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Segeberg Pilotprojekt: Dieser Eichenpfahl kann Leben retten
Lokales Segeberg Pilotprojekt: Dieser Eichenpfahl kann Leben retten
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12:20 07.12.2019
Ein Rettungspfahl im Ihlwald, eingeweiht von Landrat Jan Peter Schröder (rechts), Peter Seefeldt (links) und Dr. Christian Schadendorf. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Die Gefahren lauern überall. Auf den ersten Blick sehen das die Forstexperten von der Landwirtschaftskammer, Hans Jacobs und Christian Schadendorf, auch im Ihlwald in Bad Segeberg. Dort hängt ein sichtlich vertrockneter dicker Ast quer über den Weg. Spaziergänge im Wald bei starkem Wind können nach trockenen Sommern gefährlich sein. Die Unfälle nehmen zu, sagen die Wald-Experten. Nicht nur deshalb hat der Kreis sich bereiterklärt, auch in nichtstaatlichen Forsten sogenannte Rettungspunkte aufzustellen.

Notarzt muss nicht lange im Wald suchen

Das sind fast zwei Meter hohe Eichenpfähle mit „Rotem Kopf“, Kreuz und einer Nummer. Eigentlich ganz simpel. Wenn die Leitstelle angerufen wird und die Nummer des Rettungspunktes genannt wird, ist der Notarztwagen schnell vor Ort und muss nicht lange im Wald nach dem Verletzten suchen. So werden Rettungspunkte zu Notfalltreffpunkten, von denen aus Rettungs- und Einsatzfahrzeuge zum Einsatzort gelotst werden können.

Wer von hier aus im Wald den Notruf anwählt, gibt gleich die Nummer des Rettungspunktes an. Quelle: Glombik

  Im Notfall schneller am Unglücksort

Die Pfähle werden immer an markanten Punkten aufgestellt und sind mit einem Schild mit der Kennung versehen. In der Regel werden Waldwege nicht von herkömmlichen Navigationssystemen erfasst. Im Notfall wissen Rettungskräfte deshalb zunächst mitunter nicht, wo genau die Unglücksstelle liegt. So kann wertvolle Zeit verloren gehen. Um diese Problematik zu entschärfen, sei das System der Rettungspunkte entwickelt worden.

Der Kreis hat nun Geld (4500 Euro) in die Hand genommen, um die Rettungspunkte auch in Privatwäldern aufzustellen, zumal den Spaziergängern nur selten bewusst sei, ob sie sich in einem Staatsforst oder nicht staatlichen Wald aufhalten, sagt Segebergs Landrat Jan Peter Schröder. Die Schleswig-Holsteinische Landesforsten haben bereits vor einigen Jahren an den Eingängen ihrer Waldflächen derartige Rettungspunkte aufgebaut.

40 Rettungspunkte in den Wäldern

Der Kreis Segeberg hat nun grünes Licht für die Finanzierung eines Rettungspunkte-Netzes im Nicht-Staatswald des Kreises gegeben. Das sind etwa 40 über die Kreisfläche verteilte Standorte. „Das ist gut investiertes Geld, mit dem wir für mehr Sicherheit sorgen können“, sagt Landrat Schröder. So ein Pfahl koste vielleicht 150 Euro. Hier sei der Kreis mit seinem Pilotprojekt landesweit Vorreiter.

Peter Seefeldt von der der Forstbetriebsgemeinschaft Segeberg zeigt die App auf der alle Rettungspunkte gekennzeichnet sind. Quelle: Glombik

Wichtige Orientierungspunkte auch bei Waldbränden

Wer die nächstgelegenen Rettungspunkte suchen möchte, kann sich übrigens auch kostenlos die App „Hilfe im Wald“ für das Smartphone runterladen. Die Rettungspunkte helfen übrigens auch, um schnell die Feuerwehr herbei zu lotsen. Die außergewöhnlichen Dürrejahre 2018 und 2019 haben die Gefahr von Waldbränden erheblich erhöht.

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Waldexperte Dr. Christian Schadendorf zeigt einen morschen Ast, der im Ihlwald über dem Weg hängt und jederzeit herunterkrachen könnte. Quelle: Glombik

Von Wolfgang Glombik

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