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Segeberg Kreis stellt sich gegen Nehmser Windräder
Lokales Segeberg Kreis stellt sich gegen Nehmser Windräder
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17:06 23.11.2018
Zwei große Windräder zwischen Damsdorf und Schmalensee stehen schon. In diesem Gebiet sollen noch vier weitere gebaut werden. Drei weitere würden nach dem Planentwurf nur 5,5 Kilometer entfernt bei Nehms hinzukommen. Quelle: Glombik
Nehms/Bad Segeberg

Der Aufschrei der Bürger in Nehms und Umgebung war laut, als der Standort der 200 Meter hohen Windkraftanlagen im vorliegenden Entwurf des aktuellen Regionalplans bekannt wurde. Zu den Infoveranstaltungen der Bürgerinitiative „Gegenwind Nehms“ kamen rund 100 Einwohner. Nun gibt es auch mächtig Gegenwind vom Kreis Segeberg für das geplante Voranggebiet mit drei Windrädern zwischen Nehms und Schlamersdorf. Zwei Kreisgremien schlossen sich einhellig der Meinung der Kreisverwaltung an. Zuletzt stimmte der Ausschuss für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz gegen dieses Vorranggebiet. Der Kreistag wird sich dem vermutlich anschließen.

Hier etwa, in der Nähe des Fotografen-Standortes, soll bei Damsdorf und Schmalensee eine weitere Windkraftanlage mit 200 Metern Höhe gebaut werden. Die beiden Anlagen im Hintergrund sind nur der Anfang einer langen Kette mit später insgesamt sechs Windkraftanlagen zwischen Damsdorf und Schmalensee. Quelle: Glombik

Innerhalb des Kreisgebietes sind im aktuellen Entwurf 28 Vorranggebiete vorgesehen. Im ersten Entwurf von 2016 waren es noch 27 gewesen. Die Teilfortschreibung zum Thema Windenergie liegt nun zur Anhörung aus. Stellungnahmen können noch bis zum 3. Januar 2019 eingereicht werden. Auch die Fachbehörden des Kreis Segeberg arbeiten derzeit an ihren Bewertungen. Die Beschlussfassung der Gemeinden stehe noch aus, berichtete Kreisplaner Frank Hartmann jetzt den Politikern. „Wir wissen noch nicht, wie sich die einzelnen Gemeinden dazu stellen werden.“ Auch die Hinweise aus der Bevölkerung sollen dabei eingearbeitet werden. Schon jetzt sei aber eine Tendenz hinsichtlich der Vorrangfläche bei Nehms zu erkennen. Frank Hartmann stellte klar, dass man sich zu dieser Fläche „deutlich kritisch“ äußern werde.

Die Windkraftanlagen stellen eine Gefahr für die Seeadler dar

In erster Linie geht es dabei um die Natur, die von den Windkraftanlagen beeinträchtigt werden würde. „Wir sind einer von drei Kreisen, die den Naturpark Holsteinische Schweiz mittragen“, führte Hartmann aus. In genau diesem sensiblen Bereich (siehe Grafik) seien von der Regionalplanung gleich drei Vorranggebiete vorgesehen. „Es bereitet uns Bauchschmerzen, dass diese sich dort in relativ geringem Abstand aneinanderreihen“, erklärte Hartmann. Zwischen Damsdorf und Schmalensee stehen schon zwei Windräder. Die geplanten Windparks bei Travenhorst, Nehms und Damsdorf würden quasi eine Kette mit 200 Meter hohen Windrädern bilden. Die Flächen zwischen Damsdorf und Nehms sind nur 5,5 Kilometer voneinander entfernt, das Windkraftfeld bei Travenhorst ist von dem Nehmser nur 4,1 Kilometer weit weg. Überall wären die „Spargel“ optisch präsent. Der Kreis möchte die Landschaft dort als Naherholungsgebiet erhalten, betont Hartmann. Zusätzlich spiele bei Nehms auch der Seeadlerschutz eine Rolle, der Greifvogel sei für den Naturpark ein Symbol.

Die mittlere Fläche in Nehms müsste entfallen, um eine zu starke Belastung des Landschaftsraumes zu verhindern

Die drei Standorte liegen hier sehr ungünstig, führte Hartmann aus, zumal auch weitere Großvögel in dem Bereich unterwegs seien. Die räumliche Wirkung der Anlagen mit 200 Metern Höhe würde durch die Nähe der Gebiete eine deutliche Beeinträchtigung der Zwischenräume darstellen. Die sollten eigentlich als Landschaftsraum geschützt sein. Hartmann: „Das macht uns Sorgen, deshalb empfehlen wir als Verwaltung, hier zu reduzieren.“ Mindestens die mittlere Fläche in Nehms müsste entfallen, um eine zu starke Belastung des Landschaftsraumes zu verhindern. Das Thema werde auch noch in den Gremien des Naturparks diskutiert, kündigte der Kreisplaner an.

Die anderen Vorranggebiete seien nicht grundsätzlich kritisch zu sehen. Kreisweit geht es hier insgesamt um eine Fläche von 1713 Hektar, das entspricht einem Anteil von 1,27 Prozent der Kreisfläche.

Wolfgang Glombik

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