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Segeberg Kommt der umstrittene Anti-Drogen-Zug nach Segeberg?
Lokales Segeberg Kommt der umstrittene Anti-Drogen-Zug nach Segeberg?
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16:56 08.12.2019
Der Kreistag stimmte dafür und steuert 30 000 Euro bei: Der in Tschechien konzipierte Revolution Train besteht auch sechs Waggons, er könnte in Bad Segeberg, Norderstedt und Bad Bramstedt Halt machen. Quelle: LN-Archiv
Bad segebergr

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Aber auch in kleinen Schritten kann man etwas erreichen: Bei der jüngsten Kreistagssitzung gab es einen großen finanziellen Schub für das Anti-Drogen Projekt „Revolution-Train“ im Kreis Segeberg. Die Politiker stimmten mehrheitlich einem Vorstoß der CDU zu, dieses Präventionsprojekt mit 30 000 Euro unterstützen. Wie berichtet hat Norderstedt bereits 22 000 Euro zugesichert und auch Henstedt-Ulzburg ist bereit, Gelder zu geben. Auch Bad Segeberg hat schon 10 000 Euro „in der Pipeline“, hier muss nur noch die Stadtvertretung am Dienstag, 10. Dezember (18.30 Uhr), ihr Okay geben.

Information über Folgen von Drogenkonsum

Allerdings wären insgesamt 140 000 Euro nötig, damit der in Tschechien konzipierte Zug, genannt „Revolution-Train“, mit seinen sechs Waggons in Norderstedt, Bad Bramstedt und Bad Segeberg Station macht. Es wäre sein erster Besuch in Schleswig-Holstein. Ein Halt in Norderstedt ist so gut wie sicher. Die Kreisverkehrswacht rührt unter Federführung von Jürgen Schlichting kräftig die Werbetrommel. Ziel: Schüler und junge Erwachsene aus dem ganzen Kreis sollen die Möglichkeit bekommen, sich in den acht interaktiven Räumen und vier Kinos über die Folgen von Drogenkonsum zu informieren.

Einblick in den Revolution-Train, der, wenn die Kreisverkehrswacht das Geld zusammen bekommt, in Segeberg Station machen soll. Quelle: hfr

Das Projekt ist aber höchst umstritten, im Segeberger Kreistag gab es gleich eine Grundsatzdebatte dazu. Verwiesen wurde auch auf das schleswig-holsteinische Sozialministerium. Dieses lehnt das von dem Tschechen Pavel Tuma erdachte und auch mit Bundesmitteln einst realisierte Projekt ab.

Alles ist besser – als nur dabei zu stehen

Der pensionierte Polizeibeamte Henning Wulf (Wi-Se) warf sich indes dafür besonders ins Zeug. Er appellierte: „Kommen Sie in der Wirklichkeit an, in der Welt wie sie wirklich ist.“ Drogenprävention sei zwingend notwendig, auch durch Abschreckung. „Wenn hinter Ihnen ein Streifenwagen fährt, schauen Sie doch auf den Tacho, ob sie korrekt fahren.“ Jeder Versuch Schaden zu vermeiden, sei besser, „als nur dabei zu stehen“.

Struwwelpeter-Pädagogik erschreckt Leute

Klaus-Peter Schroeder (FDP) fragte sich, ob das Ganze sinnvoll sei. „Es ist sehr teuer, diese Struwwelpeter-Pädagogik versucht Leute zu erschrecken und sie von den Drogen fernzuhalten.“ Die FDP werde nicht geschlossen dem Antrag zustimmen.

Auch die SPD-Fraktion war uneins darüber. Alexander Wagner teilte mit, dass nicht alle überzeugt seien von der Wirkung des Projektes „Revolution-Train.“ Er selbst enthalte sich. Die AfD hielt den Ansatz der Prävention „mit Schockeffekten“ für überholt und unwirksam.

Auch Arne Hansen (Grüne) sprach sich dagegen aus: Selbst bei der hiesigen Suchtberatung und den Experten in der Kreisverwaltung werde die Methode kritisch gesehen. „Abschreckung hat noch nie funktioniert.“ Außerdem könnte das Projekt zu einer Stigmatisierung Betroffener führen.

Toni Köppen (Wi-Se) sprach sich hingegen dafür aus, Jugendliche mit der Realität zu konfrontieren. Außerdem sei geplant, das Projekt nachhaltig von den Schulen zu begleiten zu lassen.

  Mit einer deutlichen Mehrheit von einigen Stimmen quer durch alle Fraktionen – aber mit dem Schwergewicht der CDU-Fraktion – wurden die 30 000 Euro für das Projekt „Revolution-Train“ bewilligt.

Von Wolfgang Glombik

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