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Segeberg „Rechts hat in Bad Segeberg keine Chance“
Lokales Segeberg „Rechts hat in Bad Segeberg keine Chance“
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18:48 14.11.2019
„Der Anschlag von Halle macht uns fassungslos.“ Dirk Wehrmann (SPD) stellte die Resolution gegen Antisemitismus vor. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Die Bad Segeberger Stadtvertretung hat ein deutliches Zeichen gegen rechte Gewalt und Rassismus gesetzt. Nachdem in Bad Segeberg vermehrt der Rechtsextreme Bernd T. mit seinen Anhängern auftritt und Bürger mit Drohungen einschüchtert, sind die Politiker in Alarmstimmung. Bürgervorsteherin Monika Saggau (CDU), die bei der Demonstration am vergangenen Wochenende gegen rechte Gewalt und Rassismus in der ersten Reihe Gesicht zeigte, bedankte sie sich bei den Initiatoren der Demonstration mit mindestens 1500 Teilnehmern. „Das war beeindruckend.“ Es habe sie berührt, dass dort viele Familien dabei waren und auch ältere Menschen. Saggau: „Rechts hat in unserer Stadt auf jeden Fall keine Chance.“

Bad Segeberg müsse Rechtsradikalen Kampf ansagen

Einstimmig schloss sich die Bad Segeberger Stadtvertretung einem Resolution-Antrag der SPD an. „Die Anschlag von Halle macht uns alle fassungslos.“ Die Anzahl antisemitischer Straftaten nehme ständig zu, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Wehrmann: „Unsere offene und freie Gesellschaft wird von Rechts bedroht.“ Die Stadt müsse den Radikalen den Kampf ansagen. „Bad Segeberg ist eine weltoffene, tolerante und bunte Stadt.“ Hier sei kein Platz „für menschenverachtendes Gedankengut und Fremdenfeindlichkeit“.

Gegen rechte Gewalt: Stadt Bad Segeberg ruft dazu auf, sich gegen antisemitische Übergriffe zu stellen. Quelle: Foto: dpa

Vor diesem Hintergrund spreche die Stadtvertretung den jüdischen Bürgerinnen und Bürgern Bad Segebergs ihre uneingeschränkte Solidarität aus und verurteile ausdrücklich auch jegliche Art von antisemitisch motivierten Diskriminierungen und Gewalt. „Jeder Mensch in Bad Segeberg ist aufgerufen, sich gegen antisemitische Propaganda und antisemitische Übergriffe zu stellen. Die in Bad Segeberg vertretenden Fraktionen werden sich stets dafür einsetzen, dass Gewalt, Rassismus und insbesondere antisemitischer Hetze kein Raum gegeben wird“, heißt es in der Resolution.

Schaffer vermisste Bürgermeister an der Demo-Spitze

Stadtvertreter Ralf Schaffer (BBS) wandte sich zum Ende der Sitzung an Bürgermeister Dieter Schönfeld. Er habe ihn vergangenen Sonnabend an der Spitze des Demonstrationszuges vermisst. Auch vermisse er von ihm ein Statement zur Situation der Stadt. Er habe die Verpflichtung, sich vor die Bürger hinzustellen und angesichts der Situation klar Stellung zu beziehen. Schönfeld widersprach ihm. Er habe bei der Veranstaltung zur Reichspogromnacht im Rathaus am 9. November klare Worte gegen rechte Gewalt geäußert. Er fühlte sich nicht zuständig an der Spitze der Demo zu gehen, zumal er nicht zu den Veranstaltern gehörte. Er sei Behördenleiter, habe mit Polizei und den Sicherheitsorganen in Kontakt zu stehen. Der Bürgermeister sagte aber, dass er zu Beginn der Demo an der Kundgebung teilgenommen habe und auch bei den Redebeiträgen nicht mit Beifall gegeizt habe.

Von Wolfgang Glombik

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