaum den Ausschussmitgliedern. Vor allem private Vermieter hätten große Vorbehalte, wenn sie vor der Frage stehen, an Flüchtlinge zu vermieten. Deshalb sei es so wichtig, dass mit dem Wohnkompetenzzentrum Ansprechpartner zur Verfügung stünden, die auch Fragen und Sorgen von Vermietern klären könnten. „Eine eigene Wohnung ist ein unverzichtbarer Baustein für die Integration“, betonte auch Elke Andrasch, die zuständige Fachgebietsleiterin beim Kreis.

Da die Unterkunft in Warder wegen ihres hohen Sanierungsbedarfs aber auf Dauer nicht taugt, Menschen dort unterzubringen, und ein alternatives Gebäude nicht zur Verfügung steht, soll das bisherige Konzept von einer dezentralen Wohnungsnotlagenberatung abgelöst werden. 120 000 Euro – zwei Planstellen plus Sachkosten – hat die Verwaltung für das Projekt jährlich veranschlagt, das an einen externen Dienstleiter vergeben werden soll.

CDU-Ausschussmitglied Christian Mann meldete indes Zweifel an, ob dieses Geld wirklich gut anlegt sei. „Wir müssen diese Menschen in eine eigene Wohnung bringen, das ist unstreitig“, stellte er klar. 120 000 Euro nur für die Vermittlung einer doch sehr überschaubaren Zahl an vermittelten Wohnungen erscheine aber doch etwas viel. Zumal zweifelhaft sei, dass sich Ängste von Vermietern dadurch tatsächlich abbauen ließen und sie dazu gebracht werden könnten, auf einem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt an Flüchtlinge zu vermieten. „Das Geld wäre vielleicht besser angelegt, wenn wir als Kreis selbst Wohnungen anmieten“, sagte Mann. Auch über eine finanzielle Garantie für Vermieter, die Angst vor Schäden hätten, könne nachgedacht werden.

Elke Andrasch widersprach. Schließlich richte sich die geplante Wohnungsnotlagenberatung nicht ausschließlich an Geflüchtete und werde zudem nicht mehr nur stationär, sondern – mit Ausnahme von Norderstedt, das ein eigenes Angebot bereit hält – kreisweit erfolgen. Insofern dürfte die Zahl erfolgreicher Vermittlungen deutlich höher liegen. Gegen die Idee einer finanzielle Garantie für Vermieter sprach sich Holger Weihe, stimmloses Mitglied der Linken, aus. „Das wäre nur ein zusätzliches finanzielles Bonbon für Vermieter, die womöglich ohnehin vorhatten, an Flüchtlinge zu vermieten.“

Die Frage des Anschlussprojektes wurde vertagt, der Weg für eine Auflösung der Unterkunft und einen Verkauf des Gebäudes durch den Kreis durch einstimmigen Beschluss freigemacht. Bis Ende 2019 sollen den in der Unterkunft lebenden Bewohnern eigene Wohnungen vermittelt worden sein.

Oliver Vogt

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